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Osnabrück zittert sich mit 3:2 gegen Beuel in die nächste Pokalrunde

Es war ein Pokalabend, wie ihn der Fußballgott höchstpersönlich in einer Laune zwischen Komödie und Nervenzusammenbruch geschrieben haben muss. 44.936 Zuschauer im ausverkauften Stadion an der Bremer Brücke sahen, wie der VfL Osnabrück gegen den SV Beuel zunächst wie ein Pokalschreck in Lila-Weiß auftrat - und am Ende selbst um den Schlusspfiff bettelte.

Schon nach vier Minuten bebte die Tribüne, als der 18-jährige Patrick Herrmann, frisch aus der A-Jugend befördert, seinen ersten Pokaltreffer erzielte. "Ich dachte zuerst, der Linienrichter hebt gleich die Fahne", grinste der Youngster später, "aber dann hab ich einfach weitergejubelt." Trainer Carsten Baumann klopfte ihm auf die Schulter und murmelte: "Wenn der so weitermacht, muss ich ihm bald das Rasieren erlauben."

Osnabrück spielte munter drauflos, während Beuel noch die Bälle sortierte. In der 26. Minute erhöhte Mark Ahrens nach Vorlage von Innenverteidiger Yanik Kurz - ja, richtig gelesen: der Abwehrchef als Assistgeber. Kurz hatte offenbar kurzzeitig vergessen, dass er kein Flügelstürmer ist, und legte den Ball mustergültig quer. Ahrens schob ein, 2:0.

Beuel wirkte konsterniert, fast beleidigt. Der nächste Schlag folgte zwölf Minuten später, als erneut Herrmann zuschlug - diesmal nach schöner Vorarbeit von Marco Richter. 3:0 zur Pause, und die Osnabrücker Fans fingen schon an, nach Berlin zu träumen.

Doch in der Kabine der Gäste muss Trainer René Kuhl eine Mischung aus Donnerwetter und Motivationspredigt gehalten haben. "Ich habe gesagt: Wir sind doch kein Karnevalsverein, auch wenn’s so klingt", verriet Kuhl später mit einem Grinsen. Und siehe da: Beuel kam wie verwandelt aus der Pause.

Während die Lila-Weißen nun einen Gang zurückschalteten und auf Konter lauerten, lief der Ball bei Beuel flüssiger. Sie hatten mit 54 Prozent den höheren Ballbesitz, und 13 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache. In der 66. Minute belohnte sich der eingewechselte Vladimir Kisel - kaum drei Minuten auf dem Platz, schon traf er nach Zuspiel von Michel Herrero.

Als dann in der 71. Minute Bailey Galbraith mit einem wuchtigen Schuss aus 16 Metern das 3:2 erzielte, wurde es plötzlich still an der Bremer Brücke. "Da hab ich kurz gedacht, jetzt kippt das", gab Osnabrücks Kapitän Marvin Kroll zu. "Wir standen da wie eine Mannschaft, die ihren Busschlüssel verloren hat - orientierungslos."

Beuel drückte, Osnabrück wackelte. Mehrfach musste Torwart Karl Wagner retten, der bei seinem Pokaldebüt Nerven aus Stahl zeigte. In der 84. Minute verhinderte er mit einer Glanztat gegen Kisel den Ausgleich. Wenig später humpelte Beuels Pechvogel Hrvoje Puljiz vom Platz - die Gäste hatten ihr Pulver verschossen.

Gelbe Karten gab’s auch: Thomas Scholz sah in der 21. Minute Gelb für ein rustikales Einsteigen ("Ich hab nur den Ball getroffen - der Ball war halt am Bein dran", verteidigte er sich später schmunzelnd), und Beuels Julian Teixeira holte sich in der Nachspielzeit ebenfalls den gelben Karton ab - offenbar aus purer Frustration.

Statistisch gesehen hätte das Spiel auch anders ausgehen können: Beuel mit mehr Schüssen, mehr Ballbesitz, besserer Zweikampfquote. Aber Fußball bleibt eben kein Rechenexempel. Baumann fasste es treffend zusammen: "In der ersten Hälfte waren wir Champions-League-reif, in der zweiten Kreisliga C. Zum Glück zählt am Ende das Weiterkommen."

Das Publikum verabschiedete die Osnabrücker mit gemischten Gefühlen - Jubel über den Sieg, Kopfschütteln über die Nervenprobe. Ein älterer Fan auf der Haupttribüne brachte es auf den Punkt: "Ich wollte eigentlich früh ins Bett. Jetzt brauch ich Baldrian."

Am Ende steht ein 3:2, das in Erinnerung bleiben wird - als Pokaldrama mit zwei Gesichtern: jugendlicher Leichtsinn und alter Pokalfluch in einem. Osnabrück ist weiter, aber Trainer Baumann weiß: "Wenn wir so weiterspielen, krieg ich noch graue Haare - und die hab ich schon."

Ein Pokalabend, der alles bot: Tempo, Tore, Zittern und ein Stadion, das kurz vor der Herzattacke stand. Oder, wie Beuels Coach Kuhl es lakonisch formulierte: "Wir sind raus, aber wenigstens mit Stil - und ohne Elfmeterschießen."

17.03.643987 20:40
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Giovanni Trappatoni
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