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Petrosani tanzt - Militari stolpert: Ein 3:0 mit Glanz und Grinsen

Wenn ein Spiel nach 90 Minuten so eindeutig aussieht wie das zwischen Mineri Petrosani und Militari Bukarest, dann liegt das selten nur am Ergebnis. 3:0 hieß es am Ende eines Abends, an dem 23.226 Fans im Stadion sahen, wie die Hausherren mit Spaß, Spielfreude und einer Prise Balkan-Charme ihre Gäste aus der Hauptstadt auseinandernahmen.

Schon die ersten Minuten ließen erahnen, wohin das führen würde: Petrosani griff an, als wäre der Ball ein Stück Kohle aus alten Bergwerken - heiß, glänzend, unverzichtbar. Sechzehnte Minute: Massimo Sorrentino, der flinke Italiener auf der rechten Außenbahn, tänzelte an zwei Verteidigern vorbei und schob den Ball mit der Lässigkeit eines Mannes, der schon wusste, dass der Abend ihm gehören würde, ins lange Eck. 1:0. "Ich hab einfach die Lücke gesehen", grinste er nach dem Spiel und fügte hinzu: "Und dann hab ich sie größer gemacht."

Kaum sechs Minuten später das nächste Ausrufezeichen: Duarte Capone, seit Wochen Petrosanis Dauerläufer und Dauerlächeln, verwertete eine butterweiche Vorlage von Christo Angelow. 2:0 nach 22 Minuten - Militari sah aus, als wüsste es nicht, ob es sich in der Liga oder im falschen Film befand. Trainer Konstantin Weinberg gestikulierte wild an der Seitenlinie, doch seine Spieler verstanden offenbar nur Bahnhof. "Wir hatten einen Plan", erklärte er nach Abpfiff, "aber der ist wohl im Bus geblieben."

Militari brachte bis zur Pause kaum einen Fuß auf den Boden, geschweige denn den Ball aufs Tor. Nur ein einziger Torschuss in 90 Minuten - und der kam in der 60. Minute vom 17-jährigen Ionel Pancu, der kurz darauf ausgewechselt wurde. Sein Versuch geriet eher zu einem höflichen Rückpass in die Arme von Keeper Thomas Caroll, der sich anschließend demonstrativ die Handschuhe abklopfte, um überhaupt etwas zu tun zu haben.

Während Petrosani 13 Mal aufs Tor schoss und fast 58 Prozent der Zweikämpfe gewann, wirkte Bukarest bisweilen wie ein Team auf Klassenfahrt, das sich verlaufen hatte. Die gelben Karten für Sergiu Vladoiu (42.) und Jack Dennehy (72.) waren weniger Ausdruck kämpferischer Leidenschaft als einer gewissen Ratlosigkeit. "Ich wollte eigentlich nur den Ball treffen", meinte Vladoiu, "aber der war schneller als gedacht."

Nach der Pause schaltete Petrosani einen Gang runter - nur, um in der 66. Minute wieder Tempo aufzunehmen. Angelow, gerade noch Vorlagengeber, zog diesmal selbst ab. Dominique Couture hatte ihm den Ball in den Lauf gelegt, und Angelow verwandelte trocken zum 3:0. Das Stadion tobte, die Fans sangen, und Trainer Cuba Libre (ja, so heißt er wirklich) riss die Arme in die Höhe, als hätte er gerade eine Revolution angezettelt. "Wir haben heute Fußball gearbeitet, nicht gespielt", sagte er später, mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Stolz und Ironie pendelte.

Danach war’s ein bisschen Schaulaufen: Capone probierte es noch vier Mal aus der Distanz (74., 78., 88., 90.), Sorrentino ließ noch einmal seine Technik aufblitzen, und der eingewechselte 17-jährige George Niculae bekam einige Minuten, um sich zwischen Routiniers zu zeigen. "Er hat frische Beine gebracht", meinte Libre, "und das war auch gut so - die alten brauchen bald Ölwechsel."

Bukarest wechselte gleich dreimal in der 60. Minute, als wolle man das Schicksal überlisten: Pancu, Gergely und Ibanez kamen - aber auch das brachte keine Besserung. Trainer Weinberg zuckte nach dem Spiel mit den Schultern: "Unser Pressing war theoretisch ganz gut. Praktisch haben wir’s nicht gefunden."

Statistisch gesehen war das Spiel erstaunlich ausgeglichen im Ballbesitz (50,4 zu 49,6 Prozent), aber das war wohl die nutzloseste Statistik des Abends. Petrosani hatte Kontrolle, Ideen und Zielstrebigkeit - Militari hatte den Ball, wenn Petrosani gerade trank.

Nach Schlusspfiff klopften sich die Hausherren gegenseitig auf die Schultern, während Weinberg seine jungen Spieler in den Arm nahm. Vielleicht, weil er ahnte, dass solche Lehrstunden langfristig wertvoller sind als manch knapper Sieg.

"Wir sind heute in der Realität angekommen", sagte der 18-jährige Verteidiger Antonio Ibanez, der in der 60. Minute eingewechselt wurde. "Und die Realität ist ziemlich schnell."

Petrosani dagegen sonnte sich im Glanz eines Abends, der mehr als nur drei Punkte brachte - er brachte Selbstvertrauen, Spielfreude und die Ahnung, dass mit dieser Mannschaft noch zu rechnen ist.

Oder, wie es Massimo Sorrentino beim Verlassen des Stadions mit einem Augenzwinkern formulierte: "Wenn wir weiter so spielen, brauchen wir bald ein größeres Stadion - oder kleinere Gegner."

Ein Abend also, an dem Mineri Petrosani glänzte, Militari Bukarest lernte, und der Fußball - zumindest für 90 Minuten - wieder ganz einfach war.

18.03.643987 00:16
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Eines möchte ich noch kurz anfügen. Auf der Homepage meines Kollegen Thomas Sobotzik habe ich gelesen, dass ich seinem Sohn so ähnlich sehe. Mit Frau Sobotzik habe ich aber schmunzelnd ausgemacht, dass an dieser Geschichte nichts dran ist.
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