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2. Bundesliga | 8. Spieltag | 24.09.26 | Lüner SV - Weiler im Allgäu 3:0 Die Partie begann mit einem Lüner SV, der offensiv ausgerichtet war, aber nicht kopflos nach vorn stürmte. Trainer Markus Hering hatte seine Mannschaft auf kontrolliertes Spiel und sichere Abschlüsse eingestellt. Das klang auf dem Papier vernünftig und sah auf dem Rasen zunächst auch so aus - ungefähr so aufregend wie ein Steuerbescheid. Fabio Mocana prüfte früh das Tor, Max Gerlach versuchte es in der siebten Minute, doch Weilers Torhüter Robert Schöne blieb zunächst unbeschäftigt genug, um sich nicht über mangelnde Handschuheinsätze zu beklagen. Auf der Gegenseite sorgten Ophir Kashtan, Yannik Arnold und Carsten Vetter mit Abschlüssen für Unruhe. Weiler griff bevorzugt über die Flügel an, Lüner suchte den ausgewogenen Weg durch das Zentrum. Die Ideen waren erkennbar, die Präzision blieb jedoch zunächst im Mannschaftsbus. Nach 45 Minuten stand es folgerichtig 0:0. "Wir wollten nicht nervös werden, nur weil der Ball noch nicht im Tor war", sagte Hering später in einer Szene, die man sich am Spielfeldrand ziemlich genau so vorstellen konnte. "Das wäre ja eine unnötige Zusatzaufgabe gewesen." Sein Gegenüber Mino Raiola soll seiner Mannschaft zugerufen haben: "Weiter über außen!" Ein Satz, der taktisch korrekt und zugleich so vage war, dass vermutlich jeder Spieler darunter etwas anderes verstand. Kurz nach Wiederbeginn platzte dann der Knoten. In der 49. Minute traf Claus Scholz zur Führung für Lüner. Der 18 Jahre alte Rechtsaußen vollendete nach Vorarbeit von Inigo Santoyo und verwandelte die bis dahin eher theoretische Überlegenheit in Zählbares. Weiler musste nun mehr riskieren, während Lüner genau das bekam, was die eigene Taktik vorgesehen hatte: Räume und Zeit. Die Gastgeber hatten am Ende neun Torschüsse, Weiler sechs. Beim Ballbesitz lagen beide Teams beinahe gleichauf: 50,53 Prozent für Lüner, 49,47 für die Gäste. Es war also keineswegs ein Spiel, in dem eine Mannschaft den Ball versteckte und die andere ihn suchte. Lüner war schlicht zielstrebiger, wenn es darauf ankam. In der 72. Minute erhöhte Fabio Mocana auf 2:0. Der Mittelstürmer hatte zuvor bereits mehrfach den Abschluss gesucht und belohnte seine Beharrlichkeit schließlich mit dem Treffer nach Zuspiel von Gudmund Nilsson. Drei Minuten später war Mocana erneut zur Stelle. Diesmal legte Godewyn Van Tassel auf - 3:0, Doppelpack, Feierabend für Weilers Hoffnungen. Dazwischen hatte Lüner mehrfach umgebaut. Arne Jaeger kam bereits in der 38. Minute für Vicente Brito, später ersetzte Max Gerlach Thomas Williamson, während Baltsar Pettersson für den Torschützen Scholz ins Spiel kam. Weiler reagierte nach einer Stunde gleich dreifach, doch die Wechsel brachten keinen Umschwung. Die Gäste kamen durch Kashtan, Vetter und Jürgen Linke noch zu Abschlüssen, aber nicht mehr zum Anschluss. Scholz sah früh Gelb, Jose Rueda folgte in der 82. Minute. Ansonsten blieb die Begegnung bemerkenswert diszipliniert. Lüner gewann zudem 52,46 Prozent der Zweikämpfe - kein überwältigender Wert, aber offenbar genau genug, um Weiler den Abend zu verderben. "Nach dem ersten Tor war mehr Ruhe da", soll Mocana nach dem Spiel gesagt haben. "Nach dem zweiten war sie wieder weg - bei uns vor Freude, bei Weiler aus anderen Gründen." Ein Satz mit der nötigen Sachlichkeit und einem kleinen Seitenhieb. So blieb am Ende ein klarer Heimsieg: 3:0, drei Tore nach der Pause und ein Lüner SV, der aus einem Geduldsspiel eine Party machte. Weiler im Allgäu darf sich immerhin damit trösten, fast die Hälfte des Ballbesitzes gehabt zu haben. Im Fußball ist das manchmal viel. An diesem Abend war es vor allem fast. 24.09.2026 21:28 |
Sprücheklopfer
Der kann noch 100 Jahre spielen, der wird uns nie überholen.
Uli Hoeneß über Christoph Daum