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Stollberg siegt knapp - TuS Hordel wacht zu spät auf

Es war ein Montagabend in Bochum-Hordel, und 25.112 Zuschauer sahen ein Spiel, das alles hatte: Tore, Gelbe Karten, Verzweiflungsschreie - und das Gefühl, dass TuS Hordel sich nach dem Schlusspfiff fragte, warum man nicht einfach zehn Minuten früher aufgewacht war. Am Ende hieß es 2:3 (1:3) gegen einen FC Stollberg, der in der ersten Halbzeit fast schon unverschämt effektiv auftrat.

Schon nach acht Minuten nutzte Stollbergs Innenverteidiger Fernando Antonio eine dieser Situationen, bei denen man sich fragt, ob der Ball magnetisch angezogen wurde. Nach einer Ecke verlängerte Julius Jahn den Ball, Antonio hielt einfach den Fuß hin - 0:1. "Ich dachte ehrlich gesagt, der Ball sei schon drüber", grinste der 21-Jährige später. Seine Trainerin Wei To rollte da nur mit den Augen: "Er soll denken, bevor er grinst."

TuS Hordel brauchte 24 Minuten, um sich zu sortieren. Dann trat Gustav Hauser, 37 Jahre jung und mit mehr Ligaerfahrung als mancher Linienrichter, aus dem Nichts auf. Nach einem Freistoß von Klaus Merkel wuchtete der Innenverteidiger die Kugel per Kopf ins Netz - 1:1, das Stadion tobte. "Ich hab’ einfach mal den Helm ausgepackt", lachte Hauser später.

Doch der Jubel hielt kaum vier Minuten. Stollbergs Angreifer Inigo Hernandez stellte wieder auf 1:2. Der Spanier, dessen Bewegungen an eine Mischung aus Stierkampf und Flamenco erinnern, nutzte eine Unordnung in Hordels Abwehr. Und als dann in der 35. Minute Linksverteidiger Mathias Moritz - ja, ein Linksverteidiger! - mit einem satten Schuss zum 1:3 traf, sah man bei Heimtrainerin Ute Finkeldy den Lebenswillen kurz die Seitenlinie verlassen. "Wir standen da wie Touristen vorm Brandenburger Tor", knurrte sie später.

Zur Halbzeit roch es also nach einem ruhigen Auswärtssieg für Stollberg. Doch Finkeldy, bekannt für ihre spitzen Pausenansprachen ("Ich habe nur dreimal laut gezählt, das reicht"), stellte um. Sie brachte den erfahrenen Berndt Brand für den jungen Fynn Huber im Sturm, und der 37-Jährige zeigte, dass Alter auch Würze sein kann.

Hordel spielte nun mutiger, mit langen Pässen, wie man es bei einem Team erwartet, das "ANYTIME" schießt, sobald der Ball halbwegs rollt. Stollberg blieb zwar gefährlich, doch das Spiel kippte in Richtung der Gastgeber. Besonders Tiago Valente sorgte über rechts für Betrieb, und in der 71. Minute belohnte sich Hordel endlich: Valente flankte scharf nach innen, Brand setzte sich im Strafraum durch und nickte wuchtig zum 2:3 ein.

"Da war noch alles drin", schnaufte Brand nach dem Spiel, "aber wir hatten zu viele Ideen und zu wenig Zielwasser." Und tatsächlich: Trotz neun Torschüssen, fast identischem Ballbesitz (50,5 Prozent zu 49,5 Prozent) und mehr Herz als System reichte es nicht mehr.

Stollberg zog sich in den letzten Minuten tief zurück, Trainerin Wei To blieb stoisch. "Ich mag es, wenn meine Jungs leiden und trotzdem gewinnen", sagte sie mit einem kaum merklichen Lächeln. Ihre Elf kämpfte, blockte, grätschte - und rettete die knappe Führung über die Zeit.

Die Gelben Karten für Moritz (19.) und Hamann (59.) auf Stollberger Seite sowie für Hordels Huber (39.) passten ins Bild eines intensiven Spiels, das nie unfair, aber immer emotional war. Selbst der Schiedsrichter hatte sichtlich Spaß - zumindest bis ein Hordel-Fan ihm in der 88. Minute zurief, er solle doch mal seine Brille putzen.

Als der Abpfiff ertönte, war’s ein klassisches Lehrstück: Wer die erste Halbzeit verschläft, muss in der zweiten rennen. Und TuS Hordel rannte - aber Stollberg hatte schon genug Punkte auf der Tafel.

"Wir haben’s spannend gemacht, das war nicht der Plan", meinte Matchwinner Moritz mit einem Augenzwinkern. Und Hordel-Coach Finkeldy zog ein bitteres Fazit: "Manchmal hilft auch Pressing auf allen Linien nicht, wenn der Gegner einfach drei Mal ins Schwarze trifft."

Ein sarkastischer Zuschauer brachte es auf den Punkt: "Wenn wir die erste Halbzeit weglassen, war’s ein 1:0 für uns." Leider zählt im Fußball immer noch das Ganze.

Und so fährt der FC Stollberg mit einem 3:2-Erfolg heim, während TuS Hordel über verpasste Chancen, späte Leidenschaft und vielleicht auch über den Wecker nachdenken darf - den für die erste Halbzeit.

10.02.643994 14:57
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