Sportexpress
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Lüner SV schießt sich in Hordel warm - TuS chancenlos beim 0:2

Wenn 24.369 Zuschauer an einem frostigen Januarabend ins Stadion kommen, dann erwarten sie Drama, Leidenschaft - und wenigstens einen Torschuss ihres Teams. Die Fans des TuS Hordel bekamen immerhin Letzteres: zwei. Damit ist aber auch schon fast alles über diesen 6. Spieltag der 2. Liga Deutschland gesagt, an dessen Ende ein souveräner 0:2-Auswärtssieg des Lüner SV stand.

Von Beginn an diktierte Lünen das Geschehen, als hätten sie die Spieluhr gleich mitgekauft. 59 Prozent Ballbesitz, 21 Torschüsse - die Zahlen lesen sich wie aus einem Trainingsspiel gegen die eigene U19. Bereits in der 2. Minute prüfte Isidoro Pascual mit einem beherzten Linksschuss Hordels Keeper Davide Lorenzo, der sich fortan nicht über Langeweile beklagen durfte. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", grinste der junge Torwart nach dem Spiel, "aber ich glaub, ich hab mehr Paraden als Pässe gespielt."

In der 27. Minute war dann aber auch Lorenzo machtlos. Nael Gelmirez, der zentrale Mittelfeldmotor der Lüner, zog nach feinem Zuspiel von Roberto Meira aus 18 Metern ab - präzise, trocken, unhaltbar. 0:1. Trainer Markus Hering klatschte an der Seitenlinie verhalten, als hätte er gerade den Wetterbericht abgenickt. Später erklärte er: "Das war genau unser Plan - ruhig bleiben, spielen lassen, treffen, wieder ruhig bleiben."

TuS Hordel wirkte da schon etwas weniger ruhig. Trainerin Ute Finkeldy schickte ihre Elf in einer offensiven, konterorientierten Grundordnung aufs Feld, doch was auf dem Papier nach Mut aussah, entpuppte sich auf dem Rasen als Dauerstress. Jeder Ballgewinn war sofort wieder Ballverlust. "Wir wollten lange Bälle spielen", sagte Finkeldy nach dem Spiel, "aber die kamen meistens nur lang - und selten als Ball."

In der 40. Minute dann der erste Schockmoment: Der 18-jährige Marwin Rodriguez verletzte sich ohne gegnerische Einwirkung am rechten Fuß. Während er humpelnd vom Platz geführt wurde, murmelte ein älterer Zuschauer auf der Tribüne: "Wenn der so weiterläuft, schafft er es noch zum Schiedsrichter." Für Rodriguez kam Curt Schöne, der prompt versuchte, das Spiel zu beleben - allerdings mehr verbal als spielerisch.

Nach der Pause änderte sich am Kräfteverhältnis wenig. Tomasz Hajto, Lüner Innenverteidiger mit der Gelben Karte von Minute 46, verteilte Kommandos wie ein Feldwebel im Strafraum. Vorne wirbelte Alfonso Mingo, schoss aus allen Lagen und scheiterte aus allen Lagen. Hordel kam in der 56. Minute durch Sascha Günther immerhin zu einem Schuss aufs Tor - der Ball landete in den Händen von Damian Zytko, der sich wohl innerlich bei seinem Abwehrchef für die kurze Unterbrechung bedankte.

Als das Spiel in die Schlussphase ging, ahnte man: Wenn hier noch was passiert, dann auf das Tor von Hordel. Und so kam es. In der 84. Minute zog Gelmirez erneut aus zentraler Position ab, diesmal nach schöner Vorarbeit von Patrick Gagnon. Wieder zappelte der Ball im Netz, wieder jubelten die Gäste, wieder blieb Lorenzo chancenlos. "Ich hab kurz überlegt, ob ich einfach mitjubel", witzelte der Keeper später, "so sah’s wenigstens gewollt aus."

Hordel versuchte in den letzten Minuten noch einmal Pressing - laut Statistik das erste Mal im Spiel. Der Einsatz stieg, die Präzision sank. In der 91. Minute holte sich Verteidiger Klaus Merkel noch eine Gelbe Karte ab, als er Gelmirez am Trikot festhielt. "Ich wollte nur wissen, aus welchem Material das ist", scherzte der junge Abwehrspieler danach.

Am Ende stand ein 0:2, das deutlicher war, als es auf dem Papier klingt. Lünen spielte abgeklärt, technisch stark und mit bemerkenswerter Geduld. TuS Hordel dagegen kämpfte, lief, rackerte - und blieb trotzdem chancenlos. "Wir haben ein gutes Spiel gemacht", sagte Trainerin Finkeldy mit einem tapferen Lächeln. "Leider war der Gegner besser. Und das war heute leider sichtbar."

Nael Gelmirez, Doppeltorschütze und Mann des Abends, nahm den Pokal für den Spieler des Spiels entgegen und sagte bescheiden: "Ich hab einfach geschossen, wie im Training. Nur dass diesmal jemand zugeguckt hat."

Ein ironisches Schlusswort? Vielleicht dieses: Wenn TuS Hordel beim nächsten Spiel wieder so offensiv antritt, sollten sie wenigstens vorher prüfen, ob der Gegner Lust auf Training hat. Lünen hatte sie - und das war letztlich der Unterschied.

27.03.643987 17:17
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Früher passten seine Freunde in einen Eisenbahnwaggon, heute in ein Goggomobil.
Rainer Calmund über Berti Vogts
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager