Sportexpress
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Lüner SV dreht turbulentes Spiel gegen Hordel - 3:2 nach purem Wahnsinn

Es war einer dieser Abende, an denen der Fußballgott offenbar kurz einkaufen war, bevor er in Minute 65 mit einem breiten Grinsen zurückkehrte. Der Lüner SV besiegte den TuS Hordel am 15. Spieltag der 2. Liga Deutschland mit 3:2 (0:1) - und die 23.798 Zuschauer im Stadion erlebten ein Wechselbad der Gefühle zwischen Frust, Hoffnung und Ekstase.

Die Hordeler begannen forsch, aggressiv und - man muss es ihnen lassen - ziemlich clever. Schon nach zwölf Minuten klingelte es: Ernst Kunkel, der flinke Linksaußen mit der Stopptechnik eines Zauberers, vollendete nach einem präzisen Zuspiel von Günther Pfeiffer zum frühen 0:1. Auf der Lüner Bank sprang Trainer Markus Hering auf, warf die Arme in die Luft und schrie etwas, das wohl eine Mischung aus "Aufwachen!" und "Das kann doch nicht wahr sein!" war.

Von da an war Lünen zwar bemüht, aber ideenlos - Tal Arens drosch in der 18., 21., 31. und 32. Minute aufs Tor, allerdings eher so, als wolle er prüfen, ob die Stadiontribüne hinter dem Tor noch steht. "Ich hatte einfach Pech im Fuß", grinste Arens später selbstironisch in der Mixed Zone. "Oder der Ball hatte Angst vor dem Tor."

Mit 0:1 ging es in die Pause, und die Stimmung in der Kabine war laut Kapitän Jesus Mann "so still, dass man die Gummisohlen der Physios quietschen hörte". Doch Hering fand offenbar die richtigen Worte. "Ich hab ihnen gesagt: Wenn ihr schon schön verliert, dann wenigstens mit offenen Augen", verriet der Coach lachend nach dem Spiel.

Und siehe da: Kaum fünf Minuten nach Wiederanpfiff brachte Evan Poulin sein Team zurück. Ausgerechnet der linke Mittelfeldmann, der zuvor kaum auffiel, hämmerte den Ball nach Vorlage von Louis Kendall zum 1:1 ins Netz (51.). Der Jubel war ohrenbetäubend, und im Fanblock wurde bereits der Grill wieder angeworfen - Fußballromantik made in Lünen.

Nur sechs Minuten später war es Thomas Williamson, der nach feiner Vorarbeit von Agustin Borreguero das 2:1 erzielte (57.). Der Engländer mit dem Charme eines Straßenkickers riss die Arme hoch und brüllte: "Das war überfällig!" - was selbst die Hordeler Fans ihm nicht übelnahmen.

Doch Hordel gab sich nicht geschlagen. Trainerin Ute Finkeldy reagierte sofort: Sie brachte den jungen Olav Anders ins Mittelfeld - ein kluger Schachzug. In der 63. Minute bedankte sich Tim Pfeiffer auf seine Weise: Nach Vorlage von Anders drückte er den Ball zum 2:2 über die Linie. Die Gäste, die mit leichtem Übergewicht im Ballbesitz (52,7 %) und langen Bällen operierten, witterten plötzlich wieder ihre Chance.

Aber Lünen hatte an diesem Abend das letzte Wort - und was für eines! Nur zwei Minuten nach dem Ausgleich, in der 65. Minute, zirkelte Duarte Barros einen Ball butterzart auf den Kopf von Dominique Marcel, der mit Wucht zum 3:2 einköpfte. "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass er reingeht", gab Marcel später zu. "Hat ja geklappt."

Danach wurde es wild. Hordel drückte, Lünen konterte, und der Schiedsrichter bekam mehr zu tun als ihm lieb war. In der 78. Minute musste Lünen-Verteidiger Henri Browning verletzt raus - Trainer Hering schickte eilig Sergio Santos aufs Feld, während er brüllte: "Bloß keine Zauberei mehr da hinten!" Kurz vor Schluss sah Duarte Barros noch Gelb (89.), weil er den Ball etwas zu temperamentvoll weggeschlagen hatte. "Ich wollte nur Zeit schinden", grinste der Portugiese nachher, "aber anscheinend war’s zu offensichtlich."

Die Statistik zeigte am Ende ein ausgeglichenes Spiel: 14 Torschüsse für Lünen, 12 für Hordel, Ballbesitz leicht bei den Gästen, Zweikampfquote hauchdünn zugunsten der Hausherren (51,6 %). Doch entscheidend war der Wille. "Wir haben heute gezeigt, dass wir nicht nur grätschen, sondern auch treffen können", sagte Trainer Hering mit einem Augenzwinkern.

Hordels Coach Finkeldy nahm die Niederlage gefasst: "Wenn du drei Tore kassierst und trotzdem das Gefühl hast, du warst nicht schlecht, dann war’s wohl so ein Fußballabend."

Ein Fußballabend war es in der Tat - mit allem, was dazugehört: Drama, Humor, Schmerz und einem Hauch Chaos.

Und irgendwo zwischen der 65. und der 90. Minute dürfte der Fußballgott leise genickt haben. Vielleicht hat er sich sogar gedacht: "Na gut, Lünen, heute habt ihr’s euch verdient."

29.11.643999 11:27
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert.
Olaf Thon
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager