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SV Fuhlenbrock zündet Offensivfeuerwerk gegen Rohrbach - 4:1 beim Flutlichtspektakel

Ein lauer Maiabend, 42.420 Zuschauer im Stadion, und ein SV Fuhlenbrock, der offenbar beschlossen hatte, das Runde mit Nachdruck ins Eckige zu befördern: Beim 4:1-Heimsieg über den SV Rohrbach zeigte die Mannschaft von Trainer Mike Lowrey einen selten gesehenen Angriffswirbel - und das, obwohl sie laut Statistik weniger Ballbesitz hatte.

"Wir wollten gar nicht so viel Ballbesitz. Wir wollten Tore", grinste Lowrey nach dem Abpfiff, während er seinen Spielern auf die Schultern klopfte. Und Tore gab es reichlich. Schon in der 23. Minute eröffnete Haim Eban den Torreigen. Nach einem feinen Zuspiel von Arpad Varhidi zog der Mittelfeldstratege aus 18 Metern ab - das Leder zappelte unhaltbar im Netz. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen, aber dann jubelten alle - also hab ich einfach mitgemacht", witzelte Eban später.

Nur 17 Minuten später durfte das Stadion erneut beben: Rhys Hennessy, der quirligste Brite, den Bottrop je gesehen hat, dribbelte sich durch die Rohrbacher Abwehr, als seien die Gegenspieler Pappaufsteller, und vollendete eiskalt zum 2:0. Nuno Fernandes hatte mustergültig aufgelegt. Rohrbachs Torwart Heinz Heise schüttelte nach dem Treffer nur den Kopf: "Ich hab den Ball kurz gesehen - dann war er schon hinter mir."

Mit diesem 2:0 ging es in die Pause. Rohrbach, von Trainer Maik Kuntz mit offensiver Grundhaltung und Konterfokus in die Partie geschickt, hatte zwar etwas mehr vom Ball (53,6 Prozent Ballbesitz), aber kaum Durchschlagskraft. Ganze fünf Torschüsse standen am Ende zu Buche - und das, obwohl Kurt Roth und Michael Maier vorne racker­ten, was das Zeug hielt.

Nach dem Seitenwechsel bäumten sich die Gäste kurz auf, doch Fuhlenbrock blieb eiskalt. In der 53. Minute kombinierte sich das Heimteam durch die Mitte, Eban steckte durch auf Nuno Fernandes - und der Portugiese schob lässig zum 3:0 ein. Trainer Lowrey ballte an der Seitenlinie die Faust: "Das war wie aus dem Lehrbuch. Nur mit weniger Lehrern."

Rohrbach kam immerhin noch zum Ehrentreffer: In der 71. Minute traf Michael Maier nach Vorarbeit von Hanns Seidel zum 3:1. Ein wunderschöner Angriff über rechts, der zeigte, dass die Gäste durchaus Fußball spielen können, wenn man sie lässt. "Das war der Moment, in dem wir dachten: Jetzt geht noch was", sagte Rohrbach-Kapitän Gerhard Noack. Doch das dachte Fuhlenbrock offenbar auch - nur in die andere Richtung.

Denn in der Nachspielzeit (92.) setzte Arpad Varhidi den Schlusspunkt. Nach einem Eckball von Duarte Rodriguez rauschte der Rechtsaußen heran und drosch den Ball humorlos in die Maschen. 4:1 - das Publikum tobte, und irgendwo auf der Tribüne soll ein Fan gerufen haben: "Das war mehr Spaß als meine letzte Hochzeit!"

Die Statistik unterstreicht die Dominanz der Gastgeber in den entscheidenden Momenten: 16 Torschüsse, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe - das war eine Mischung aus Effizienz und Entschlossenheit. Zwar hatte Rohrbach mehr Ballbesitz, aber eben weniger Ideen. "Wir hatten den Ball. Fuhlenbrock hatte den Plan", murmelte Kuntz bei der Pressekonferenz, während er sich demonstrativ den Kragen richtete.

In der Schlussphase wurde’s noch einmal hitzig: Erst sah Rohrbachs junger Innenverteidiger Bernd Hennig in der 68. Minute Gelb nach rustikalem Einsteigen, dann kassierte Heinrich Hildebrandt auf der Gegenseite ebenfalls Gelb, als er meinte, Maier müsse mal wissen, wie sich Rasen anfühlt. Es blieb aber bei diesen beiden Verwarnungen - Schiedsrichterin Tanja Löhr behielt stets die Kontrolle.

Besonders auffällig: Rhys Hennessy, der an fast jeder gefährlichen Aktion beteiligt war, und Mittelfeldmotor Haim Eban, der das Spiel mit Tempo und Übersicht an sich riss. "Heute war’s Rock’n’Roll", sagte Eban, "nur dass keiner von uns Gitarre spielen kann."

Für Rohrbach hingegen war es der nächste Dämpfer in einer ohnehin durchwachsenen Saison. "Wir müssen lernen, dass Ballbesitz keine Trophäe ist", meinte Kuntz trocken. Und während seine Spieler enttäuscht in die Kabine schlichen, feierten die Fuhlenbrocker ihre Fans ausgelassen.

Mike Lowrey hingegen blieb auf dem Boden: "Ich bin zufrieden, aber wir haben noch Luft nach oben - besonders bei der Chancenverwertung." Ein Satz, der wohl nur von einem Trainer kommen kann, dessen Team gerade vier Tore erzielt hat.

Vielleicht ist das die neue Realität in Fuhlenbrock: weniger Ball, mehr Bälle im Netz. Und wer weiß - wenn sie so weiterspielen, wird das Stadion bald zu klein für all die Tore und Geschichten, die hier geschrieben werden.

01.12.643999 07:05
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Es gibt Phasen, da ist man etwas angespannter. Das ist doch menschlich. Es wäre doch blöd von mir, den Schauspieler zu mimen.
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