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La Hora
+++ Sportzeitung für Ecuador +++

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Ekström wütet nach Aus in der CL-Quali auf der PK
Immer noch wütend über die Leistung des Referee-Teams im Qualifikations-Rückspiel der 1. Runde zur Copa Libertadores legte sich Macara-Coach mit dem CONCACAF an.
"Wir sind hier und heute ganz klar verpfiffen worden. Die Leistung der Unparteiischen kann man nur als Nicht-Leistung bezeichnen. Ganz offensichtlich will man beim Verband nicht, dass ein Klub aus Ecuador weiter kommt. Das waren heute keine Unparteiischen, die das Spiel angeblich geleitet, in Wirklichkeit aber klar verpfiffen haben, sondern das waren der 12. bis 14. Mann der Cincinnati Royals. Dass wir das Hinspiel verloren haben, war völlig ok, da waren wir mit einem 0:1 sogar noch sehr gut bedient. Aber heute waren wir eindeutig die bessere Mannschaft, sollten aber ganz offensichtlich nicht weiter kommen. Ich bin stinksauer und wenn das diese Saison in der Amerika-League auch wieder so läuft, werden wir in der nächsten Saison nicht mehr international antreten. Wir werden die Spiele dann verweigern und die Greise beim CONCACAF können dann gerne mal nach Macara kommen - ich kann allerdings nicht dafür garantieren, dass sie dann auch wieder unversehrt zu Hause ankommen werden.
Hier geht’s nur um die Gelder für den Verband und darum, welche Klubs diesen halbblinden Flachzangen, die in den Verbandsgremien sitzen, am meisten Geld einspielen. Die sportliche Seite juckt da doch schon längst niemanden mehr. Und wenn das so ist, dann machen wir einfach von Haus aus nicht mehr mit. Wir können schon verlieren, und dass wir für die Copa nicht stark genug sind, wissen wir schon auch selbst - aber wir lassen uns nicht mehr länger mit solch offensichtlichen und lächerlichen Aktionen wie heute vereiern. Das haben wir dann auch nicht nötig. Dann verzichten wir lieber auf die internationalen Spiele und brauchen dafür nicht diese korrupte Funktionärsbande kostenlos in unser Stadion lassen und auch noch kostenfrei verköstigen. Dann sollen sie sich ihre fetten Wänste bei anderen Klubs vollstopfen. Und das wars für heute von mir auf dieser Pressekonferenz. Wenn Sie noch Fragen zum Spiel haben, wenden Sie sich am besten direkt an die charakterlosen Versager, die sich Schiedsrichter nennen dürfen. Ich habe zu diesem Spiel nichts zu sagen, denn dass wir absichtlich verpfiffen wurden, hat jeder im Stadion und an den Fernsehern selbst sehen können, das muss ich nicht auch noch kommentieren. Ich danke für die Aufmerksamkeit und wünsche noch einen guten Tag", verabschiedete sich Macara-Coach Ekström und verließ die PK unter erheblichem Raunen der übrigen Anwesenden.
Wir sind sehr gespannt, wie der Verband auf diese mehr als deutlichen Worte Ronnie Ekströms reagieren wird. Eine Strafe dürfte wohl unausweichlich sein, allein das Strafmaß bleibt abzuwarten. Jedenfalls wurden die Verbands-Funktionäre noch nie so deutlich und massiv angegriffen wie heute.

La Hora
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Ekström verlängert bei Real Macara
Positive Nachrichten vermeldete in der heutigen PK nach der Partie gegen Deportivo Canar der Vorstand von Real Macara. Nach kurzem Gedankenaustausch haben sich der Klub und Teammanager Ekström auf eine weitere Zusammenarbeit geeinigt und den ohnehin noch eine Saison laufenden Vertrag verlängert. Danach bleibt Ronnie Ekström zwei weitere Saisons in Macara und wird seine bisherige durchaus erfolgreiche Arbeit fortführen.
Gerade auf dem Posten des Teammanagers sei Kontinuität ein ganz wichtiger Faktor, so Klubboss Miller Salazar. Und da er die bisherige Zusammenarbeit rundherum nur positiv bewerten könne, so Salazar weiter, sei es ihm ein besonderes persönliches Anliegen gewesen, den Vertrag mit Ekström zu verlängern.

La Hora
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Bitteres Aus in der CL-Quali für Real Macara
Fast wäre Real Macara die Überraschung geglückt, den Top-Favoriten San Jose Clash in der ersten Qualifikationsrunde zur Copa rauszukegeln. Nach dem etwas glücklichen 0:0 vor Wochenfrist in San Jose zeigte Real Macara im Rückspiel vor eigenem Publikum eine starke Leistung und brachte den Favoriten zum Wanken.
Schon früh gingen die Gäste aus San Jose in Führung. Einen Abstimmungsfehler in der Real-Abwehr nutzte Noe Varela eiskalt zum 0:1 in der 13. Minute aus. Doch wer dachte, nun würde Macara unter gehen, sah sich sehr schnell getäuscht. Die Ekström-Elf gab alles und übernahm nach und nach immer mehr das Kommando. Allerdings stand San Jose hinten souverän und ließ kaum einmal etwas zu und so blieb es zur Pause beim 0:1.
Nach dem Seitenwechsel kam Real dann nochmal deutlich besser ins Spiel und drückte vehement auf den Ausgleich. Die Clashs hatten nun erhebliche Probleme und kamen öfter in Verlegenheit, als ihnen lieb sein konnte. Doch erst in der 72. Minute brach Clément Middag den Bann und glich zum 1:1 für die Hausherren aus. Macara versuchte nun alles, den noch benötigten zweiten Treffer zum Weiterkommen in die zweite Qualifikationsrunde zu erzielen. Doch natürlich hat San Jose eine sehr, sehr hohe Qualität in der Mannschaft und wehrte sich nun wieder spürbar mehr gegen die Angriffe von Real und so bliebs letztlich beim 1:1-Unentschieden.
Da das Hinspiel in San Jose bekanntlich 0:0 endete, zog somit San Jose aufgrund der Auswärtstore-Regelung in die nächste Runde ein, Real Macara wird dann in der Amerika-Liga antreten.
Real-Coach Ekström nach dem Spiel: "Trotz unseres knappen und etwas bitteren Ausscheidens herzlich Glückwunsch an Rene Schmeier und seine Truppe. Alles in allem waren sie noch ein Stück zu stark für uns und sind verdient weiter gekommen. Aber wir haben gezeigt, dass der Abstand zu den Top-Teams nicht mehr so riesig ist und wir langsam näher kommen. Und obwohl wir ausgeschieden sind in der CL-Quali bin ich sehr zufrieden mit der Leistung, die meine Jungs in den beiden Partien gegen den klaren Favoriten San Jose gezeigt haben. Wir freuen uns nun auf die Amerika-Liga und hoffen, dass wir dort diesmal etwas mehr Erfolg haben werden als letzte Saison und in die K.O.-Phase einziehen können."

