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Merseburg tanzt - Bad Kleinen stolpert: VfB siegt 2:0 mit Abwehrpower

Ein Flutlichtspiel, 31.998 Zuschauer, Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt - und ein VfB Merseburg, der an diesem dritten Spieltag der 1. Liga Deutschland so tat, als hätte man ihm vor Anpfiff einen doppelten Espresso intravenös verabreicht. 2:0 hieß es am Ende gegen Bad Kleinen, und das nicht etwa durch die üblichen Verdächtigen im Sturm, sondern durch zwei Herren, die sonst lieber hinten aufräumen: Linksverteidiger Rafet Karaer und Innenverteidiger Cristobal Veloso.

"Ich hab einfach mal draufgehalten. Normalerweise fliegt der irgendwo auf den Parkplatz", grinste Karaer nach dem Spiel, während er den Ball des 1:0 in der 29. Minute noch einmal liebevoll in der Kabine streichelte. Tatsächlich war es ein Schuss, der so gar nicht nach Abwehrspieler roch: satt, präzise, unhaltbar. Die Vorlage kam von Mark Bayer, der an diesem Abend überhaupt mehr wirkte wie ein Duracell-Hase in grün-weißen Farben als wie ein klassischer Mittelfeldarbeiter.

Nur drei Minuten später dann das 2:0 - und wieder war Bayer beteiligt. Nach einer Ecke reagierte Veloso am schnellsten, stocherte die Kugel über die Linie und verschwand im Jubelhaufen. Trainer Dieter Bergmann kommentierte später trocken: "Wenn meine Verteidiger anfangen, Tore zu schießen, weiß ich, dass der Plan funktioniert."

Bad Kleinen hingegen wirkte, als hätte man die Spielanweisung im Bus vergessen. Zwar hielt man phasenweise ordentlich mit - 46 Prozent Ballbesitz sind kein Weltuntergang - doch die acht Torschüsse blieben harmlos wie ein nasser Wattebausch. Besonders der junge Fernando Jorge, 19 Jahre alt und Stürmer mit dem Nachnamen eines südamerikanischen Poeten, versuchte sich mehrfach an VfB-Torwart Vahit Üzülmez, fand aber stets in dessen Handschuhen sein Ende.

Die Gäste wechselten früh und oft, suchten nach Stabilität, fanden aber eher Verwirrung. In der 55. Minute kam Kay Esser für Marcel Krebs, um "Ruhe reinzubringen", wie Trainer Cw WC später erklärte. "Hat ja fast geklappt", murmelte er mit einem gequälten Lächeln, als sein Team kurz darauf die nächste brenzlige Szene überstehen musste.

Merseburg blieb offensiv. Otto Justesen prüfte den Gästekeeper gleich mehrfach (11., 33., 49., 50., 52. Minute), doch der dritte Treffer wollte nicht fallen. "Ich dachte, ich krieg irgendwann ein Treueprogramm für Torschüsse", witzelte der Däne nach Abpfiff.

Die zweite Halbzeit verlief dann wie ein gemütlicher Winterspaziergang: wenig Risiko, viel Kontrolle. Der VfB spielte den Ball mit 53,9 Prozent Ballbesitz sicher durch die eigenen Reihen, während Bad Kleinen darauf hoffte, dass vielleicht doch noch ein Wunder geschieht. Stattdessen hagelte es in der 65. Minute eine Gelbe Karte für Joschua Pfeifer - sinnbildlich für einen Abend, an dem die Gäste stets einen Schritt zu spät kamen.

Trainer Bergmann brachte in der Schlussphase noch frische Beine: Connor Thuringer kam für den fleißigen Ilias Theodoridis, und kurz vor Schluss durfte sogar Nachwuchsmann Uwe Lee noch ein paar Minuten Erstligaluft schnuppern. "Ich hab gehofft, dass er wenigstens einmal den Ball berührt", meinte Bergmann mit einem Augenzwinkern. "Aber er hat immerhin gut gestanden - auf dem Platz."

Bad Kleinen versuchte es in den letzten Minuten mit viel Herz, aber wenig Struktur. Fernando Jorge hatte kurz vor Schluss noch eine Kopfballchance (84.), doch Üzülmez pflückte das Ding herunter, als wäre es ein überreifer Apfel.

Am Ende blieb es beim 2:0 - ein Ergebnis, das klarer war, als es die Zahlen vielleicht nahelegen. 20:8 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache. "Wir haben das Spiel verdient gewonnen", resümierte Bergmann, "aber wir müssen uns fragen, warum unsere Verteidiger mehr Tore schießen als unsere Stürmer."

Bad-Kleinen-Coach WC fasste es in seiner gewohnt trockenen Art zusammen: "Wenn du vorne keine triffst und hinten zwei kassierst, ist das mathematisch schwierig."

Die Zuschauer gingen zufrieden nach Hause, viele mit dem Gefühl, dass Merseburg in dieser Saison mehr vorhat, als nur die Klasse zu halten. Und irgendwo in der Kabine soll Karaer noch gesungen haben: "Ich bin der neue Mittelstürmer!" - was seine Mitspieler prompt mit Gelächter quittierten.

Man darf gespannt sein, ob Bergmann ihn im nächsten Spiel tatsächlich weiter vorne aufstellt. Wenn ja, sollte er vielleicht schon mal das Tor anpeilen - notfalls wieder vom Parkplatz aus.

20.02.643987 12:30
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Ich kann nicht sagen, dass ich es nicht gesagt habe, weil ich es gesagt habe.
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