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SC Hennef trotzt roter Karte - 3:2-Spektakel gegen Bad Kleinen

Ein Freitagabend, Flutlicht, 21.599 Zuschauer im Hennefer Stadion - und ein Spiel, das man so schnell nicht vergisst. Der SC Hennef schlägt Bad Kleinen mit 3:2 (2:1) und liefert dabei eine Mischung aus Fußballkunst, Nervenkitzel und Slapstick. Trainer Giovanni Diaco grinste nach dem Abpfiff: "Ich glaube, mein Puls war heute öfter im roten Bereich als die Karte unseres Verteidigers."

Von Anfang an war klar, dass hier kein Langweiler bevorstand. Schon in der 6. Minute brachte Michel Mingo den SC Hennef in Führung - ausgerechnet der linke Verteidiger, der offenbar beschlossen hatte, dass Abwehrarbeit überschätzt wird. Nach feinem Zusammenspiel mit Lajos Koplarovics zog Mingo einfach mal ab - und der Ball rauschte ins linke Eck. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand der Torschütze später lachend.

Doch Bad Kleinen antwortete prompt: Nur neun Minuten später glich Manuel Semeraro nach Vorlage von Meik Köhler aus. Es war ein Tor, das aus dem Lehrbuch für schnörkellosen Konterfußball stammen könnte. Trainer Cw WC (der Mann mit dem wohl kuriosesten Namen der Liga) brüllte zufrieden in Richtung seiner Bank: "So hab ich mir das vorgestellt!"

Nur eine Minute später jedoch schlug Hennef zurück - und wie! Dominique Hayman, 22 Jahre jung und scheinbar ohne Respekt vor irgendwem, traf nach Vorlage von Jorge da Costa zum 2:1. Das Spiel war keine Viertelstunde alt, und das Publikum hatte schon mehr Emotionen erlebt als in mancher Netflix-Serie.

Die erste Halbzeit endete mit Chancen auf beiden Seiten. Hennef hatte mehr Ballbesitz (57 Prozent) und wirkte spielerisch überlegen, Bad Kleinen dagegen schoss doppelt so oft aufs Tor (20 zu 10). Es war ein Duell "Feinmechanik gegen Maschinengewehr", wie ein Fan auf der Tribüne trocken kommentierte.

Nach der Pause kam Bad Kleinen druckvoll zurück. In der 55. Minute war es Marwin Paul, der nach Vorarbeit von Marcel Krebs den Ball über die Linie drückte - 2:2, und die Partie stand wieder auf der Kippe. Doch kaum hatten die Gäste das Feiern begonnen, klingelte es erneut im eigenen Netz. Zwei Minuten später bediente erneut der überragende Jorge da Costa den jungen John Lockhart, der den Ball humorlos in die Maschen drosch - 3:2 für Hennef.

Dann kam die Szene, die noch lange diskutiert werden dürfte: In der 63. Minute sah Hennefs Innenverteidiger Pau Alcantara glatt Rot. Ein harter Zweikampf, ein lauter Aufschrei, und Schiedsrichterin Lenz zückte die Karte ohne Zögern. "Ich habe den Ball gespielt - nur leider war der Ball in dem Moment der Gegner", versuchte Alcantara später mit einem schiefen Grinsen zu erklären.

Ab da wurde es wild. Hennef zog sich zurück, verteidigte mit allem, was Beine hatte, und Bad Kleinen rannte an. Meik Köhler ballerte aus allen Lagen, Marwin Paul prüfte Keeper Asier Beto mehrfach - doch der Hennefer Schlussmann wuchs über sich hinaus. "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass mich der Ball trifft", bekannte Beto hinterher ehrlich.

Giovanni Diaco reagierte taktisch klug: Er ließ sein Team auf Konter umstellen, lange Bälle statt Kurzpassspiel - eine Umstellung, die sich in den Taktikdaten später schön nachlesen lässt. Bad Kleinen blieb zwar offensiv, doch der letzte Pass fehlte, und die Hennefer kämpften, als ginge es um mehr als drei Punkte.

Nach 90 nervenaufreibenden Minuten pfiff die Schiedsrichterin ab - und die Zuschauer erhoben sich zu einem donnernden Applaus. Es war kein perfektes Spiel, aber eines mit Charakter, Leidenschaft und reichlich Gesprächsstoff.

Trainer Diaco fasste es treffend zusammen: "Wir haben heute Fußball gearbeitet, nicht gespielt. Und manchmal ist das der schönere Sieg." Sein Gegenüber Cw WC zuckte mit den Schultern: "Wenn du 20 Mal aufs Tor schießt und trotzdem verlierst, dann ist das Fußball. Oder Pech. Oder beides."

So bleibt Hennef nach diesem 3:2-Spektakel der heimliche Publikumsliebling der Liga - ein Team, das nicht immer schön, aber immer aufregend spielt. Und Bad Kleinen? Die fahren heim mit leeren Händen, aber immerhin mit der Gewissheit, dass sie für beste Unterhaltung gesorgt haben.

Oder, wie ein Fan beim Rausgehen sagte: "So ein Spiel vergisst du nicht - außer du bist Verteidiger bei Bad Kleinen."

11.09.643990 03:33
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