La Hora
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Resümee von Real Macaras Teammanager
Kurz vor Beginn der neuen Saison konnten unsere Berichterstatter wieder ein Gespräch mit Macara-Teammanager Ekström führen. Er äußerte sich zur abgelaufenen Saison, aber auch zu seiner persönlichen Situation und blickte auf die bevorstehende Runde.

L.H.: Herr Ekström, vielen Dank, dass Sie sich wieder für uns und die Fußballfans hier Zeit nehmen. Sie haben die erste Saison in Ecuador hinter sich gebracht - wie geht’s Ihnen?

R.E.: Sehr gerne. Ich hatte es ja schon nach meiner Ankunft hier gesagt - ich wurde hier sehr nett empfangen und großartig aufgenommen - von den Fans, den Spielern, den Vereinsverantwortlichen und auch von meinen Trainerkollegen hier. Daran hat sich auch Nichts geändert.
Und so fühle ich mich sehr wohl hier. Ich freue mich, den Schritt hierher getan zu haben, es war die richtige Entscheidung. Mir gefällt das Leben hier, ich mag die Menschen und das Land, es ist einfach schön, hier zu sein.

L.H.: Wie bewerten Sie die vergangene Saison?

R.E.: Insgesamt bin ich sehr zufrieden. Durch entsprechendes Training kam der Kader relativ schnell auf Konditionswerte, wie ich sie mir vorstelle und von meinen Spielern erwarte.
Dadurch konnten wir dann auch früher als ich zunächst dachte zum normalen Trainingsprogramm über gehen, das beim mir so weit nur irgendwie möglich aus Technik-Training mit Ball besteht. Insgesamt hat sich der Kader so weiter verbessert und ist jetzt ein Stück weit stärker als noch zur Winterpause.

L.H.: Und wie sind Sie mit der sportlichen, sprich ergebnis-bezogenen, Seite zufrieden?

R.E.: Ja, auch da bin ich nicht unzufrieden. In der Liga konnten wir uns etwas steigern, waren zwischendurch eine Zeit lang Vierter und konnten uns am Ende Platz 6 und damit die CL-Qualifikationsteilnahme sichern. Damit bin ich sehr zufrieden.
Im Pokal hatten wir aufgrund des Modus, dass nur die Erstligisten diesen Wettbewerb austragen, leider nur zwei Spiele. Ich war in beiden Spielen mit der gezeigten Leistung zufrieden. CD Aucas war schlicht und ergreifend einfach noch zu stark für uns und hat verdient gewonnen, aber ich war trotz unseres Ausscheidens mit dem Spiel meiner Elf zufrieden.
In der America-Liga hatten wir ein wenig Pech gepaart mit eigenem Unvermögen und sind letztlich nicht unverdient ausgeschieden. Da will ich meinen Spielern jetzt zwar keine großen Vorwürfe machen deshalb, aber da wäre schon ein wenig mehr drin gewesen und so kann ich hier nicht ganz zufrieden sein, wenngleich ich nicht direkt unzufrieden bin.

L.H.: Sie haben den Kader mit einigen Transfers erweitert und verstärkt, obwohl Sie seinerzeit sagten, hier erstmal zurückhaltend agieren zu wollen.

R.E.: Ja, das ist richtig. Allerdings muss ich auch sagen, dass das so tatsächlich nicht geplant war. Das Transfergeschehen hat sich ein klein wenig verselbständigt, da plötzlich zahlreiche für uns interessante Spieler auf dem Markt waren. Deshalb haben wir da wo wir Bedarf hatten dann auch auf dem Transfermarkt zugeschlagen.

L.H.: Der Kader entspricht jetzt also Ihren Vorstellungen - wie siehts mit weiteren Neuzugängen aus?

R.E.: Da auch in Macara das Geld nicht auf den Bäumen wächst, sind erstmal keine weiteren Transfers geplant. Mit der Zusammensetzung des Kaders bin ich grundsätzlich zufrieden, aber man strebt natürlich immer weiter nach oben und will den Kader immer noch stärker haben. Insofern haben wir natürlich noch ein paar Baustellen, aber die drücken uns jetzt noch nicht.

L.H.: Und wie sieht es mit Nachwuchsspielern aus den eigenen Reihen aus?

R.E.: Ja, das ist in der Tat ein recht großes Problem, das wir noch in dieser Saison angehen werden. Allerdings müssen wir uns dazu noch Gedanken machen, wie wir da vorgehen wollen, denn der Jugendbereich lag jetzt doch über einige Zeit ziemlich brach.

L.H.: Wie sehen Ihre Ziele für die neue Saison aus?

R.E.: Ich bin kein Freund großer Sprüche, mag aber auch das oftmals übertriebene Understatement nicht. Daher versuche ich immer, die Ziele möglichst hoch, aber trotzdem realistisch anzusetzen.
In der Liga wollen wir wieder unter die Top 6 kommen, im Pokal gebe ich prinzipiell keine Ziele aus, denn da hängt viel zu viel vom Losglück und der Tagesform ab. International gilts natürlich erstmal abzuwarten, wo wir spielen - in der Copa oder in der Amerika-Liga.
Ansonsten ist es mein Ziel, die Spieler auch diese Saison wieder ein Stück weit besser zu machen und so die Kaderstärke für die nächste Saison erneut zu erhöhen, um eines Tages dann auch mal realistisch um Titel mitspielen zu können.

