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Tasmania Berlin gewinnt dank frühem Treffer bei zähem Abend in Ludwigshafen

Es war ein kühler Januarabend in Ludwigshafen, aber die 44.869 Zuschauer im Stadion hatten sich wohl mehr erhofft als das, was ihre Mannschaft gegen Tasmania Berlin ablieferte: ein 0:1, das früh entschieden war und danach kaum noch Spannung versprach. Goran Ilicevic, Berlins abgezockter Mittelstürmer, traf bereits in der sechsten Minute - und das war’s dann auch schon mit den Toren.

Der Treffer fiel, bevor Ludwigshafen überhaupt richtig wach war. Louis Gebhardt setzte sich auf der linken Seite durch, flankte halbhoch in den Strafraum, und Ilicevic musste nur noch den Fuß hinhalten. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen, ehrlich", murmelte Ludwigshafens Keeper Jari Tainio später, während er sich den Schweiß von der Stirn wischte. "Aber Goran hat halt ein Gespür für solche Dinger."

Tasmania Berlin nutzte die frühe Führung, um das Spiel nach Belieben zu diktieren. Mit 54 Prozent Ballbesitz und 13 Torschüssen waren die Gäste das aktivere Team. Ludwigshafen kam auf mickrige vier Abschlüsse - die meisten davon aus der Verzweiflung geboren. Trainer Frank Seil gestikulierte an der Seitenlinie so energisch, dass manch einer dachte, er wolle selbst eingewechselt werden. "Wir wollten offensiv spielen", erklärte Seil nach dem Abpfiff, "aber wenn du in der sechsten Minute so ein Ei fängst, dann macht das was mit der Mannschaft."

Berlin hingegen spielte die Partie routiniert herunter. Pedro Celis und Bjarni Lundqvist wirbelten im Mittelfeld, Louis Gebhardt verteilte die Bälle, und hinten sorgte das erfahrene Abwehrduo um Herold Ostrander und Kai Mills für Ordnung - bis Meister-Coach Michael Meister in der 58. Minute gleich dreimal wechselte: Quaresma, Custodio und Ostrander kamen, um das Ergebnis über die Zeit zu bringen. "Das war ein bisschen wie Schach", grinste Meister später. "Nur dass unsere Figuren schwitzen."

Ludwigshafen versuchte in der zweiten Halbzeit alles, was in der Offensivabteilung noch übrig war. Seil brachte den 18-jährigen Heinz Schrader zur Pause - ein Verteidiger für einen Mittelfeldmann, was die Fans zunächst irritierte. Kurz vor Schluss kam dann noch Marco Vogt für den müden Bradley Primes. Der Effekt? Nun ja, keiner, den man in der Statistik finden würde.

Die Hausherren hatten ihre besten Momente zwischen der 53. und 60. Minute: Prieto, Coelho und Prieto erneut prüften Tasmanias Torwart Tiago Valente - aber der Portugiese parierte sicher, als hätte er die Schüsse im Training schon hundertmal gesehen. "Das war wie gegen eine Wand", fluchte Ludwigshafens Stürmer Esteban Prieto nach dem Spiel. "Ich glaube, der hat sogar bei meinem Schuss gelächelt."

Ab Minute 70 wurde das Spiel zunehmend zäh. Berlin kontrollierte, Ludwigshafen kämpfte, und der Ball hatte wenig Lust auf Risiko. Pedro Celis versuchte sich noch dreimal aus der Distanz, Jan Labant und Ilicevic suchten den Abschluss - aber der zweite Treffer blieb aus. Dafür sammelten beide Teams fleißig Gelbe Karten: John Gady (Berlin, 16.) und John Beecroft (Ludwigshafen, 21.) eröffneten das Foul-Festival, und kurz nach der Pause wurde auch Abbas Bischara verwarnt. Beecroft erwischte es später noch schlimmer - er verletzte sich in der 65. Minute und musste ausgewechselt werden.

"Das war ein Arbeitssieg", sagte Berlins Torschütze Ilicevic in der Mixed Zone, während er sich ein Handtuch über die Schultern legte. "Keiner redet später darüber, wie’s war - Hauptsache drei Punkte." Sein Trainer Meister nickte zufrieden: "Schön war’s nicht, aber effektiv. Wir wollten Flügelspiel, wir haben Flügelspiel bekommen - und ein Tor. Mehr braucht man auswärts nicht."

Frank Seil hingegen suchte die Erklärung irgendwo zwischen Pech und Planlosigkeit: "Wir haben offensiv gespielt, aber leider ohne Tore. Vielleicht sollten wir das mal umgekehrt versuchen."

Am Ende blieb ein Abend, der für Fans von Verteidigungsfußball durchaus seine Reize hatte - und für alle anderen den Beweis, dass frühe Tore manchmal das Schlimmste sind, was einem Spiel passieren kann.

Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen murmelte: "Wenn wir weiter so spielen, ist der Winter wenigstens schnell vorbei - da friert einem vor Langeweile nichts mehr."

Ein knapper Sieg für Berlin, ein schaler Beigeschmack für Ludwigshafen - und ein weiterer Beweis dafür, dass Fußball nicht immer schön sein muss, um Punkte zu bringen.

11.02.643987 11:54
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Ich kann nicht sagen, dass ich es nicht gesagt habe, weil ich es gesagt habe.
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