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Steuden zerlegt Hordel mit 6:0 - und braucht dafür kaum Anlauf

2. Bundesliga | 8. Spieltag | 24.09.26 | SV Steuden - TuS Hordel 6:0

SV Steuden gegen TuS Hordel, 20.30 Uhr, 21.374 Zuschauer - auf dem Papier klang das nach einem würdigen Freitagabend in der 2. Bundesliga. Auf dem Rasen allerdings entwickelte sich der 8. Spieltag zu einer jener Veranstaltungen, bei denen eine Mannschaft Fußball spielt und die andere vor allem versucht, nicht Teil einer historischen Tordifferenz zu werden. Am Ende gewann Steuden 6:0 (3:0). Hordel hatte dabei ungefähr so viel Zugriff auf das Spiel wie ein Zuschauer auf die Stadionmusik.

Nach gerade einmal einer Minute war die Partie praktisch in die Richtung unterwegs, die sie später konsequent einschlagen sollte. Julius Peters vollendete nach Vorarbeit von Berndt Steffens zum 1:0. Während die Hordeler Abwehr vermutlich noch überlegte, ob der Anpfiff wirklich schon erfolgt war, setzte Steuden nach. David Iversen und Justin Kiefer prüften früh die Defensive, Kevin Reimann tauchte immer wieder gefährlich auf. Die Gastgeber spielten nicht hektisch, sondern erstaunlich kontrolliert - was angesichts der anschließenden Torflut fast schon unhöflich souverän wirkte.

"Wir wollten von Beginn an wach sein", sagte Steudens Trainer Karli Konter später. "Dass wir nach einer Minute getroffen haben, war natürlich hilfreich. Danach mussten wir nur noch aufpassen, nicht aus Versehen zu kompliziert zu werden." Eine Sorge, die seine Mannschaft an diesem Abend nicht allzu lange beschäftigte.

In der 25. Minute erhöhte Daniel Berg auf 2:0. Der linke Verteidiger schaltete sich nach Zuspiel von Reimann vorne ein und bewies, dass die Stellenbeschreibung eines Abwehrspielers gelegentlich auch Ausflüge in den gegnerischen Strafraum erlaubt. Vier Minuten später war Reimann selbst an der Reihe: Nach Vorlage von Jay Cort traf der Rechtsaußen zum 3:0. Hordel hatte bis dahin einen Schuss aufs Tor abgegeben - und vermutlich bereits das Gefühl, damit statistisch alles Menschenmögliche getan zu haben.

Die Zahlen bestätigten den Eindruck: Steuden kam insgesamt auf 25 Torschüsse, Hordel auf vier. 61,4 Prozent Ballbesitz gehörten den Hausherren, 38,6 Prozent den Gästen. Auch bei den gewonnenen Zweikämpfen lag Steuden mit rund 57 Prozent vorne. Hordel hatte zwar offensiv begonnen und auf Konter sowie lange Bälle gesetzt, doch gegen die ausbalancierte Spielweise des SV verpuffte dieser Plan ungefähr so zuverlässig wie ein Regenschirm im Sturm.

Zur Pause reagierte Trainerin Ute Finkeldy und brachte gleich drei neue Spieler: Harald Anders ersetzte Kay Fuhrmann im Tor, Meik Heine kam für Dennis Brandt, Paul Witte für Karsten Runge. Ein mutiger Versuch, das Spiel neu zu sortieren. Nur: Steuden hatte offenbar keinerlei Interesse, dabei behilflich zu sein.

In der 56. Minute erzielte Reimann sein zweites Tor, diesmal nach Vorlage von Matthias Kraft. Hordel stand nun endgültig mit dem Rücken zur Wand, während Steuden weiter nach vorne marschierte. "Wir haben uns vorgenommen, nach der Pause nicht nachzulassen", erklärte Reimann. "Das ist uns ganz gut gelungen." Eine bemerkenswert nüchterne Einschätzung für einen Abend, an dem sein Team den Gegner regelrecht auseinanderschraubte.

In der 70. Minute traf erneut Peters, vorbereitet von Iversen. Den Schlusspunkt setzte Justin Kiefer in der 90. Minute nach einem Pass von Steffens. Dazwischen versuchte Hordel noch, mit späterem Pressing ein Zeichen zu setzen. Das Zeichen lautete allerdings eher: Wir sind noch da. Der Anschlusstreffer blieb aus.

So feierte Steuden vor heimischer Kulisse einen 6:0-Erfolg, bei dem fast alles gelang und Hordel fast nichts. Jay Cort sah in der 55. Minute noch die Gelbe Karte - ein kleiner Makel in einem ansonsten makellos einseitigen Abend. Trainerin Finkeldy wollte nach dem Abpfiff nicht lange analysieren: "Wir müssen dieses Spiel schnell abhaken." Das dürfte der unkomplizierteste taktische Plan des Tages gewesen sein.

25.09.2026 07:10
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