L.H.: Sie wirken nicht nur insgesamt recht relaxt, sondern gerade beim Thema Titelgewinne insbesonders. Ist Ihnen egal, ob Sie Titel gewinnen?

R.E.: Natürlich will ich auch Titel gewinnen. Aber Titel kann man auf zwei Arten gewinnen - schnell in kurzer Zeit und dabei den Klub vor die Wand fahren, oder durch gezielte Aufbauarbeit, was jedoch natürlich deutlich länger dauert.
Ich bevorzuge die zweite Variante und deshalb sehe ich das Thema Titelgewinne auch relativ gelassen. Viel wichtiger ist mir die stete Entwicklung des Kaders und des Klubs. Und wenn der Vorstand die nötige Geduld aufbringt, werden wir auch Titelgewinne feiern können. Aber da mache ich mir keinen Druck und lasse mich auch nicht unter Druck setzen.

L.H.: Herr Ekström, Ihr Kollege Kevin Boger hat bei Real Quito Schluss gemacht und der Klub ist noch auf der Suche nach einem Nachfolger. Angeblich wurden Sie bereits kontaktiert. Wechseln in die Hauptstadt?

R.E.: Dazu kann ich mit absolut reinem Gewissen sagen, dass es bis heute absolut keinerlei Kontakt zwischen Real Quito und mir gegeben hat. Und ich beschäftige auch keinen Berater, mit dem man hätte Kontakt aufnehmen können. Ich kümmere mich um meine Vertragsangelegenheiten selbst. Und ich habe derzeit absolut kein Interesse an einem Vereinswechsel. Ich wünsche real Quito viel Erfolg bei der Trainersuche, aber ich werde definitiv meinen Vertrag hier in Macara erfüllen - mindestens, aber ich kann mir auch sehr gut vorstellen, hier zu verlängern.

L.H.: Dann sagen wir nun vielen Dank für dieses Gespräch und Ihre Zeit, alles Gute für die neue Saison.

Es scheint, als habe Ecuador mit Ronnie Ekström wieder einen entspannten Teammanager gewonnen, der nicht nur an kurzfristigen Erfolgen interessiert ist, sondern für nachhaltige Arbeit steht. Hoffen wir, dass auch Real Quito einen guten Teammanager finden wird.

La Hora
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Neuer Teammanager für Real Macara
Ronnie Ekström heißt der neue Teammanager bei Real Macara, der nur einen Tag vor dem Punktspiel bei Guacamayo Azogues einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben hat.
Damit hat der Klub aus der kleinen Stadt an der Grenze zu Peru seine Personalfragen geklärt. Ekström, der schon in den USA, Mexico und Uruguay tätig war, ist kein Unbekannter auf dem amerikanischen Kontinent und übernimmt nach einigen Jahren in seiner bayerischen Heimat nun erstmalig einen Klub in Ecuador.
Aufgrund des kurzfristigen Wechsels und der zahlreichen Aufgaben, die sich daraus ergeben, bat Ronnie Ekström bei seiner kurzen Vorstellung anlässlich der Vertragsunterzeichnung um Verständnis dafür, momentan für keine Interviews zur Verfügung zu stehen. Er wolle sich jetzt erst einmal einen genauen Überblick über den Kader und den Leistungsstand jedes einzelnen Spielers verschaffen um die bevorstehenden Spiele bestmöglich angehen zu können. Sobald sich die Gesamtsituation eingependelt habe, so Ekström abschließend, will er sich gerne ausführlich mit unserem Reporterteam unterhalten.
Zum Einstand gelang jedenfalls schon mal ein 2:0-Auswärtssieg bei Guacamayo Azogues durch die Treffer von C. Middag in der 62. und C. Chiroiu in der 67. Minute. Damit hält Real Macara erst einmal den 7. Tabellenplatz und zugleich auch Anschluss an die unmittelbar davor platzierten Teams.
Kommenden Mittwoch trifft das Team von Ronnie Ekström in der Amerika-Liga vor eigenem Publikum zunächst auf den uruguayischen Vertreter CA Alto Peru, ehe es am kommenden Wochenende zum Meisterschafts-Heimspiel gegen Deportivo Canar kommt.

La Hora
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Ecuador Report 05/19 - Das Halbfinale
Das ist das Finale. Nicht nur stehen die Finals fest in den beiden internationalen Wettbewerben, es ist auch der letzte Ecuador Report der Saison und damit auch der Letzte aller Zeiten. Aber wesentlich wichtiger ist die Frage, ob es von unseren drei Halbfinalisten jemand ins Finale geschafft hat. Dies klären wir in diesem Beitrag.

Wir beginnen in der Copa Libertadores beim ersten Ecuador gegen Jamaika Duell und zwar Real Jipijapa gegen Highgate Town. Genau wie alle anderen Teams aus Ecuador musste Jipijapa im Hinspiel auswärts ran. Von einem Halbfinalkracher war bei der müden Nullnummer allerdings nichts zu sehen. Jipijapa kam sehr glimpflich davon, über eine Niederlage hätte man sich kaum beschweren dürfen. So ging es ins Rückspiel in Ecuador und auch da bekamen die Zuschauer eher zähe Kost von beiden Teams zu sehen. Kurz nach der Halbzeit fiel dann die Entscheidung, als Highgate Town das einzige Tor in diesem Duell erzielte. Mit 1:0 gewannen die Jamaikaner und damit ist Real Jipijapa ausgeschieden.

