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Sievershäger SV trotzt Hordels Schussorkan und feiert ein 2:2

2. Bundesliga | 22. Spieltag | 02.09.26 | Sievershäger SV - TuS Hordel 2:2

Was für ein Abend in Sievershagen: 25.111 Zuschauer sahen am Mittwochabend zum 22. Spieltag der 2. Bundesliga ein 2:2 zwischen dem Sievershäger SV und TuS Hordel. Ein Ergebnis, das sich für die Gastgeber beinahe wie ein Sieg anfühlte - und für Hordel wie eine verpasste Gelegenheit, die man noch auf dem Heimweg ausgiebig mit sich selbst diskutieren durfte.

Dabei begann die Partie aus Sicht des Sievershäger SV geradezu traumhaft. Nach nur vier Minuten schlug Laurent Masse zu. Der Mittelstürmer ließ sich die frühe Einladung der Hordeler Defensive nicht entgehen und brachte die Hausherren mit 1:0 in Führung. Auf den Rängen war die Stimmung entsprechend prächtig. "Wir wollten offensiv beginnen. Dass Laurent gleich so früh trifft, war natürlich nicht im Drehbuch, aber wir nehmen auch spontane Ideen", sagte Sievershäger Trainer Foll Fosten später mit einem Lächeln.

Hordel antwortete allerdings nicht mit Panik, sondern mit langen Bällen, schnellen Gegenstößen und einer bemerkenswerten Lust am Torabschluss. Die Gäste hatten am Ende 15 Torschüsse auf dem Konto, während Sievershäger nur fünf Versuche verzeichnete. Fußball ist eben gelegentlich ein Spiel, in dem nicht der gewinnt, der öfter anklopft, sondern derjenige, dessen Türwart gerade besonders aufmerksam ist.

In der 39. Minute war es dann so weit: Tim Pfeiffer traf zum 1:1, vorbereitet von Detlev Foerster. Hordel blieb dran und drehte die Partie noch vor der Pause. In der 44. Minute erzielte Ernst Kunkel das 2:1 für die Gäste, nachdem Olav Anders den Angriff eingeleitet hatte. Kunkel, der zuvor bereits mehrfach den Abschluss gesucht hatte, belohnte sich damit für seine Beharrlichkeit. "Ich dachte irgendwann, wenn ich oft genug schieße, wird einer schon reingehen", wurde der Hordeler Offensivspieler nach dem Spiel zitiert. Eine Taktik, die wissenschaftlich fragwürdig, an diesem Abend aber durchaus wirksam war.

Hordel hatte zur Halbzeit nicht nur die Führung, sondern auch leichte Vorteile beim Ballbesitz: 51,13 Prozent standen 48,87 Prozent der Gastgeber gegenüber. Trainerin Ute Finkeldy setzte auf offensive Ausrichtung, Konter und lange Zuspiele. Ihr Team spielte genau so, wie es der Plan versprach - manchmal etwas wild, aber mit der Konsequenz einer Mannschaft, die das Tor offenbar als persönliches Zielobjekt betrachtete.

Nach dem Seitenwechsel stemmte sich Sievershäger gegen den Druck. Tim John prüfte die Gästeabwehr, Richard Stumpf wurde zunehmend auffälliger. In der 64. Minute wurde die Aufgabe für die Hausherren jedoch schwieriger: Phillip Baumann sah die Rote Karte. Sievershäger musste fortan in Unterzahl spielen, und die Gäste witterten die große Chance, den Deckel auf die Partie zu setzen.

Doch dann kam Stumpf. In der 65. Minute erzielte der erst 18-jährige linke Mittelfeldspieler den Ausgleich zum 2:2. Tomas Riedel lieferte die Vorarbeit, Stumpf vollendete - und plötzlich war das Stadion wieder ein einziges, sehr lautes Argument gegen die Hordeler Siegeshoffnungen.

In der Schlussphase drückte Hordel weiter. Ernst Kunkel suchte mehrfach den Abschluss, Tiago Valente ebenfalls. Fynn Huber musste in der 83. Minute verletzt ausgewechselt werden, Fjodor Koroljuk kam für ihn ins Spiel. Günter Wolff sah kurz darauf die Gelbe Karte. Hordel erhöhte das Pressing, Sievershäger verteidigte mit allem, was noch laufen konnte.

Am Ende blieb es beim 2:2. Hordel hatte mehr Chancen, mehr Ballbesitz und den größeren Offensivdrang. Sievershäger aber hatte Stumpf - und eine Moral, die selbst in Unterzahl nicht kapitulierte. Foll Fosten fasste es passend zusammen: "Wir haben heute nicht alles kontrolliert. Aber wir haben uns geweigert, das Spiel abzugeben." Manchmal ist das im Fußball bereits ziemlich viel. Besonders dann, wenn der Gegner 15-mal schießt und trotzdem nur zwei Tore erzielt.

03.09.2026 08:20
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Da muß man schon gucken, ob noch alles dran ist.
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