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Rohrbach und Bonn teilen sich die Punkte - Spektakel mit Happy-End für niemanden

Wenn 38.230 Zuschauer an einem kühlen Januarabend ins Stadion strömen, dann erwarten sie Drama, Leidenschaft - und möglichst drei Punkte für die Heimelf. Bekommen haben sie am 4. Spieltag der 1. Liga Deutschland immerhin Drama und Leidenschaft, Punkte dagegen wurden gerecht geteilt: SV Rohrbach und Bonner SC trennten sich 2:2 (1:1). Ein Ergebnis, das beiden Trainern Falten auf die Stirn, aber immerhin den Fans ein Dauerlächeln bescherte.

Schon in der ersten Minute deutete Rohrbach an, dass man den Gästen aus Bonn nicht kampflos das Feld überlassen wollte. Carl Rodriguez prüfte Bonns Keeper Noe Mendoza früh - ein Warnschuss, der aber eher als freundliche Begrüßung durchging. Achtzehn Minuten später war es dann vorbei mit der Freundlichkeit. Adamantios Manos, Bonns quirliger Linksaußen, zog nach einem Pass von Freddie Hiliard aus 20 Metern ab - und traf trocken zum 0:1. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Manos später, "und gehofft, dass der Ball nicht im benachbarten Park landet."

Doch Rohrbach zeigte sofort Reaktion. Nur vier Minuten nach dem Rückstand wuchtete Georg Lindner das Leder nach einer Flanke von Innenverteidiger Joschua Seifert ins Netz. Ein Stürmertor, wie es im Lehrbuch steht: energisch, kompromisslos, leicht übermotiviert - aber drin. "Wir haben Charakter gezeigt", lobte SV-Trainer Maik Kuntz an der Seitenlinie, "auch wenn ich mir weniger Herzinfarktmomente wünsche."

Bis zur Pause blieb es beim 1:1, obwohl Rohrbach mit 12 Torschüssen insgesamt die aktivere Mannschaft war. Bonner SC, mit 7 Abschlüssen und 47 Prozent Ballbesitz, lauerte dagegen auf Konter - ganz nach dem Geschmack von Coach Lukas Teuber, der in der Halbzeit sarkastisch bemerkte: "Wir haben’s nicht eilig, Hauptsache, die anderen laufen sich müde."

Die zweite Halbzeit begann, wie der erste Durchgang geendet hatte: mit Chancen für Rohrbach. In der 59. Minute war es dann so weit. Hermann Hoffmann, der schon in der ersten Hälfte mehrfach an Mendoza gescheitert war, traf nach schönem Zuspiel von Kurt Roth zum 2:1. Das Stadion bebte, und Rohrbach schien den Sieg schon greifen zu können. Hoffmann sagte später: "Ich hab den Ball gesehen, gedacht ’Jetzt oder nie’ - und diesmal hat’s eben gepasst."

Doch Bonn wäre nicht Bonn, wenn sie nicht noch ein Kapitel Dramatik draufpackten. In der 81. Minute brachte Manos eine Flanke von links, und Pascal Grenier wuchtete den Ball per Kopf unhaltbar unter die Latte. 2:2 - und plötzlich war es wieder mucksmäuschenstill im Rohrbacher Rund. "Das war ein Schlag in die Magengrube", gab Kuntz später zu. "Aber wenigstens hat’s uns wachgehalten."

Die Schlussphase war geprägt von Gelben Karten - Tiago Pacos bei den Gästen (71.), Tom Berndt (83.) und Georg Behrendt (89.) bei Rohrbach wollten offenbar auch noch Erwähnung im Spielbericht finden. Dazu kamen diverse Wechsel: Rohrbach brachte den jungen Michael Maier und später Joschua Kremer, während Bonn in der 89. Minute gleich doppelt tauschte. "Frisches Blut für die Nachspielzeit", kommentierte Teuber trocken.

Die letzten Minuten gehörten wieder den Bonnern. In der 94. Minute hatte Freddie Hiliard sogar den Siegtreffer auf dem Fuß, doch Rohrbachs Keeper Heinz Heise parierte glänzend. "Ich wusste gar nicht, dass ich so beweglich bin", witzelte Heise nach Abpfiff, während hinter ihm die Fans bereits die letzten Glühweine austranken.

Statistisch gesehen war Rohrbach leicht überlegen: 53 Prozent Ballbesitz, 12 Torschüsse, eine Zweikampfquote von knapp 52 Prozent. Doch was nützen Zahlen, wenn am Ende das Ergebnis so gerecht ist, wie es langweilig klingt? 2:2 - das ist das Fußballäquivalent zu einem Handschlag zwischen zwei Freunden, die sich beim Poker gegenseitig austricksen wollten.

Trainer Teuber fasste es am besten zusammen: "Wir hätten gewinnen können, sie auch. Also passt’s." Und Rohrbachs Kuntz ergänzte: "Wenn man schon unentschieden spielt, dann wenigstens mit Stil."

Das Publikum verabschiedete beide Teams mit Applaus - und einem leisen Seufzer. Denn auch wenn niemand verloren hatte, fühlte sich das Remis für beide Seiten ein bisschen wie ein verpasster Sieg an.

Und so ging der Abend zu Ende, wie er begonnen hatte: mit viel Hoffnung, etwas Chaos - und dem Gefühl, dass Fußball manchmal einfach genau das ist, was auf der Anzeigetafel steht. 2:2. Punkt.

22.02.643987 20:25
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