Ecuador gegen Jamaika Teil 2 war bei den Partien zwischen Harbour View und Delfin FC zu sehen. Wenigstens in diesem Halbfinalhinspiel fielen Tore. In Jamaika schaffte es Delfin gegen den Favoriten ein 1:1 zu erzwingen, was eine ordentliche Ausgangslage fürs Rückspiel bot. Dann ging es für beide Teams nach Ecuador fürs Rückspiel. Bei Spielen von Delfin FC sind wenige Tore eine Seltenheit und auch dieses Spiel wurde sehr torreich. Am Ende setzte sich Delfin tatsächlich mit 4:2 gegen Harbour View durch und zieht damit zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ins Copa Finale ein.

Und den Abschluss der Rückschau bildet LDU Quito, die favorisiert waren gegen Inti Gas Deportes. Wie schon erwähnt musste auch LDU zunächst reisen, um das Hinspiel in Peru zu bestreiten. Dort demonstrierte LDU Quito, warum man der Favorit ist. 3:3 war der Endstand in einem spektakulären Halbfinale und mit drei Auswärtstoren in der Hinterhand ging es fürs Rückspiel in Ecuadors Hauptstadt. Leider konnte LDU diese Ausgangslage aber nicht nutzen. Vor den eigenen Fans verlor man mit 1:2 und scheidet damit etwas überraschend im Halbfinale der Amerikaliga aus.

Eine Finalprognose haben wir damit immerhin noch und die handelt von Delfin FC gegen Highgate Town im Copa Libertadores Finale. Leider kommt es nicht zum ecuadorianischen Finale gegen Real Jipijapa, was aber nach dem jüngsten Duell, welches Jipijapa mit 8:0 gewinnen konnte, vielleicht gar nicht so schlecht ist für das Team von Peter Trump. Stattdessen spielt Delfin als Finalneuling gegen den Titelverteidiger aus Jamaika. Schon letztes Jahr hatten wir das Duell eines Teams aus Ecuador gegen den Titelverteidiger, als Los Blancos Loja auf Godoy Tomba traf und gewinnen konnte. Hier sind die Vorzeichen aber etwas anders. Der Titelverteidiger sollte diesmal auch tatsächlich der Favorit sein was die Kaderstärke betrifft. Das trifft aber auf gefühlt jeden Gegner, mit dem es Delfin dieses Jahr zu tun hatte, zu. Auch interessant ist die Tatsache, dass beide Teams aus derselben Gruppe kommen. Somit haben wir schon zwei Duelle diese Saison zwischen den beiden Teams gesehen und diese Duelle sprechen für Delfin. In Jamaika trennten sich beide Teams mit 2:2, während Delfin FC vor heimischer Kulisse mit 3:1 gewinnen konnte. Allerdings findet das Finale auf neutralem Feld statt, dieses Jahr im wunderschönen Estádio do Maracanã in Rio de Janeiro (Brasilien). Im Gegensatz zur Amerikaliga sind Titelverteidigungen in der Copa Libertadores nicht so selten. Allein Estrella Roja schaffte in den letzten 15 Saisons zwei Mal, zuletzt in den Saisons 01/19 und 02/19. Highgate Town gelang dies allerdings noch nicht, obwohl man schon eine gefühlte Ewigkeit immer zu den Top 5 des Kontinents gehört. Alles in allem lässt sich also dieses Duell so zusammenfassen: Highgate Town kommt mit dem besseren Team, Delfin FC mit einem Trainer, der es über taktische Finesse schafft, das Maximum aus seinem Team rauszuholen. Der direkte Vergleich in dieser Saison gehört Delfin FC. Wir tippen deswegen auf einen weiteren internationalen Titel für Ecuador. Wir hoffen nur, dass Delfin FC diesmal gewinnt ohne das wir absichtlich gegen die Mannschaft tippen, obwohl wir eigentlich Delfin FC vorne sehen. Oder wir zerstören jetzt das Phänomen zum falschen Zeitpunkt. Wir werden sehen!
Prognose: Delfin FC gegen Highgate Town 3:2

Das war es vom Ecuador Report! Ecuador steht natürlich weiterhin mit einer absurden Punktzahl von 13,83 an Platz 1 der aktuellen Saison. Wir drücken dem Finalisten Delfin FC die Daumen fürs Finale. La Hora berichtet ein letztes Mal exklusiv!

Kevin Boger | Real Quito
05.07 12:59

Meister JipiJapa mit Problemen in Macara
Erst sehr spät im Spiel konnte sich Noch-Meister Real Jipijapa im Ligaspiel beim Tabellendritten Real Macara durchsetzen. Den entscheidenden Treffer zum 0:1-Endstand erzielte der türkische Mittelfeldstar Vecihi Kirintili in der 88. Minute und ließ damit seinem Coach mehrere Steine vom Herzen fallen.
Als absolut verdient bezeichnete Macara-Coach Ekström den Gästesieg, haderte aber doch ein klein wenig mit dem späten Gegentreffer. "Keine Frage, der Sieg der Gäste ist verdient, Glückwunsch an meinen Trainerkollegen Helmut Körschgen. Wir hatten uns rein ergebnistechnisch Nichts erwartet von diesem Spiel, aber meine Mannschaft hat sich tapfer gewehrt und ich hätte mich für die Jungs gefreut, wenn sie sich mit einem Punkt hätten belohnen können", so Ekström nach der Partie.
Auf der anschließenden Pressekonferenz zeigte sich Macaras Coach dann jedoch deutlich unzufriedener. Er betonte nochmals, dass der Gästesieg absolut verdient und er mit der Leistung seiner Mannschaft vollkommen zufrieden sei. Enttäuscht sei er jedoch einmal mehr vom Zuschaueraufkommen, das einem Gastspiel des amtierenden Meisters nicht würdig gewesen sei, jedoch eines der großen Probleme Macaras exakt wider spiegele, weshalb er kurzfristig einen Meinungsaustausch mit dem Vorstand von Real Macara haben werde. Weiter wollte sich Ronnie Ekström nicht dazu äußern.
Wir sind gespannt auf diesen Meinungsaustausch und werden für unsere Leser darüber berichten.

