Gazeta sporturilor
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Ramnicu Valcea siegt spät - Petrosani hadert mit der Chancenverwertung

Ein Fußballabend, der mit einem Donnerschlag begann und in einem nervenaufreibenden Finale endete: Ramnicu Valcea besiegte Mineri Petrosani am 5. Spieltag der 1. Liga Rumäniens mit 2:1 (1:0) und bescherte den 27.956 Zuschauern im Stadion ein Wechselbad der Gefühle.

Kaum hatte Schiedsrichter Dumitru den Anpfiff gegeben, da zappelte der Ball schon im Netz der Gäste. Gerade einmal 60 Sekunden waren gespielt, als Valceas Rechtsverteidiger Victor Petre, eigentlich für andere Aufgaben zuständig, den Ball aus spitzem Winkel trocken ins lange Eck drosch. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste der 25-Jährige später, "aber wenn man so trifft, darf man auch mal so tun, als hätte man’s geplant." Die Fans jubelten, Trainer Ljuba Ljuba warf die Arme in die Luft - und wischte sich dann den Schweiß von der Stirn. "Nach einer Minute führen ist schön. Aber danach weißt du: Das wird ein langer Abend."

Und das wurde es. Petrosani, von Coach Cuba Libre (ja, der Name ist echt) offensiv eingestellt, reagierte nicht geschockt, sondern wütend. Elf Torschüsse am Ende standen für die Gäste zu Buche - aber nur einer fand den Weg ins Tor. Besser gesagt: in der 57. Minute fand Danijel Dordevic den Weg. Nach schönem Zuspiel von Dominique Couture schlenzte der bullige Linksaußen den Ball an Valceas Keeper Augustin Chiroiu vorbei ins Netz. 1:1, und die rund 500 mitgereisten Petrosani-Fans sangen sich die Kehlen wund.

"Wir hatten sie da, wo wir sie wollten", knurrte Libre nach dem Spiel, "aber dann haben wir aufgehört, Fußball zu spielen und angefangen, den Schiedsrichter zu kommentieren." Tatsächlich kassierte Dordevic nur fünf Minuten nach seinem Treffer eine Gelbe Karte - sinnbildlich für einen Gastauftritt, der zwischen Wucht und Wildheit schwankte.

Valcea, das zwischenzeitlich den Ballbesitz leicht dominierte (53,9 Prozent), wirkte nach dem Ausgleich nervös. Ein 18-jähriger Debütant, Gheorghe Moti, verletzte sich nach 33 Minuten am Knöchel, humpelte vom Platz und wurde unter Applaus durch Routinier Iulian Barbu ersetzt. "Der Junge wollte weiterspielen, aber ich habe ihm gesagt: Du hast noch 15 Jahre Zeit, dich kaputtzumachen", erzählte Trainer Ljuba mit einem Augenzwinkern.

Dann kam die 83. Minute - und wieder schlug die Stunde eines Routiniers. Paul Bratu, 33 Jahre jung, links außen, mit gelber Karte und reichlich Wut im Bauch, nahm eine Flanke von Innenverteidiger Emil Sabau direkt ab. Der Ball rauschte unhaltbar ins rechte Eck. 2:1 für Valcea, das Stadion explodierte. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Bratu später - was in diesem Fall wahrheitsgemäß klang.

Petrosani warf in der Schlussphase alles nach vorn, brachte mit Duarte Capone und Jonas Hauser frische Offensivkräfte, während Libre von der Seitenlinie brüllte wie ein Dirigent ohne Orchester. Doch die Chancenverwertung blieb erbarmungslos schwach. Duarte Capone setzte in der 87. Minute den Ball aus fünf Metern über das Tor - und schlug danach nur noch die Hände vors Gesicht.

"Wenn du elfmal aufs Tor schießt und nur einmal triffst, brauchst du keinen Statistikexperten, um zu wissen, dass es weh tut", sagte Libre nach dem Abpfiff trocken. Ljuba Ljuba hingegen lobte sein Team für die Effizienz: "Wir haben sechs Mal aufs Tor geschossen und zweimal getroffen. Das ist Mathematik, die mir gefällt."

Einige Zuschauer waren sich sicher, dass selbst der örtliche Mathematiklehrer begeistert genickt hätte - auch wenn das Spiel ansonsten wenig mit Zahlen, aber viel mit Emotionen zu tun hatte. Vier Gelbe Karten verteilte der Schiedsrichter, keine rote, dafür reichlich Diskussionen. Besonders jungspund Costica Papura holte sich in der 90. Minute noch eine Verwarnung ab - wohl eher aus jugendlichem Übermut als aus Not.

Am Ende jubelte Valcea über drei Punkte, während Petrosani trotz starker kämpferischer Leistung mit leeren Händen dastand. Das Publikum verabschiedete beide Teams mit Applaus, und Trainer Ljuba fasste das Spiel vielleicht am besten zusammen: "Wir haben früh angefangen, spät aufgehört und zwischendurch gezittert. Typisch Valcea."

Cuba Libre hingegen nahm’s mit Humor: "Ich trinke jetzt einen - den Namen darf ich aber nicht sagen."

Und so endete ein Abend, der wieder einmal bewies, dass im rumänischen Fußball nichts planbar ist - außer vielleicht, dass die besten Geschichten immer dort passieren, wo man sie am wenigsten erwartet.

06.03.643987 09:22
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