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2. Bundesliga | 34. Spieltag | 21.10.26 | SC Weimar - TuS Hordel 1:0 Um 20.30 Uhr begann in Weimar ein Spiel, das zunächst vor allem eines bot: Arbeit. Hordel setzte auf lange Bälle und schnelle Gegenstöße, Weimar wollte mit kontrolliertem Aufbau und ausgewählten Angriffen zum Erfolg kommen. Oder, weniger höflich formuliert: Die Gastgeber planten, die Gäste zu bespielen, während Hordel den Ball möglichst zügig in Richtung gegnerisches Tor befördern wollte. Nach 60 Sekunden hatte Alexander Finnan die erste Möglichkeit für Weimar. Wenig später folgte der nächste Versuch des Mittelstürmers. "Ich wollte früh zeigen, dass wir nicht nur zum Aufwärmen auf dem Platz sind", sagte Finnan später. Hordel ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken. Ernst Kunkel, Fynn Huber und Fjodor Koroljuk prüften die Weimarer Defensive, ohne den entscheidenden Schrecken zu verbreiten. Die Gäste kamen in der ersten Halbzeit insgesamt gefährlich auf, blieben beim Abschluss jedoch so erfolgreich wie ein Regenschirm in einem Orkan. Fynn Huber versuchte es in der 10. Minute und kurz vor der Pause erneut, Koroljuk zielte in der 20. Minute. Weimars Torwart Benjamin Wenzel durfte sich trotzdem nicht über Beschäftigungsmangel beklagen. Tore aber fielen keine. 0:0 zur Halbzeit - ein Ergebnis, das vor allem den Statistikern Freude machte, weil es angenehm übersichtlich war. SC-Trainer Pino Zimmermann hielt seine Mannschaft offensiv ausgerichtet, setzte aber auf kontrollierte Chancen statt auf blindes Dauerfeuer. Die Gäste agierten offensiver, konterten und schossen notfalls auch aus der Entfernung. Insgesamt brachte Hordel elf Torschüsse zustande, Weimar zehn. Beim Ballbesitz lagen die Gastgeber mit 53,13 Prozent knapp vorn. Es war also kein Übergewicht, eher ein höfliches gegenseitiges Schieben an der Waage. Dann kam die 58. Minute. Hanns Steffens setzte sich auf der linken Seite durch und fand Björn Schöne. Der Weimarer Rechtsverteidiger schaltete sich ein, als hätte er auf diesen Moment seit Wochen gewartet, und vollendete zum 1:0. Kein Tor aus dem Lehrbuch, eher eines aus der Kategorie "zur richtigen Zeit am richtigen Ort" - und genau deshalb besonders wertvoll. "Ich habe den Ball gesehen und gedacht: Jetzt bitte nicht kompliziert werden", erklärte Schöne mit einem Grinsen. "Also habe ich es einfach gemacht." Steffens, der die Vorlage lieferte, meinte: "Björn stand plötzlich da, wo normalerweise nur die Werbung steht." Hordel reagierte, doch Weimar verteidigte den knappen Vorsprung diszipliniert. Sascha Günther musste nach einer Verletzung ausgewechselt werden, für ihn kam Vincent Albinana. Auf Weimarer Seite brachten Timm Wegner, Phillip Fuhrmann und der erst 17-jährige Stefano Martino frische Kräfte. Hordel erhöhte in der Schlussphase den Druck und stellte auf aktiveres Pressing um. Tiago Valente, Klaus Merkel, Kunkel und Koroljuk suchten noch einmal den Abschluss. Der Ausgleich blieb aus. "Natürlich war das am Ende kein Wellnessprogramm", sagte Trainer Zimmermann. "Aber meine Mannschaft hat heute verstanden, dass man ein Spiel auch gewinnen kann, wenn nicht jeder Angriff nach Kunst aussieht." Ute Finkeldy, Trainerin des TuS Hordel, nahm die Niederlage mit trockenem Humor: "Wir hatten elf Torschüsse. Leider war das Tor offenbar heute nicht im Dienst." So blieb es beim 1:0. Weimar nahm drei Punkte mit, Hordel die Erkenntnis, dass elf Versuche manchmal nur elf Gründe für schlechte Laune sind. Welch beruhigende Konstanz am letzten Spieltag. 22.10.2026 09:41 |
Sprücheklopfer
Früher passten seine Freunde in einen Eisenbahnwaggon, heute in ein Goggomobil.
Rainer Calmund über Berti Vogts