La Hora
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Gescheitert - extrem bitteres Aus für Macara in der AL
Es läuft die obligatorische PK nach dem AL-Spiel zwischen Real Macara und Monarcas Colima. Die Hausherren hatten die Partie trotz einiger personeller Probleme mit 1:0 gewonnen und ein zufriedener Coach Ronnie Ekström bekommt plötzlich einen Wutanfall, den sich zunächst niemand der Anwesenden erklären kann, bis ein Blick auf die eingeblendete Abschlusstabelle der Gruppenphase die Erklärung liefert.
Real Macara wird auf Platz 3 geführt und ist somit in der Amerika-Liga wie schon im Vorjahr nach der Gruppenphase ausgeschieden. Und genau das sorgte für Ärger und Unverständnis bei Ekström.
"Ich ging davon aus, dass wir als Gruppenzweiter in die K.O.-Runde eingezogen sind nach unserem Sieg gegen Colima. Demzufolge war ich völlig perplex, als plötzlich Real Iquitos auf Platz 2 erschien, denn wir hatten ja den direkten Vergleich gewonnen. Aber ich musste dann feststellen, dass doch alles mit rechten Dingen zuging, da ja auch Atletico Jalapa noch punktgleich war und somit alle Spiele zwischen Jalapa, Iquitos und Macara in die Wertung kamen. Wir hatten 1:2 gegen Jalapa verloren und gegen Iquitos 2:1 gewonnen und die Partie zwischen Jalapa und Iquitos endete 4:3 für Iquitos, so dass alle drei Teams aus den direkten Vergleichen je drei Punkte geholt und auch jeweils dieselbe Tordifferenz erzielt hatten. Somit mussten die erzielen Auswärtstore entscheiden und da standen Jalapa und Iquitos eben besser da als wir", äußerte sich ein frustrierter Ronnie Ekström.
"Es ist natürlich extrem bitter, so auszuscheiden und ich sehe das auch als schlechte Lösung. Allerdings muss ich auch zugeben, dass mir auch keine andere - zumindest keine bessere - Lösung einfällt. Meine Mannschaft ist natürlich sehr niedergeschlagen, denn die Spieler sehen natürlich auch, dass sie mithalten konnten mit den Top-Teams der anderen Ligen. Aber trotz aller Enttäuschung über unser Ausscheiden gratuliere ich den Teams von Jalapa und Iquitos zum Weiterkommen in der AL und wünsche ihnen alles Gute", so Ekström weiter. Und abschließend zum Thema Ausscheiden in der AL: "Wir sind so knapp ausgeschieden, wie es nur möglich war und waren nicht wirklich schlechter als unsere Konkurrenten. Natürlich kann man über die nicht gewonnenen Spiele nun diskutieren, aber das halte ich für nicht angebracht. Im Gegenteil, ich denke dass beispielsweise unser Unentschieden in Montevideo bei Nacional eher glücklich als verdient war. Nein, ich denke wir tun gut daran, jetzt nicht jedes einzelne Spiel zu hinterfragen, sondern die Situation so zu akzeptieren wie sie nunmal ist und weiter an uns zu arbeiten, um nächste Saison noch stärker auftreten zu können."

Die Frage nach einer Zwischenbilanz zum Ende der Hinrunde beantwortete der Macara-Coach so: "Natürlich überwiegt so kurz nach der Entscheidung die Enttäuschung über das Ausscheiden in der AL. Aber insgesamt haben wir eine sehr gute Hinrunde gespielt. Wir haben in den AL-Spielen gezeigt, dass wir mit der Konkurrenz aus den anderen Ländern durchaus mithalten können. Und in der Liga haben wir uns bislang Platz 4 erobert, eine sehr gute Leistung meines Teams. Der 3:2-Auswärtssieg gegen Delfin FC zum Hinrunden-Abschluss war noch ein sehr versöhnlicher Abschluss, damit durften wir nicht unbedingt rechnen. Unser Saisonziel in der Liga ist Platz 4-6 und da liegen wir also sehr gut im Rennen. Im Pokal sind wir auch noch dabei, nachdem wir per Freilos bis ins Achtelfinale vorgedrungen sind. Alles in allem bin ich bisher zufrieden, auch wenn wir in der AL unser Saisonziel, das Erreichen der K.O.-Runde, ganz knapp verpasst haben."
Zuletzt fragten unsere Reporter noch, ob Ekström seine vorzeitige Vertragsverlängerung in Macara vielleicht bereue - seine Antwort: "Das ist doch völliger Quatsch, Leute. Nein, ich bereue gar Nichts. Ich mache meine Entscheidung über Verträge nicht von einzelnen Ergebnissen abhängig, sondern davon, wie das Gesamtpaket aussieht und ob ich mich bei meinem Klub wohl fühle und ob mir der Vorstand noch genügend Vertrauen entgegen bringt. Das Gesamtpaket bei Real Macara ist sehr gut, ich fühle mich hier sowohl im Klub als auch in der Stadt sehr wohl und das Verhältnis zum Vorstand ist exzellent. Und somit gibt es für mich nicht den geringsten Grund, meine Vertragsverlängerung zu bereuen - im Gegenteil, ich freue mich, langfristig hier bleiben zu können und das Aus in der AL spornt mich nur noch mehr an, das Team für die nächste Saison noch besser zu machen."

La Hora
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Real Macara scheitert knapp in der AL
Die Spieler von Real Macara verließen nach dem Schlusspfiff das Spielfeld in Buenos Aires mit hängenden Köpfen. Das 1:1 bei CA Independiente war zu wenig, um in die K.O.-Runde der Amerika-Liga einzuziehen.

