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Lundqvists Linke zündet - TSV Rundhof ringt SV Beuel 1:0 nieder

Es gibt Fußballabende, an denen das Ergebnis mehr erzählt als jede Statistik. Der 16. Spieltag der 1. Liga Deutschland bot genau so einen: 1:0 hieß es am Ende für den TSV Rundhof gegen den SV Beuel - ein Resultat, das nüchtern klingt, aber auf dem Rasen alles andere als langweilig war. 53.284 Zuschauer im ausverkauften Rundhof-Stadion sahen ein Spiel mit Leidenschaft, Lautstärke und einem isländischen Helden, der mit seiner linken Klebe den Unterschied machte.

Schon früh war klar, dass Rundhofs Trainer Du Dado seinen Jungs eine klare Marschrichtung mitgegeben hatte: volle Offensive, egal was kommt. "Ich habe ihnen gesagt, sie sollen heute einfach Spaß haben - und zur Not eben zehnmal draufhalten", grinste Dado später, als er die Statistik sah: 12 Schüsse aufs Tor, fast doppelt so viele wie noch in der Vorwoche.

Doch zu Beginn war es der SV Beuel, der gefährlich nach vorn spielte. In der achten Minute prüfte Bernt Burger mit einem sauberen Flachschuss den Rundhofer Keeper Liam Hensley, der sich lang machte wie ein Gummiband. Kurz darauf folgte Christoph Schulz mit einem Volley, der nur knapp am Pfosten vorbeirauschte. Trainer Rene Kuhl ballte die Faust - nicht aus Freude, sondern weil er ahnte: Solche Chancen bekommt man gegen Rundhof nicht oft.

Die Hausherren brauchten eine Weile, um ins Rollen zu kommen. Goran Ilicevic und Pal Huszti versuchten es mehrfach, doch ihre Abschlüsse landeten eher im Fangnetz als im Tor. Dann, in der 49. Minute, passierte das, was die Fans schon gespürt hatten: Bjarni Lundqvist, der bullige Isländer auf der linken Seite, zog nach innen, bekam den Ball von John Hartshorn in den Lauf - und zimmerte das Leder trocken ins rechte Eck. 1:0 für Rundhof, das Stadion explodierte. "Ich hab einfach draufgehauen", sagte Lundqvist später mit einem Schulterzucken. "Vielleicht war’s Glück - oder nordischer Instinkt."

Beuel wirkte getroffen, aber nicht gebrochen. Tiago Almeida und Jürgen Michels versuchten, das Spiel an sich zu reißen, doch ihre Schüsse fanden in Hensley einen sicheren Schlussmann. Stattdessen wurde das Spiel ruppiger. In der 76. Minute sah Rundhofs Linksverteidiger Callum Farnsworth Gelb, nachdem er Michels etwas zu enthusiastisch an der Außenlinie begrüßte. "Ich wollte nur Hallo sagen", brummte Farnsworth nach dem Abpfiff - sein Trainer verdrehte nur die Augen.

Dado reagierte taktisch clever: Fortun kam schon zur Halbzeit für Huszti, später folgten Aguas und Tartman. "Wir wollten frische Beine - und ein bisschen Chaos vorne", erklärte der Coach. Tatsächlich sorgte der eingewechselte Arik Tartman noch für Wirbel, auch wenn er selbst nicht traf. Auf der Gegenseite schickte Kuhl mit dem 17-jährigen Jannis Burkhardt einen Debütanten aufs Feld. Der Junge hielt sich tapfer, auch wenn ihm Bjarni Lundqvist einmal so resolut den Ball abnahm, dass der Nachwuchsmann wohl noch im Schlaf davon träumt.

In den Schlussminuten mobilisierte Beuel alles, was noch in den Beinen steckte. Michels prüfte Hensley in der 91. und 96. Minute - beide Male blieb der Keeper Sieger. "Wenn du so einen Typen hinten drin hast, brauchst du keine Baldriantropfen", lobte Dado seinen Torwart.

Kurz vor Schluss dann ein Schreckmoment: Torschütze Lundqvist blieb nach einem Zweikampf liegen. Das Stadion hielt den Atem an, aber der Isländer humpelte mit einem Grinsen vom Platz. "Nur ein Krampf", winkte er ab. "Oder vielleicht zu viel Jubel."

Statistisch gesehen war es ein Duell auf Augenhöhe: 49 Prozent Ballbesitz für Rundhof, 51 für Beuel. Auch die Zweikampfquote war fast ausgeglichen - 50,03 zu 49,97 Prozent. Doch wer die Tore schießt, gewinnt, und an diesem Abend war das eben der TSV Rundhof.

Beuels Trainer Kuhl nahm es mit Galgenhumor: "Wir wollten kontern, aber dafür braucht man Tore. Vielleicht versuchen wir’s nächste Woche mal mit Angreifen."

Und so endete ein intensiver, manchmal wild romantischer Fußballabend mit einem knappen, aber verdienten 1:0 für den TSV Rundhof. Die Fans sangen, die Spieler fielen sich in die Arme - und irgendwo im Hintergrund stand Lundqvist mit einem Eisbeutel auf der Wade und einem breiten Lächeln.

"Manchmal", sagte er leise, "reicht ein Schuss, um einen Abend perfekt zu machen."

Ein Schuss, ein Sieg - und ein weiterer Beweis, dass Fußball eben dann am schönsten ist, wenn er keine Schönheitspreise gewinnt.

11.12.643999 08:27
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