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Bundesliga | 29. Spieltag | 09.09.26 | VfB Merseburg - SV Beuel 0:0 Vor 36.993 Zuschauern, die um 20.30 Uhr zunächst auf ein Spektakel und später vermutlich auf eine Erklärung hofften, begann Merseburg offensiv, aber mit der Geduld einer Mannschaft, die unbedingt den richtigen Moment finden wollte. Trainer Dieter Bergmann hatte seine Elf offensiv ausgerichtet, setzte auf Konter und sichere Abschlüsse. Das klingt auf dem Papier etwas widersprüchlich, sah auf dem Rasen aber zunächst nach kontrollierter Belagerung aus. Amaury Brito eröffnete in der 14. Minute die persönliche Reihe der vergeblichen Warnschüsse. Amadeus Warzycha versuchte es drei Minuten später, Joel Harrington folgte in der 18. Minute. Brandon Benett prüfte das Tor in der 20. und 32. Minute, Sean Lester in der 26. Minute. Merseburg sammelte Chancen wie andere Menschen Pfandflaschen - nur war der Ertrag ähnlich überschaubar. "Wir wollten geduldig bleiben und nicht aus jeder Lage schießen", sagte Bergmann nach der Partie sinngemäß. "Das hat bis zu einem gewissen Punkt funktioniert. Danach haben wir aus jeder Lage geschossen." Der VfB hatte 60,09 Prozent Ballbesitz und bestimmte das Spielzentrum. Freddie Bradshaw und Marko Dudic schoben immer wieder an, Harrington und Benett suchten die Räume auf den Außenbahnen. In der 37. Minute kam Bradshaw zum Abschluss, kurz darauf Warzycha. David Itzhaki versuchte es in der 38. Minute, Benett in der 41. und 43. Minute. Kurz vor der Pause durfte Harrington noch einmal ran. Der Ball blieb jedoch konsequent dort, wo er aus Merseburger Sicht am wenigsten gebraucht wurde: außerhalb des Beueler Tores. Der SV Beuel verteidigte kompakt und lauerte auf Konter. Trainer Rene Kuhl ließ seine Mannschaft ebenfalls offensiv auf dem Papier auftreten, praktisch aber vor allem aufmerksam stehen. Das erste Lebenszeichen setzte Roberto Canepa in der 47. Minute. Dennis Merz folgte in der 64. Minute - und damit war die Beueler Torschussbilanz vollständig. Zwei Versuche, null Treffer, ein Punkt. Effizienz kann manchmal aussehen wie Minimalismus mit Fußballschuhen. "Wir wussten, dass Merseburg viel Ballbesitz haben würde", wurde Kuhl nach dem Abpfiff zitiert. "Unser Plan war, ruhig zu bleiben. Sehr ruhig. Vielleicht waren wir dabei ein bisschen zu erfolgreich." Merseburg ließ nicht nach. Benett kam in der 53., 59. und 66. Minute zu weiteren Möglichkeiten, Brito in der 56. Minute. Harrington schoss in der 57. Minute, Dudic in der 61. und später noch einmal in der 83. und 85. Minute. In der Nachspielzeit bekam Bradshaw sogar noch die Gelegenheit, das längst fällige Tor zu erzwingen. Doch der Abend blieb torlos - trotz aller Bemühungen, trotz des klaren Übergewichts und trotz eines Merseburger Pressings, das in der Schlussphase endlich deutlich aggressiver wurde. Die Einwechslungen von Jorge Adao und Santiago de la Sota brachten frische Beine, aber keine Erlösung. Beuel wechselte ebenfalls, verteidigte weiter und nahm am Ende einen Punkt mit, der sich für Merseburg wie zwei verlorene anfühlen dürfte. So blieb das 0:0 (0:0) bestehen. Der VfB hatte das Spiel, die Bälle, die Abschlüsse und vermutlich auch die besseren Argumente. Beuel hatte das, was im Fußball gelegentlich genügt: kein Gegentor. Tore wären trotzdem hilfreich gewesen. Nur so als Idee. 09.09.2026 21:44 |
Sprücheklopfer
Wenn mein Vater da gewesen wäre, hätte sich mein Leben vollkommen anders entwickelt. Viel zielgerichteter. Dann wäre meine Mutter zu Hause gewesen. Ich hätte vernünftig für die Schule gearbeitet, einen normalen Beruf erlernt und wäre nicht in den Fußball abgedriftet.
Felix Magath