Trotz der Enttäuschung sprach Real-Coach Ekström mit unseren Reportern auf der Rückreise über die Partie und die AL-Saison. "Zunächst einmal gratuliere ich Atletico Marquense und Estudiantes Central sehr herzlich zum Einzug in die K.O.-Runde der AL. Beide Teams haben es sich verdient, weiter zu kommen", so Ekström.
Woran sein Team gescheitert sei, erklärte Ekström zunächst einmal mit der Bilanz bzw. Tabelle nach Abschluss der Gruppenphase. "Wir waren gar nicht schlecht", begann Ekström seine Erklärung, doch er legte auch gleich nach. "Zumindest auf den ersten Blick nicht. 2 Siege 3 Remis und 1 Niederlage bei 6:5 Toren sind erstmal eine positive Bilanz. Und von 6 Spielen nur eines verloren zu haben, liest sich auch nicht schlecht und selbst drei Unentschieden hören sich erstmal so schlecht gar nicht an. Aber wenn man den Blickwinkel etwas verändert, muss man eben auch feststellen, dass wir 50% unserer Spiele nur unentschieden gestalten konnten. Und da ist es erst einmal so, dass man - ganz objektiv gesehen und völlig unabhängig warum es nicht zum Sieg reichte - sagen muss, wer 50% seiner Partien unentschieden spielt, wird am Ende einfach noch nicht einmal einen Blumentopf gewinnen, egal in welchem Wettbewerb", ließ Ekström gar keinen Zweifel daran aufkommen, dass man die Hauptursache bei sich selbst zu suchen hat.
"Das ist nun einfach mal die nüchterne und sachliche Feststellung. Warum es so ist, dafür gibt es vielfältige Gründe - starke oder stärkere Gegner, Verletzungspech, schwache Schiedsrichter, schlechte Tagesform, individuelle Fehler und mehr. Der Grund für das Ausscheiden sind die Ergebnisse, für die Bewertung des Abschneidens sind dann die genannten Gründe relevant. Fakt ist, die ersten Beiden haben ihre Partien verloren und Independiente ist auch nicht grade eben mit der Top-Besetzung gegen uns angetreten, so dass wir durchaus hätten weiterkommen können. Wir haben es aber nicht geschafft, unsere Hausaufgaben zu machen und die letzte Partie zu gewinnen und somit sind wir eben raus und müssen die Schuld dafür nicht bei anderen suchen", stellte Ekström eindeutig klar.

Die Frage, wie groß die Enttäuschung über das Ausscheiden ist, beantwortete Ekström so: "Natürlich sind wir alle jetzt im Moment etwas enttäuscht. Alles andere wäre gelogen. Aber ich denke auch, wir haben uns nicht schlecht präsentiert in einer starken und ziemlich ausgeglichenen Gruppe. Und dass mehr drin war, nehme ich als Motivation für die nächste Saison, in der der gesamte Kader dann auch fitter und somit stärker sein wird. Und dann werden wir sehen, wie es läuft."

Alles in allem wirkte Ekström relativ gefasst und nahm das Ausscheiden in der AL gelassen hin. "Jetzt ein Fass aufzumachen und herumzutoben und zu schreien würde auch nichts ändern. Also arbeiten wir in Ruhe weiter um in der nächsten Saison wieder ein Stück besser und stärker zu sein" begründete er seine Ruhe trotz des ersten größeren Misserfolgs der Saison.

La Hora
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Interview mit dem neuem Teammanager von Real Macara
Weitgehend angekommen ist er mittlerweile in der ecuadorianischen Grenzstadt Macara und dem dort heimischen Klub Real Macara - der neue Teammanager Ronnie Ekström. Und er hatte gleich einen guten Start mit drei Siegen in der Liga plus einem Remis in der Amerika-Liga. Die Vereinsführung war ja durchaus von den Medien kritisiert worden, weil man sich trotz vermeintlich besserer Kandidaten für einen Trainer aus der 3. Liga Deutschlands als neuen Coach entschieden hatte. Nicht nur der Klassenunterschied wurde bemängelt, sondern vor allem die Kombination aus Klassenunterschied und Herkunft, denn die Distanz zwischen München und Macara ist doch enorm.
Doch die Klubführung ließ sich von der Kritik nicht beirren und Ronnie Ekström nicht davon beeinflussen. Und so sind die Kritiker mittlerweile verstummt, denn die Resultate lassen quasi keine Kritik mehr zu. Drei Spiele in der Liga - 3 Siege, 9 Punkte und 5:0 Tore sind die bisherige Bilanz Ekströms. Dazu ein 1:1 in der Amerika-Liga gegen CA Alto Peru. Und das trotz einiger Probleme im Kader. Dazu und auch zu anderen Themen äußerte sich Ronnie Ekström nun im Gespräch mit unseren Reportern.

L.H.: Herr Ekström, nochmals herzlich willkommen in Ecuador und vielen Dank, dass Sie Ihr Interview-Versprechen so rasch einlösen. Wie fühlen Sie sich hier?

R.E.: Vielen Dank. Ich wurde hier sehr nett empfangen und großartig aufgenommen - von den Fans, den Spielern, den Vereinsverantwortlichen und auch von meinen Trainerkollegen hier.
Ich fühle mich sehr wohl hier. Macara ist eine schöne Stadt, die Leute hier sind sehr freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit, aber - obwohl sie mich inzwischen auf der Straße schon erkennen - überhaupt nicht aufdringlich. Den ein oder anderen Autogramm- oder Selfiewunsch erfülle ich gerne, vor allem für die Kinder. Aber auf der Straße werde ich gar nicht so oft darauf angesprochen, dafür kommen die Leute zu unseren Trainingseinheiten aufs Vereinsgelände. Das Alltagsleben ist natürlich auch anders als in Deutschland, aber wie gesagt, es gefällt mir sehr gut in Macara und das Klima hier sagt mir auch sehr zu.

L.H.: Sie haben viele Sympathien durch eine einfache Maßnahme gewonnen - öffentliche Trainings. Warum?

R.E.: Nun, ganz einfach - viele Leute, vor allem Kinder bzw. Eltern mit mehreren Kindern, haben nicht die Möglichkeit, ins Stadion zu gehen. Trotzdem möchten sie "ihr" Team natürlich auch gerne mal in echt erleben, nicht nur am Fernsehschirm. Und was vergeben wir uns denn, wenn wir die Leute zuschauen lassen? Wer sich anständig benimmt, ist immer herzlich willkommen hier und eingeladen, uns bei unserer täglichen Arbeit zuzusehen. Außerdem denke ich, dass die Spieler im Training noch konzentrierter arbeiten wenn sie wissen, da schauen einige Fans zu, denn kein Spieler will sich im Training vor den Fans blamieren.

