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Lüner SV zerlegt Hordel - und lässt nur eine Frage offen

2. Bundesliga | 2. Spieltag | 12.08.26 | Lüner SV - TuS Hordel 4:1

Was für ein Abend am zweiten Spieltag der 2. Bundesliga: Vor 19.590 Zuschauern hat der Lüner SV den TuS Hordel mit 4:1 (3:1) geschlagen. Es war ein Spiel, das bereits nach wenigen Minuten klarmachte, wer an diesem Mittwochabend um 20.30 Uhr die bessere Laune haben würde. Spoiler: nicht die Gäste.

Lüner begann offensiv, zielstrebig und mit jener angenehmen Unverschämtheit, die Fußballmannschaften entwickeln, wenn sie früh merken, dass der Gegner heute nicht seinen besten Tag erwischt hat. Bereits in der 2. Minute prüfte Gerhard Baer TuS-Torwart Kay Fuhrmann. Vier Minuten später versuchte es Baer erneut, ehe Hartmut Probst in der 6. Minute nachlegte. Der dritte Versuch saß: Probst traf nach Vorarbeit von Alex Juarez zum 1:0.

"Wir wollten von Anfang an zeigen, dass wir nicht zum höflichen Abtasten hier sind", sagte Lüner-Trainer Markus Hering sinngemäß nach dem Spiel. "Das ist uns gelungen. Vielleicht sogar ein bisschen zu deutlich."

Hordel fand danach zwar besser in die Partie, blieb aber zunächst vor allem über lange Bälle und Konter gefährlich. Tim Pfeiffer und Tomasz Miller kamen zu Abschlüssen, David Drulak versuchte sein Glück ebenfalls. Insgesamt sollte es für Hordel bei fünf Torschüssen bleiben. Lüner brachte es auf 21 - eine Statistik, bei der selbst der Ball vermutlich irgendwann um eine Pause gebeten hätte.

In der 36. Minute keimte bei den Gästen Hoffnung auf. Robert Held traf nach Zuspiel von Günther Pfeiffer zum 1:1. Für einen kurzen Moment sah es so aus, als könnte Hordel die Partie in eine andere Richtung lenken. "Wir dachten: Jetzt sind wir drin", lautete die sinngemäß wiedergegebene Einschätzung von Trainerin Ute Finkeldy. "Leider waren wir dann eher kurz drin und schnell wieder draußen."

Denn Lüner antwortete noch vor der Pause mit Nachdruck. In der 41. Minute erzielte Thomas Williamson das 2:1, vorbereitet von Henri Browning. Zwei Minuten später erhöhte Gerhard Baer nach Vorarbeit von Juarez auf 3:1. Hordel hatte damit binnen sieben Minuten zwei Gegentreffer kassiert - eine Art von Gastfreundschaft, die niemand bestellt hatte.

Zur zweiten Halbzeit wechselte Hordel dreifach, unter anderem kamen Tiago Valente, Meik Heine und Joshua Klein ins Spiel. Kurz darauf musste Meir Goldmann verletzungsbedingt passen. Lüner kontrollierte das Geschehen weiterhin, obwohl Hordel mit 52,1 Prozent etwas mehr Ballbesitz hatte. Der Lüner SV machte aus seinen 47,9 Prozent allerdings deutlich mehr. Besitz ist eben nicht automatisch Eigentum.

Die Gastgeber blieben gefährlich, schossen weiter aus allen vernünftigen und einigen weniger vernünftigen Lagen. Guillermo Valente verpasste zunächst, ehe er in der 80. Minute nach Zuspiel von Browning zum 4:1 traf. Der Mittelstürmer hatte damit seinen Abend endgültig vergoldet.

In der Schlussphase wurde es noch einmal unruhig. Sergio Santos sah in der 53. Minute Gelb, Henri Browning in der 84. Minute ebenfalls - und nur eine Minute später Gelb-Rot. Lüner musste die letzten Minuten also in Unterzahl bestreiten, doch Hordel fehlte an diesem Abend schlicht die Durchschlagskraft.

"Wir haben heute vieles richtig gemacht", sagte Hering sinngemäß. "Nur die letzten Minuten hätten wir vielleicht etwas entspannter gestalten können." Das ist ein vernünftiger Vorsatz. Aber bei einem 4:1 darf man sich auch einmal erlauben, den Puls erst nach dem Abpfiff wiederzufinden.

14.08.2026 11:42
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