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Lauritsen schießt Hennef zum Auftaktsieg - Völlen hadert mit Chancenflut

Es war ein lauer Frühlingsabend in Hennef, doch auf dem Rasen glühte der Asphalt. 31.522 Zuschauer im ausverkauften Stadion sahen am 1. Spieltag der 1. Liga Deutschland ein Fußballspiel, das alles bot - Tempo, Emotionen, Gelbe Karten und einen Stürmer, der mit 34 Jahren noch einmal so aufblühte, als wolle er beweisen, dass Erfahrung manchmal doch schneller ist als Beine.

Alberte Lauritsen, der bullige Däne im Sturmzentrum des SC Hennef, erzielte beide Treffer beim 2:1 (1:1) gegen Eintracht Völlen und wurde nach dem Abpfiff von seinen Mitspielern gefeiert, als hätte er gerade die Meisterschaft entschieden. "Ich wollte einfach Spaß haben", grinste Lauritsen, während er sich den Schweiß von der Stirn wischte. "Und wenn dabei zwei Tore rumkommen, beschwere ich mich sicher nicht."

Das Spiel begann mit einem lauten Knall - allerdings im metaphorischen Sinn. Völlen legte los, als wollte es Hennef gleich in den ersten Minuten mürbe schießen. Schon in der 4. Minute prüfte Javier Coelho den Hennefer Keeper Pedro Pere, der mit einer Flugeinlage den Ball aus dem Winkel kratzte. Kurz darauf holte sich Völlens Linksverteidiger Srdan Tadic eine Gelbe Karte ab, offenbar um klarzustellen, dass man hier nichts zu verschenken hatte.

Hennef, von Trainer Giovanni Diaco gewohnt offensiv eingestellt, brauchte etwas, um ins Spiel zu finden. Doch als sie einmal in Fahrt gekommen waren, wurde es brandgefährlich. In der 33. Minute war es dann soweit: Gerrit Van Tessel flankte von links butterweich auf Lauritsen, der sich im Strafraum gegen zwei Verteidiger durchsetzte und den Ball trocken ins rechte Eck jagte. 1:0 für Hennef - und das Stadion tobte.

"In dem Moment wusste ich nicht, ob ich jubeln oder einfach laut lachen sollte", gestand Trainer Diaco später mit einem Augenzwinkern. "So ein Kopfball aus der Drehung - das macht er sonst nur im Training, wenn keiner zuschaut."

Doch die Freude währte kurz. Nur vier Minuten später, in der 37. Minute, schlug Eintracht Völlen zurück. Zakhar Schitnik, der quirlige Mittelfeldmotor, zog nach feinem Zuspiel von Tadic aus 20 Metern ab - und der Ball senkte sich unhaltbar hinter Pere ins Netz. 1:1. "Das war so ein Schuss, den man nur trifft, wenn man vorher gar nicht drüber nachdenkt", meinte Schitnik später mit einem schelmischen Grinsen.

Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause. Völlen hatte zwar mehr Ballbesitz (knapp 51 Prozent) und die klar höhere Zahl an Torschüssen (15 zu 10), doch Hennef wirkte zielstrebiger. "Statistik gewinnt keine Spiele", knurrte Völlens Trainer Dennis Hees nach dem Abpfiff - und da hatte er wohl recht.

Nach dem Seitenwechsel blieb Völlen die aktivere Mannschaft, doch Hennef verteidigte clever, lauerte - und schlug in der 74. Minute eiskalt zu. Wieder war es Lauritsen, diesmal nach einem klugen Zuspiel von John Lockhart, der den Ball über den herausstürzenden Keeper Karsten Lange lupfte. 2:1 - und diesmal hielt die Führung.

Völlen rannte an, brachte mit Lennard Stoll und später Robbe Beck frische Kräfte, doch das Tor schien wie vernagelt. Zwischen der 84. und 94. Minute hagelte es noch vier Schüsse aufs Hennefer Tor, doch Pere und seine Abwehr hielten stand. Selbst als Völlen in der Nachspielzeit mit Mann und Maus stürmte, blieb Hennef cool.

"Ich hab einfach gehofft, dass der Schiri bald pfeift", gab Hennefs Rechtsverteidiger Peter Czibor lachend zu. "Wir waren am Limit - aber das ist ja das Schöne an so einem Auftakt."

Am Ende feierte Hennef einen glücklichen, aber keineswegs unverdienten 2:1-Erfolg. Die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen, während Völlens Spieler enttäuscht, aber mit erhobenem Kopf vom Platz gingen.

"Wir hätten mehr draus machen können", sagte Hees später in der Pressekonferenz. "Aber wenn man zehn Mal aufs Tor schießt und nur einer reingeht, dann muss man sich an die eigene Nase fassen - und vielleicht auch an die der Stürmer."

Giovanni Diaco hingegen war bester Laune: "Zwei Tore, drei Punkte, ein voller Kühlschrank zu Hause - was will man mehr?"

Ein leicht sarkastischer Reporter-Kommentar am Rand: Wer an diesem Abend in Hennef kein Herzrasen bekam, war vermutlich der Linienrichter. Und selbst der soll beim zweiten Lauritsen-Tor kurz die Fahne vergessen haben - vor Begeisterung, versteht sich.

So startet der SC Hennef mit drei Punkten in die neue Saison, während Eintracht Völlen trotz couragierter Leistung mit leeren Händen dasteht. Und irgendwo in Hennef wird Alberte Lauritsen heute Nacht noch lächelnd einschlafen - mit dem Ball unter dem Kopfkissen und dem sicheren Gefühl, dass Erfahrung eben doch manchmal das schönste Tor schießt.

22.03.643997 06:00
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Ich habe ihn liquidiert. Wenn er etwas will, soll er sich vorher seinen Ausweis anhängen, damit seine Mutter ihn nicht nur an der Blutgruppe erkennt.
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