L.H.: Sie haben den Zustand Ihrer Mannschaft bei Ihrem Amtsantritt als "nicht optimal austrainiert" bezeichnet - warum?

R.E.: Zunächst einmal möchte ich klar stellen, dass dies keine Kritik an meinem Vorgänger sein soll. Diese Aussage bzw. Feststellung habe ich getroffen in Bezug auf meine Vorstellungen und Erwartungen/Ansprüche an den Fitnesszustand des Kaders. Da sah und sehe ich auch noch immer einige Luft nach oben und deshalb arbeiten wir auch noch daran.

L.H.: Sie hatten auch bezüglich der Zusammensetzung des Kaders nicht eben den glücklichsten Eindruck gemacht - richtig oder täuschte das?

R.E.: Na ja, zunächst mal möchte ich schon klar stellen, dass ich wusste, welcher Kader mich erwartet, denn ich habe mich selbstverständlich im Vorfeld mit dem Klub und dem Kader befasst, bevor ich den Entschluss gefasst habe, mich hier als Teammanager zu bewerben.
Also keine Kritik an meinen Vorgänger oder den Klub. Es ist einfach so, dass meine Art von Fußball eine etwas andere Kaderzusammenstellung erfordert. Wir werden deshalb auch das Gesicht des Kaders nach und nach verändern, den ein oder anderen Spieler holen bzw. abgeben. Aktuell stelle ich mich auch der Herausforderung, meine Vorstellungen mit dem momentanen Kader umzusetzen, aber auch meine Vorstellungen dem Kader anzupassen.

L.H.: Sie haben also Ihre Vorstellungen vom Fußball, die sozusagen mit dem derzeitigen Kader nicht ganz kompatibel sind und versuchen, einerseits selbst flexibel darauf zu reagieren, andererseits Ihre Vorstellungen so weit wie möglich umzusetzen?

R.E.: Exakt so ist es, ja.

L.H.: Planen Sie also auch große Aktivitäten auf dem Transfermarkt?

R.E.: Ich befasse mich selbstverständlich mit Spielertransfers und sichte den Transfermarkt. Aber große Aktivitäten möchte ich nicht vornehmen, denn viele Spielerwechsel schaden oftmals auch, weil die vorhandenen Spieler dann unzufrieden werden, andererseits die neuen Spieler vielleicht noch nicht so richtig harmonieren - sowohl untereinander, als auch mit den bisherigen Spielern - und dann oftmals auch die Ergebnisse nicht mehr stimmen.
Außerdem will ich auch gerne noch Abwarten, wie sich der ein oder andere Spieler in den nächsten Wochen entwickelt. Ich muss keine Transfers machen nur um zu zeigen, dass ein neuer Teammanager da ist. Wir versuchen, den Kader punktuell qualitativ und zugleich auch auf ein paar wenigen Positionen quantitativ aufzurüsten. Aber bei jedem Transfer muss das Gesamtpaket passen - ich achte auch sehr darauf, dass die wirtschaftliche Komponente stimmt.

L.H.: Aber jetzt mal zum Geschehen auf dem Platz. Ihre erste Zwischenbilanz kann sich absolut sehen lassen - 3 Siege, 9 Punkte und 5:0 Tore aus drei Ligaspielen unter Ihrer Regie. Wie fällt Ihr Urteil aus?

R.E.: Erstmal bin ich nicht der Typ Coach, der nach jedem Spiel eine Zwischenbilanz zieht oder - wie ich es gerne nenne - eine Wasserstandsmeldung abgibt. Und dann sehe ich nicht nur die Ergebnisse, sondern ich achte auf das Ganze, heißt ich schaue auch darauf, wie die Ergebnisse zustande kommen.
Aber mit den bisherigen Resultaten und Spielen bin ich durchaus zufrieden. Die Mannschaft zeigt ansprechende Leistungen und das ist mir besonders wichtig. Und so ganz nebenbei haben wir uns mit dem Sieg in Imbabura jetzt sogar vom 7. auf den 4. Tabellenplatz vorgearbeitet.

L.H.: Na das ist doch eine wunderbare Überleitung zu unserer nächsten Frage. Welche Saisonziele haben Sie?

R.E.: Natürlich habe ich mit dieser Frage gerechnet, die musste ja kommen, ist ja sozusagen Grundbestandteil eines solchen Interviews.
Es ist noch etwas schwierig für mich, die Verhältnisse in der Liga einerseits und zwischen den Nationen andererseits einzuschätzen. Ich bin kein Traumtänzer, der irgendwelche Wünsche als Saisonziele raus haut, andererseits bin ich aber auch nicht der Typ für gekünstelte Tiefstapelei, sondern ich versuche, die Situation möglichst realistisch einzuordnen und dementsprechend auch die Saisonziele zu setzen.
Ich will mit meiner Mannschaft auf jeden Fall nächste Saison wieder in der Amerika-Liga dabei sein. Für die Copa sind wir noch deutlich zu schwach aufgestellt, aber es wäre schön, wenn wir uns einen Platz für die Copa-Qualifikation nächste Saison erkämpfen könnten. Dann wäre ich sehr zufrieden, Mindestziel ist aber das Erreichen der Amerika-Liga.
International wäre es schön, wenn wir uns einen der beiden ersten Gruppenplätze erkämpfen könnten und ich denke, das Erreichen der K.O.-Runde darf auch unser Ziel und Anspruch sein. Deshalb würde ich das jetzt mal als Saisonziel nennen, alles darüber hinaus wäre sehr schön, aber Zugabe.
Und im Pokal hängt natürlich - wie dann auch im internationalen Wettbewerb - viel vom Losglück und von der Tagesform beider Teams ab. Da der nationale Pokal in Ecuador zudem nur von den Erstligisten ausgespielt wird, möchte ich da tatsächlich gar kein festes Saisonziel ausgeben. Wir werden versuchen, möglichst weit zu kommen, natürlich - aber was das dann konkret in Zahlen bedeutet, werden wir sehen.

