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Leverkusen lässt Rohrbach alt aussehen - Ljuboja und Collantes treffen beim 2:0-Heimsieg

Bundesliga | 2. Spieltag | 06.07.26 | SVB Leverkusen - SV Rohrbach 2:0

Im ausverkauften Ulrich-Haberland-Stadion (29.562 Zuschauer, gefühlt doppelt so laut) zeigte der SVB Leverkusen am Samstagabend, warum man ihn in dieser Bundesliga-Saison besser nicht unterschätzen sollte. Mit einem souveränen 2:0 gegen den SV Rohrbach holte die Mannschaft von Trainer Meister Leverkusen den zweiten Sieg im zweiten Spiel - und das, ohne je ernsthaft ins Schwitzen zu geraten.

Von Beginn an war klar, wem das Spielfeld gehörte. Leverkusen presste nicht, musste aber auch nicht - Rohrbach bekam ohnehin kaum den Ball. 61 Prozent Ballbesitz, 16 Torschüsse - da ließ die Werkself-Variante des SVB kaum Fragen offen. Schon in der 1. Minute prüfte Alex Collantes den gegnerischen Keeper Heinz Heise mit einem Distanzschuss, der das Stadion mit einem kollektiven "Ooooh!" füllte. "Ich wollte nur mal schauen, ob der Ball rund ist", grinste Collantes später.

Rohrbach dagegen versuchte es mit dem, was auf dem Papier "offensive Ausrichtung" hieß, in der Praxis aber eher nach "wir schauen mal, ob einer durchrutscht" aussah. Ein solcher Versuch kam in der 23. Minute, als Michael Maier aus spitzem Winkel abzog - aber Leverkusens Torhüter Liam Hensley hatte den Ball so sicher, als hätte er ihn selbst bestellt.

In der 29. Minute fiel dann das verdiente 1:0. Miroslav Ljuboja, der bullige Mittelstürmer mit dem Charme eines Dampfwalzenfahrers, verwandelte nach einer feinen Kopfballablage von Innenverteidiger Santiago Corona aus kurzer Distanz. Der Jubel war groß, Ljuboja breitete die Arme aus, als wolle er das ganze Stadion umarmen. "Ich hab’ einfach gespürt, dass heute was geht", erklärte er nach dem Spiel. Corona, der Vorlagengeber, fügte trocken hinzu: "Ich war überrascht, dass Miroslav tatsächlich da stand, wo er stehen sollte."

Kurz darauf die erste Verwarnung: Rohrbachs Linksverteidiger Tom Berndt sah Gelb, nachdem er Ljuboja etwas zu herzlich am Trikot festhielt - man könnte sagen, er wollte den Torschützen einfach nicht gehen lassen. Auf der Gegenseite kassierte Leverkusens Rechtsverteidiger Xavi Celis in der 40. Minute ebenfalls Gelb, weil er sich zu sehr in die Defensive-Arbeiten verliebt hatte.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete: mit Leverkusener Dominanz. Rohrbach wechselte in der 54. Minute doppelt - junge Beine sollten frischen Wind bringen. Doch der Sturm blieb ein laues Lüftchen. Eine Minute später klingelte es erneut. Alex Collantes, diesmal auf links durchgebrochen, nahm einen Pass von Celis auf, tanzte zwei Verteidiger aus und schlenzte den Ball ins lange Eck - 2:0. "Ich wollte eigentlich flanken", gab er später zu und lachte. Trainer Meister Leverkusen kommentierte das Tor mit einem süffisanten: "Wenn unsere Flanken so enden, sollen sie ruhig weiter daneben zielen."

Rohrbachs Trainer Maik Kuntz dagegen rang sichtlich um Fassung. "Wir haben gekämpft, aber Leverkusen war in jedem Moment einen Schritt klüger - manchmal auch zwei", meinte er nach dem Abpfiff. Seine Mannschaft versuchte es zwar noch: Schüsse in der 70., 72. und 73. Minute - alle entweder zu zentral oder zu schwach. Der letzte Rest Hoffnung verdampfte in der 88. Minute, als Hermann Hoffmann nach einem rustikalen Einsteigen gegen Eusebio Rot sah. "Ich wollte nur den Ball treffen", schwor Hoffmann, während sein Trainer die Augen verdrehte.

Leverkusen spielte die Partie anschließend mit stoischer Ruhe zu Ende, fast schon genüsslich. Samuel Roades hätte in der Nachspielzeit beinahe noch erhöht, scheiterte aber an Heise. Als der Schlusspfiff ertönte, klatschte das Publikum zufrieden - es war ein Sieg der Reife, nicht des Zufalls.

Statistisch gesehen war alles klar: 16:9 Torschüsse, 61 Prozent Ballbesitz, 52,5 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Rohrbach hielt tapfer dagegen, aber das Spiel glich einer Schachpartie, bei der der eine König noch alle Figuren hatte und der andere nur noch den Bauern auf f7.

"Wir haben uns heute selbst belohnt", sagte Trainer Meister Leverkusen nach dem Spiel. "Und ich habe Miroslav versprochen, dass er beim nächsten Mal auch mal einen Elfmeter schießen darf - wenn wir überhaupt einen kriegen." Ljuboja grinste nur und meinte: "Hauptsache, der Ball ist drin. Egal wie."

Ein Abend also ganz nach dem Geschmack der heimischen Fans. Und während Rohrbach mit hängenden Köpfen in den Mannschaftsbus stieg, verabschiedeten sich die Leverkusener mit einem Lächeln. Vielleicht, weil sie wissen: Wer so spielt, darf schon mal vom oberen Tabellendrittel träumen.

Oder, wie es ein Fan beim Rausgehen trocken zusammenfasste: "Wenn das die zweite Liga wäre, hätt’s heute 5:0 gestanden."

06.07.2026 21:42
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