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Last-Minute-Drama in Arad: Galindo schießt die Bühne leer

Ein Freitagabend, der in Arad noch lange erzählt werden wird: 17.706 Zuschauer sahen beim 3:2‑Sieg von ATU Arad gegen Militari Bukarest ein Spiel, das alles hatte - jugendliche Unbekümmertheit, taktisches Chaos, Nervenflattern und einen Helden, der erst in der 93. Minute ins Rampenlicht trat.

Schon die erste Viertelstunde versprach Spektakel. Arads 17‑jähriger Florentin Iordanescu, der aussieht, als hätte er gerade erst den Schulranzen abgelegt, traf in der 13. Minute nach Vorarbeit von Regisseur Juan Djalo - der übrigens schon vier Minuten zuvor Gelb gesehen hatte, weil er einen Freistoß lieber diskutieren als ausführen wollte. "Ich wollte nur wissen, warum der Ball nicht da lag, wo ich ihn hingelegt hatte", grinste Djalo nach dem Spiel. Nun, der Schiedsrichter sah es anders, das Publikum sah es gern.

Militari Bukarest schien davon leicht irritiert. Die Gäste hatten zwar mehr Abschlüsse (14 zu 13), aber über große Strecken die Präzision eines Schneesturms. Trainer Konstantin Weinberg stand regungslos an der Seitenlinie - vielleicht in der Hoffnung, seine Spieler würden von selbst erkennen, wo das Tor steht. "Wir hatten genug Chancen", meinte er später, "aber Arad hatte mehr Glück - und Galindo."

In der Tat: Nach der Pause begann das große Hin‑und‑Her‑Spiel, das neutralen Beobachtern das Popcorn versüßte, Militari‑Fans aber zum Fluchen brachte. In der 56. Minute erhöhte Arads Rechtsaußen Erland Johnsson nach erneutem Djalo‑Zuspiel auf 2:0 - ein Treffer wie aus dem Lehrbuch für schnörkellose Angriffe. Vier Minuten später rappelte sich Militari auf: Faas Rutgers, quirlig wie ein Espresso auf zwei Beinen, verkürzte nach Vorlage von Ridvan Kahveci.

Dann kam die Phase, in der sich Weinbergs Mannschaft selbst im Weg stand. Rhys O’Dea musste in der 57. Minute verletzt raus, und kaum hatte Ersatzmann Vicente Custodio das Spielfeld betreten, da bimmelte es wieder - diesmal auf der anderen Seite, nein, pardon: in der 78. Minute war Custodio selbst der Torschütze! Wieder flankte Kahveci, wieder passte der rechte Fuß des Verteidigers millimetergenau. 2:2, das Stadion verstummte für einen Moment.

Doch wer glaubte, das Spiel würde nun friedlich in ein Remis tröpfeln, unterschätzte Arads Hang zum Drama. Trainer Mister Zvenson, ein Mann mit der Körpersprache eines Dirigenten und der Mimik eines Pokerspielers, stellte in der Schlussphase auf Offensive um. "Wir wollten zeigen, dass wir mehr sind als Konter‑Fußball", erklärte er später - und grinste dabei so, als hätte er einen besonders guten Witz gemacht.

In der Nachspielzeit (93.) kam dann der Moment, der die Tribüne explodieren ließ: Humberto Gama stürmte über rechts, flankte halb verzweifelt, halb inspiriert - und Julian Galindo, gerade einmal seit 25 Minuten im Spiel, nahm den Ball volley. Der Rest war Ekstase. 3:2, der Endstand. "Ich wusste gar nicht, dass ich so treffen kann", gab Galindo nachher lachend zu.

Militari drückte bis zuletzt, kam aber nicht mehr durch. Arads Keeper Jorge Viqueira, ebenfalls erst 17 und mit einer Gelassenheit gesegnet, die man eigentlich nur von alten Torwart‑Haudegen kennt, pflückte die letzten Bälle vom Himmel. Die Statistiken sagten am Ende: 52 Prozent Ballbesitz für Arad, 48 für Militari, Torschüsse 13 zu 14 - aber das Ergebnis sprach eine andere Sprache.

"Manchmal muss man nicht besser sein, nur frecher", resümierte Zvenson nach Schlusspfiff. Weinberg dagegen murmelte etwas von "unglücklichem Timing" und "fehlender Konsequenz". Seine Spieler schauten betreten zu Boden, als hätten sie gerade das letzte Stück Kuchen verpasst.

Das Publikum indes feierte, als wäre der Klassenerhalt schon sicher. In der Innenstadt von Arad sollen noch Stunden nach Abpfiff hupende Autos unterwegs gewesen sein, und irgendwo, so erzählt man, habe ein Straßenmusiker spontan ein Lied über "Galindos goldenen Schuh" improvisiert.

Fazit: ATU Arad zeigte Moral, Mut und - seien wir ehrlich - eine ordentliche Portion Glück. Militari Bukarest bleibt das Team der verpassten Chancen. Und wer an diesem frostigen Januarabend im Stadion war, wird wissen: Fußball ist manchmal kein Spiel der Taktik, sondern der letzten fünf Sekunden.

Oder, wie Zvenson zum Abschied meinte: "Ich sag’s Ihnen, das war kein Zufall - das war Schicksal mit Stollen."

21.04.643987 17:18
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