L.H.: Herr Ekström, erlauben Sie uns eine etwas provokante Frage?

R.E.: Immer zu, Sie können mich alles fragen - ob Sie eine Antwort bekommen, werden Sie dann schon sehen...

L.H.: Warum sind Sie nach Ecuador gekommen, warum nach Macara?

R.E.: Diese Frage ist doch absolut berechtigt und legitim, ich würde sie nie als provokant bezeichnen.
Also zunächst einmal war meine Situation in Deutschland so, dass mein Vertrag bei meinem vorherigen Klub SV Heimstetten zum Saisonende auslief. Und ich merkte, dass ich nicht mehr so das richtige Feuer, die richtige Begeisterung für eine Vertragsverlängerung dort in mir hatte. Deswegen stand für mich relativ schnell fest, spätestens am Saisonende in Heimstetten aufzuhören. Die Überlegung war dann, mal eine Pause - oder wie es im modernen Fußball jetzt heißt - ein "Sabbatical" einzulegen oder eine komplett neue Herausforderung anzunehmen. Die Entscheidung darüber hing natürlich nicht zuletzt davon ab, wie eine neue Herausforderung aussehen würde. Ausgeschlossen war ein neuer Klub in Deutschland mit Ausnahme eines Top-Klubs in der zweiten Liga oder eines etablierten Erstliga-Klubs. Ansonsten war ich für alle Eventualitäten offen, egal ob Europa oder Amerika.
Dann kam die Kontaktaufnahme durch die Vereinsführung von Real Macara und ich habe mich mit dem Klub näher befasst, mir den Kader und die Infrastruktur genau angesehen. Natürlich war ich begeistert und beeindruckt von dem großen Stadion, das auch noch ausbaubar ist. Auch das Merchandising hat mich angesprochen und der Zuspruch zum Klub durch die Fans. Selbstredend war der Kader natürlich ebenfalls ein entscheidendes Kriterium. Und auch wenn ich den Kader nach meinen Vorstellungen nach und nach verändern möchte, fand ich ihn doch sehr gut. Und so habe ich mich letztlich nachdem mir mein damaliger Präsident die Freigabe erteilt hatte, dazu entschlossen, dem Präsidium mitzuteilen, dass ich an dem Posten des Teammanagers von Real Macara interessiert bin.

L.H.: Sie wussten, dass es auch noch andere Interessenten gab, die bereits in höherklassigen Ligen als Sie als Trainer im Amt waren. Wie haben Sie Ihre Chancen eingeschätzt?

R.E.: Ja natürlich war ich über die anderen Bewerber informiert und ganz ehrlich - ich hatte mir bestenfalls eine kleine Außenseiterchance aufgrund der Tatsache, dass mich der Klub überhaupt auf dem Schirm hatte, ausgerechnet. Umso mehr habe ich mich dann aber gefreut, dass sich das Präsidium dann tatsächlich für mich entschieden hat.

L.H.: Sie haben sich vorher einmal als Realist bezeichnet. Haben Sie nicht trotzdem auch Träume im Fußball?

R.E.: Ja sicher, auch stelle mir vor, wie es wäre, mal den ein oder anderen Titel zu gewinnen. Alles andere wäre gelogen. Aber ich trenne Träume oder besser gesagt Wünsche immer von der Realität, denn ich bin der Überzeugung, dass man sich im Fußball fast alles erarbeiten kann, aber auf jeden Fall alles, was man erreicht, sich zuvor erarbeiten oder verdienen muss. Und der Weg zu den großen Titeln wie Landesmeister, Sieger im Landespokal bzw. in internationalen Pokalwettbewerben ist extrem hart, extrem lang und extrem steinig und man muss auf diesem Weg viel Staub schlucken. Vom Träumen hat jedenfalls noch keiner einen Titel gewonnen.

L.H.: Können Sie uns noch etwas zu Ihrer Arbeit hier, zu Ihren Plänen hier verraten?

R.E.: Zunächst einmal habe ich einen 2-Jahres-Vertrag unterschrieben, wie Sie ja wissen. Meine Grundeinstellung ist, dass ein Vertrag nicht nur irgendein Papier ist, sondern eine gegenseitige Vereinbarung, die einzuhalten ist.
Insofern habe ich auf jeden Fall erstmal vor, meinen aktuellen Vertrag zu erfüllen. Aber ich habe mir meinen Wechsel zu Real Macara nicht nur aus sportlicher Sicht gründlich überlegt. Sondern ich habe mich auch was das Leben selbst angeht ganz bewusst für Ecuador und die Stadt Macara entschieden und deshalb kann ich mir sehr gut vorstellen, länger zu bleiben und meinen Vertrag zu verlängern, wenn es zwischen dem Klub und mir dann immer noch passt.
Meine Arbeitsweise ist aber prinzipiell immer auf eine mehrjährige Tätigkeit bei dem jeweiligen Klub ausgelegt. Ziel ist es, den Kader unaufgeregt aber konsequent immer weiter zu verstärken, sowohl durch Spieler-Transfers als auch durch eigene Nachwuchsspieler, um eines Tages zumindest ernsthafte Titelchancen zu haben.

L.H.: Herr Ekström, herzlichen Dank für dieses ausführliche Gespräch, dass Sie sich so viel Zeit genommen haben für die Presse und alles Gute für Sie und Ihr Team.

R.E.: Sehr gerne und auch sehr gerne einmal wieder.

La Hora
+++ Sportzeitung für Ecuador +++


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Ich werde nicht akzeptieren, dass gesagt wird: Die Mannschaft ist ein Scheißhaufen. So einfach ist es nicht. Logisch sind wir ein Scheißhaufen. Aber das ist nicht der einzige Punkt.
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