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Papenburgs Offensiv-Feuerwerk versenkt Rohrbach mit 8:1

Manchmal fragt man sich, ob man in der ersten Liga ist - oder bei einem Trainingsspiel mit ungleichen Mannschaften. 39.688 Zuschauer im Papenburger Stadion jedenfalls rieben sich am 5. Spieltag der 1. Liga Deutschland ungläubig die Augen, als der SC Papenburg den armen SV Rohrbach mit 8:1 vom Platz fegte. Acht Tore, ein Festival der Spielfreude - und ein Gegner, der spätestens zur Halbzeit nur noch um Schadensbegrenzung kämpfte.

Dabei hatte es für die Gäste gar nicht so schlecht begonnen. In der 16. Minute nutzte Georg Johansson - der auffälligste Rohrbacher an diesem bitterkalten Januarabend - eine weite Flanke von Joschua Seifert und brachte sein Team tatsächlich mit 1:0 in Führung. Trainer Maik Kuntz sprang jubelnd an der Seitenlinie auf, rief "Jetzt bleiben wir dran!" - und ahnte wohl nicht, dass dies der letzte glückliche Moment seines Abends sein würde.

Denn was dann geschah, war eine Demonstration. Nur zehn Minuten später glich Björn Karlson nach Vorarbeit von Tristan Middag aus (26.). Kaum hatte Rohrbach den Ball wieder angestoßen, netzte Anton Hanson von der Strafraumkante zum 2:1 (27.). Der Papenburger Motor lief jetzt heiß, und die Gäste standen plötzlich wie eingefroren. In der 33. Minute traf Julian Andrade nach feinem Zuspiel von Orhan Karaer, vier Minuten später legte derselbe Andrade das 4:1 nach - diesmal nach einem weiten Pass von Innenverteidiger Michail Szymanowski.

"Das war wie ein Tsunami", stöhnte Rohrbachs Kapitän Gerhard Noack später. "Du siehst die Welle kommen, aber du kannst nichts tun."

Zur Pause stand es 4:1, und die Papenburger Fans sangen schon vom Meistertitel. Trainer Frank Helmbrecht winkte ab: "Ich habe ihnen in der Kabine gesagt, sie sollen wieder runterkommen - sie haben aber wohl ’runterkommen’ mit ’weiter draufhauen’ verwechselt."

Und genau das taten sie. In der 50. Minute erhöhte Hugo Ronaldo nach Vorlage von Hanson auf 5:1. Der Brasilianer mit dem großen Namen, aber bislang eher kleiner Torquote, grinste danach: "Endlich hab ich meinen Namen mal Ehre gemacht." Sechs Minuten später war es wieder Karlson, der den Ball ins lange Eck zirkelte (56.). Tristan Middag, heute ohnehin an fast allem beteiligt, traf selbst in der 60. Minute per Distanzschuss zum 7:1.

Rohrbach wechselte, versuchte zu stabilisieren - doch auch die jungen Ersatzspieler konnten das Debakel nicht verhindern. In der 76. Minute krönte Hugo Ronaldo seinen Abend mit dem 8:1, nach schöner Vorarbeit von Linksverteidiger Attila Dalnoki. Danach schalteten die Gastgeber endlich einen Gang zurück, nicht ohne noch ein paar harmlose Distanzschüsse auf den eingewechselten 17-jährigen Rohrbacher Keeper Leon Lorenz abzufeuern, der wenigstens ein paar Paraden zeigen durfte.

Die nackten Zahlen unterstreichen die Überlegenheit: 20 Torschüsse für Papenburg, nur 7 für Rohrbach. 55 Prozent Ballbesitz, und eine Zweikampfquote von 54,6 Prozent zugunsten der Gastgeber. Dass die Papenburger auch zweimal Gelb sahen - Enrique Miguel (19.) und Dalnoki (79.) - störte niemanden mehr. "Die Jungs waren heiß, zu heiß vielleicht", grinste Helmbrecht nach Abpfiff. "Aber lieber so, als dass sie frieren."

Bei Rohrbach hingegen herrschte betretenes Schweigen. Johansson, der frühe Torschütze, humpelte nach einem späten Zusammenprall verletzt vom Platz (87.) - sinnbildlich für den Zustand seiner Mannschaft. Trainer Kuntz suchte nach Worten: "Wir wollten offensiv spielen, haben offensiv verloren. Mehr bleibt da nicht zu sagen."

Während die Papenburger Fans noch lange nach Abpfiff feierten, klatschte Hugo Ronaldo mit den Kindern auf der Tribüne ab. "So was vergisst man nicht", sagte er, "so ein Spiel ist wie Weihnachten und Geburtstag zusammen."

Vielleicht war es tatsächlich ein Festtag. Für Papenburg. Für Rohrbach dagegen eher ein 90-minütiger Albtraum. Und für den neutralen Zuschauer? Ein Spektakel, das zeigte, wie wunderschön grausam Fußball sein kann - ein Spiel, bei dem ein Team tanzt und das andere nur noch versucht, den Takt zu überleben.

Helmbrecht brachte es am Ende auf den Punkt: "Wir haben einfach Spaß gehabt. Und manchmal ist das die gefährlichste Taktik von allen."

06.03.643987 09:20
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Die haben Fußball-Fachmänner, die haben so viel Ahnung vom Fußball wie ich vom Breakdance.
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