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Ein 0:0 der besseren Sorte - so könnte man den frostigen Januarabend im Stadion von Coltea Brasov zusammenfassen. Rund 8000 tapfere Zuschauer trotzten der Kälte, um am 5. Spieltag der 1. Liga Rumäniens einem Spiel beizuwohnen, das zwar keine Tore, dafür aber reichlich Spannung, Dramatik und ein paar kuriose Momente bot. Schon in der vierten Minute deutete Sergiu Georgescu an, dass Brasov heute nicht einfach nur den Ball verwalten wollte. Sein Schuss zischte knapp über die Latte, und auf der Tribüne hörte man jemanden rufen: "Das war dichter dran als mein letztes Date!" Das Publikum lachte, der Reporter notierte, und das Spiel nahm Fahrt auf. Aber Cluj konterte prompt. Nur eine Minute später prüfte Corneliu Marian den Brasover Keeper Michael Vucicevic - der reagierte blitzschnell und lenkte den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte. "Das war reiner Instinkt", erklärte Vucicevic später, "ich hab einfach gehofft, dass er nicht durch meine Handschuhe flutscht." In der Folge entwickelte sich ein munteres Hin und Her. Claudiu Niculae (8.) und Daniel Niculescu (12.) für Brasov, sowie der flinke Tibor Papura (25. und 31.) für Cluj ließen das Publikum mehrmals aufstöhnen - aber der Ball fand einfach nicht den Weg ins Netz. Der junge Papura, gerade mal 19 Jahre alt, spielte frech auf und schien sich nicht um Altersunterschiede oder Erfahrung zu kümmern. "Ich wollte einfach Spaß haben", grinste er nach der Partie, "leider fehlte nur das Tor, sonst wäre das Selfie danach noch schöner geworden." Auch taktisch war das Spiel bemerkenswert statisch. Beide Teams traten mit nahezu identischer Ausrichtung auf: ausgewogen, ohne extremes Pressing, mit kontrolliertem Passspiel. Man hatte den Eindruck, dass beide Trainer heimlich dieselbe DVD über "Risikoarmes Fußballspielen" gesehen hatten. Kurz vor der Pause sorgte Hugo Tristan mit einem wuchtigen Linksschuss (40.) noch einmal für Raunen, doch Clujs Keeper Claudiu Barbu war zur Stelle. "Ich hab den Ball kommen sehen, und plötzlich war er da - direkt vor meinem Gesicht", sagte Barbu und grinste, "da hilft nur hoffen oder blinzeln. Ich hab mich fürs Hoffen entschieden." Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Die Gastgeber dominierten leicht mit 55 Prozent Ballbesitz, Cluj blieb jedoch durch schnelle Vorstöße gefährlich. Ein Schreckmoment in der 58. Minute: Laurentiu Mateut von Cluj blieb nach einem Zweikampf liegen und musste verletzt ausgewechselt werden. Für ihn kam Koenraad Metternich - ein Rechtsverteidiger für einen Mittelfeldmann, eine jener Wechselideen, die nur Trainer verstehen. "Wir wollten die rechte Seite stabilisieren", erklärte Clujs Coach später lapidar. "Und wenn’s nebenbei noch hübsch aussieht, nehmen wir das mit." In der 68. Minute sah Alexandru Rosu die Gelbe Karte, nachdem er Brasovs Sergiu Dobay mit einem rustikalen Tritt gestoppt hatte. "Ball gespielt", brüllte er - worauf der Schiedsrichter trocken antwortete: "Ja, aber erst danach." In den Schlussminuten wurde es noch einmal wild. Brasovs Innenverteidiger Marius Niculae schaltete sich offensiv ein und zwang Barbu in der 84. Minute zu einer Glanzparade. Auf der Gegenseite prüfte Papura in der 83. Minute erneut Vucicevic, der den Ball diesmal spektakulär mit der Brust abwehrte - nicht ganz konventionell, aber effektiv. Als der Schiedsrichter nach 92 Minuten abpfiff, fiel niemandem mehr ein Tor ein - nur ein kollektives Aufatmen war zu hören. "Ein 0:0, das sich nicht wie eins anfühlt", meinte Brasovs Kapitän Claudiu Moldovan. "Wir hätten vielleicht aus 20 Metern öfter einfach mal draufhalten sollen. Aber wir wollten’s halt schön machen." Die Statistik gibt ihm recht: 9 Torschüsse auf beiden Seiten, nahezu identische Zweikampfquoten (50 zu 49 Prozent), zwei Mannschaften, die sich neutralisierten wie zwei gleich starke Magneten. Und so ging dieser Abend ohne Sieger, aber auch ohne Verlierer zu Ende. Die Fans verabschiedeten ihre Teams mit höflichem Applaus, einer rief noch: "Beim nächsten Mal bitte ein Tor, nur eins!" - worauf ein anderer trocken antwortete: "Aber bitte ins richtige." Vielleicht ist das das Fazit dieses Spiels: kein Spektakel, aber ehrlicher Fußball. Und manchmal darf auch ein 0:0 eine runde Sache sein - zumindest, wenn man warme Handschuhe trägt. 06.03.643987 09:22 |
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