// Startseite
| Sportexpress |
| +++ Sportzeitung für Deutschland +++ |
|
|
|
2. Bundesliga | 20. Spieltag | 25.07.26 | Weiler im Allgäu - FV Bad Urach 0:0 Weiler im Allgäu und der FV Bad Urach trennten sich am 20. Spieltag der 2. Bundesliga vor 20.502 Zuschauern 0:0. Ein Ergebnis, das deutlich langweiliger aussieht, als sich die 95 Minuten am Samstagabend tatsächlich anfühlten. Schon nach einer Minute setzte Bad Urachs Marcus Fischer mit seiner Gelben Karte das erste Zeichen. Pädagogisch wertvoll war es eher nicht. Nur eine Minute später prüfte Julien Langlois erstmals die Weilerer Defensive. Die Gastgeber antworteten in der siebten Minute durch Mittelstürmer Jannick Fritsch. Damit war die Dramaturgie des Abends früh geklärt: schießen ja, treffen nein. Bad Urach übernahm mit langen Bällen und viel Ballbesitz die Kontrolle. Frank Keller versuchte es in der 15. und 23. Minute, dazwischen zielte Elias Rodriguez auf das Tor, wenig später auch Marco Stark. Weiler hielt mit Damian Vasco sowie dem erst 17 Jahre alten Rechtsverteidiger Andreas Brunner dagegen. Ophir Kashtan schloss in der 37. Minute ab, Mike Klein antwortete vier Minuten später für die Gäste. "Ich habe irgendwann gefragt, ob die Tore vielleicht fünf Zentimeter kleiner geliefert wurden", sagte Weilers Trainer Mino Raiola mit trockenem Lächeln. Der Platzwart soll daraufhin kurz Maß genommen haben. Ergebnis der inoffiziellen Untersuchung: Die Tore waren korrekt, nur die Abschlüsse nicht gut genug. Taktisch blieb Weiler seiner offensiven Ausrichtung treu, suchte bevorzugt die Flügel und wollte klare Chancen herausspielen. Bad Urach agierte ausgewogener, verzichtete lange auf aktives Pressing und schlug bevorzugt lange Pässe. Das brachte den Gästen 59,9 Prozent Ballbesitz, Weiler kam auf 40,1 Prozent. Nur: Ballbesitz ist bekanntlich wie ein schicker Dienstwagen - angenehm, aber er fährt nicht automatisch ins Tor. Nach der Pause erhöhte Weiler den Druck. Herman Sundström schoss in der 55. Minute, Kashtan zwei Minuten später. Trainer Raiola wechselte nach einer Stunde gleich dreifach: Tomasz Stoll, Yannik Arnold und Carsten Vetter kamen für Fritsch, Sundström und Vasco. Kashtan, mit insgesamt vier Abschlüssen auffälligster Weilerer Angreifer, versuchte es in der 64. Minute erneut. "Ich hätte heute wahrscheinlich noch bis Mitternacht schießen können", sagte der 18-Jährige. "Irgendwann entwickelt man ja eine persönliche Beziehung zum gegnerischen Torwart." Bei Bad Urach musste Werner Schultz in der 70. Minute seinen Platz zwischen den Pfosten für Olaf Wilhelm räumen. Eine Minute später sah Hermann Nowak Gelb. Dann holte Fischer seine frühe Verwarnung wieder ein: In der 80. Minute wurde der Linksverteidiger mit Gelb-Rot vom Platz geschickt. Sein Arbeitstag hatte mit einer Karte begonnen und endete folgerichtig mit einer zweiten - eine gewisse Konsequenz kann man ihm also nicht absprechen. In Überzahl drängte Weiler auf den Sieg. Kashtan schloss in der 86. Minute ab, eine Minute später versuchte es der eingewechselte Vetter. Bad Urach verteidigte nun mit vollem Einsatz, aggressivem Pressing und langen Bällen. "Zu zehnt muss man manchmal Fußball arbeiten, nicht spielen", erklärte Gästetrainer Giuseppe Spera. "Den Schönheitspreis hätten wir heute ohnehin nicht mehr bekommen." Tatsächlich gehörte die letzte Chance den Gästen: Marco Stark gab in der 95. Minute den zehnten Bad Uracher Torschuss ab. Doch auch dieser Versuch änderte nichts. Weiler hatte neun Abschlüsse, die Zweikampfverteilung lag mit 50,46 zu 49,54 Prozent nahezu exakt im Gleichgewicht. So blieb am Ende ein 0:0, das keineswegs ereignislos war. Nur die entscheidende Pointe fehlte. Oder, um es mit einem Zuschauer beim Abpfiff zu sagen: "Schönes Spiel. Wenn jetzt noch jemand getroffen hätte, wäre es fast Fußball gewesen." 25.07.2026 21:14 |
Sprücheklopfer
Wäre es kälter gewesen, wär' vielleicht einer von ihnen am Boden festgefroren.
Peter Neururer nach einer 0:3-Niederlage seines 1.FC Köln beim MSV Duisburg über seine Spieler