Sportexpress
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Primstal dreht das Spiel - Hordel belohnt sich nicht

2. Bundesliga | 8. Spieltag | 12.07.26 | TuS Hordel - VfL Primstal 1:2

Ein lauer Sommerabend in Bochum-Hordel, 31.622 Zuschauer auf den Rängen, die Würstchen heiß, das Bier noch kälter - alles angerichtet für einen Fußballabend, der so begann, wie ihn sich die Heimfans erträumt hatten. Und doch endete er mit hängenden Köpfen: TuS Hordel unterlag am 8. Spieltag der 2. Bundesliga dem VfL Primstal mit 1:2 (1:2).

Dabei schien nach acht Minuten alles auf einen goldenen Abend für die grün-weißen Gastgeber hinauszulaufen. Fjodor Koroljuk, der 34-jährige Stoßstürmer mit der Eleganz eines Betonmischers, aber der Kaltschnäuzigkeit eines Chirurgen, verwandelte eiskalt. Nach feinem Doppelpass mit dem 19-jährigen Tomasz Miller vollendete er zum 1:0. "Ich hab’ einfach draufgehalten - manchmal ist weniger Denken mehr", grinste Koroljuk später in der Mixed Zone, während ihm noch der Schweiß in die Augen lief.

Hordel spielte mutig, offensiv, wie von Trainerin Ute Finkeldy angekündigt: lange Bälle, schnelles Umschalten, draufhalten aus allen Lagen - und das taten sie auch. Ganze zwölf Torschüsse zählte die Statistik, viele davon in der ersten halben Stunde. Doch spätestens nach dem Führungstor begann Primstal aufzuwachen.

In der 23. Minute rappelte es im Hordeler Strafraum. Marko Lukovic, 21 Jahre jung, traf aus spitzem Winkel zum Ausgleich. Es war der Moment, in dem sich das Spiel drehte. "Da hat man gemerkt, dass wir den Respekt abgelegt haben", sagte Primstals Coach Steffen Birner später mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Erleichterung und Genugtuung lag.

Nur 13 Minuten später legte Primstal nach. Der flinke Rechtsaußen Joseph Haddock nahm eine Hereingabe von Harry Kane - ja, richtig gelesen, Harry Kane, 22 Jahre jung, kein Namensvetter, sondern tatsächlich jener englische Torjäger, der offenbar eine neue Herausforderung im Saarland gefunden hat - und schob lässig ein. 2:1 für die Gäste, und plötzlich herrschte Stille im Stadion.

"Wir haben uns vom eigenen Mut überrollen lassen", kommentierte Finkeldy später trocken. Ihre Mannschaft, die bis dahin mit viel Einsatz und Herz agierte, verlor kurzzeitig die Ordnung. Primstal, nun mit mehr Ballbesitz (53 Prozent) und einem leichten Zweikampfplus, kontrollierte das Geschehen.

Nach der Pause setzte Hordel alles auf eine Karte. Gleich vier Wechsel zur Halbzeit - frische Beine, frische Hoffnung. Robert Held, Karsten Runge, David Drulak und Kurt Herbst kamen, die Formation blieb offensiv. Doch das Tor fiel nicht mehr. Koroljuk prüfte Primstals Keeper Chmyljow in der 52. und 59. Minute, Günther Pfeiffer zirkelte in der 72. knapp vorbei. "Wenn der reingeht, reden wir hier ganz anders", seufzte Finkeldy.

Primstal konterte clever, mit der Gelassenheit einer Mannschaft, die wusste, dass sie den entscheidenden Punch längst gesetzt hatte. Besonders auffällig: der junge Phillipp Berg, der nach der Pause kam und Hordels Abwehr ein ums andere Mal ins Schwitzen brachte. In der 85. und 89. Minute hatte Alberto Helguera noch zwei gute Gelegenheiten, ehe Schiedsrichter Rödel die Partie abpfiff - und Meik Heine sich in der 92. Minute noch eine Gelbe Karte abholte, wohl mehr aus Frust als aus Notwendigkeit.

"Ich sag’s mal so: Wir hätten das Ding auch 3:1 gewinnen können", meinte Gästecoach Birner mit einem Augenzwinkern. "Aber wir wollten’s spannend halten - fürs Publikum."

Hordel-Trainerin Finkeldy zeigte sich indes kämpferisch: "Wir haben Charakter gezeigt. Wenn du gegen so eine Truppe wie Primstal mithältst, dann weißt du, dass du auf dem richtigen Weg bist. Nur die Punkte fehlen halt."

Die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus. Vielleicht, weil sie sahen, dass Leidenschaft nicht immer mit Erfolg belohnt wird. Vielleicht auch, weil man in Hordel weiß, dass man mit Herzblut allein schon den halben Weg gegangen ist.

Und während sich die Flutlichtmasten langsam in der Abenddämmerung spiegelten, murmelte ein älterer Hordel-Fan auf der Tribüne: "Schade. Aber wenigstens haben se Fußball gespielt - und nicht nur versucht, ihn zu vermeiden."

Ein Satz, den man sich in so manchem Stadion wünschen würde.

Endstand: TuS Hordel - VfL Primstal 1:2 (1:2). Tore: 1:0 Koroljuk (8.), 1:1 Lukovic (23.), 1:2 Haddock (36.). Zuschauer: 31.622. Schiedsrichter: Rödel. Gelbe Karte: Heine (92.).

Und irgendwo in der Kabine klang es nach: "Kopf hoch, Jungs - nächste Woche machen wir’s besser." Vielleicht. Vielleicht aber auch wieder nur fast.

13.07.2026 10:42
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Der österreichische Fußball ist sukzessive in eine schwierige Situation geschlittert, weil sehr viele durchschnittliche Ausländer gekauft worden sind. Da fahren Vereinspräsidenten an den Plattensee auf Urlaub und bringen sich dann vier Kellner mit.
Christoph Daum
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager