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Tasmania Berlin glänzt im Winterabend: 2:0-Erfolg über Germania Ilmenau

Berlin, 6. Januar 2026 - Wenn 59.000 Zuschauer an einem frostigen Dienstagabend ins Stadion kommen, dann erwarten sie mehr als heißen Glühwein. Und sie bekamen ihn - zumindest in Form von Cesc Quaresma, der mit einem frühen Treffer das Eis brach, und Heikki Kuqi, der später endgültig den Deckel auf die Partie setzte. Tasmania Berlin besiegte Germania Ilmenau am 6. Spieltag der 1. Liga verdient mit 2:0 und zeigte dabei, dass man auch mit "nur" 51 Prozent Ballbesitz Fußball zelebrieren kann.

Schon in der Anfangsphase war klar, dass Tasmania an diesem Abend mehr Feuer hatte. Trainer Michael Meister hatte seine Elf ausgewogen eingestellt, aber was die Berliner unter "ausgewogen" verstanden, war eine Mischung aus kontrollierter Offensive und der Lust auf das Spektakel. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur verteidigen können - das gelingt uns selten, also haben wir es gleich ganz gelassen", grinste Meister nach dem Spiel.

Cesc Quaresma war der erste, der das Publikum von den Sitzen riss. In der 18. Minute nahm er einen perfekt getimten Pass von John Hartshorn mit der Brust an, ließ einen Verteidiger stehen und schob den Ball eiskalt ins lange Eck. Germania-Keeper Vitorino Manu war chancenlos - und dürfte sich in diesem Moment gefragt haben, warum die Berliner Stürmer offenbar schon vor Weihnachten ihre Kaltschnäuzigkeit gefunden hatten. "Ich hab’ gesehen, dass der Torwart leicht nach rechts geht. Da dachte ich mir: Dann geh’ ich eben links vorbei", erklärte Quaresma später mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Bescheidenheit und Selbstzufriedenheit pendelte.

Ilmenau versuchte, mit aggressivem Pressing dagegenzuhalten. Thorben Hartung, der Gästecoach, hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt - und das merkte man spätestens, als Innenverteidiger Georg König sich in der 25. Minute plötzlich im gegnerischen Strafraum wiederfand. Der anschließende Kopfball landete jedoch dort, wo sich in der Kurve gerade ein Fan seinen Schal richtete. "Wir wollten mutig sein, vielleicht waren wir es ein bisschen zu sehr", gab Hartung später zu.

Noch vor der Pause gab’s die erste Schrecksekunde für Tasmania: Verteidiger Nuno Custodio sah Gelb, weil er meinte, den Ball nur mit beiden Beinen gleichzeitig klären zu müssen. Schiedsrichterin Lena Krüger fand das weniger charmant. "Ich hab’ nix gemacht", gestikulierte Custodio - eine Geste, die er in der 90. Minute nach seiner Gelb-Roten Karte wohl perfektioniert hatte. Zum Glück war das Spiel da längst entschieden.

Nach dem Seitenwechsel blieb Tasmania tonangebend. Sechzehn Torschüsse - das ist keine Statistik, das ist eine Bewerbung für den Tag der offenen Tür. Ilmenau dagegen brachte es auf sechs zaghafte Versuche, die eher an höfliche Anfragen als an echte Abschlüsse erinnerten.

In der 63. Minute dann der zweite Streich: Heikki Kuqi, der zuvor schon mehrfach an Manu gescheitert war, setzte sich nach feiner Vorarbeit des eingewechselten Jermolai Malachow durch und traf flach ins rechte Eck. Das 2:0 war nicht nur eine Vorentscheidung, sondern auch eine kleine Erlösung für Kuqi, der in der Vorwoche noch das leere Tor verfehlt hatte. "Ich hab extra nochmal gezielt - diesmal nicht auf die Wolken", witzelte der Finne nach dem Spiel.

Trotz des Rückstands blieb Ilmenau offensiv, allerdings so erfolglos wie ein Silvesterböller im Regen. Der junge Karl Maus brachte frischen Wind und ein, zwei ordentliche Schüsse, doch Torwart Henri Boyer im Berliner Kasten hatte offenbar beschlossen, dass an diesem Abend kein Ball mehr durchkommt.

Besonders bemerkenswert: Trotz der kämpferischen Gangart blieb das Spiel weitgehend fair. Nur Custodio verabschiedete sich kurz vor Abpfiff vorzeitig, was Trainer Meister mit einem Schulterzucken quittierte: "Nuno sammelt Karten wie andere Briefmarken - solange er sie nicht verkauft, ist alles gut."

Als Schiedsrichterin Krüger schließlich abpfiff, hatte Tasmania Berlin nicht nur die drei Punkte, sondern auch die Sympathien der Zuschauer sicher. Ilmenau dagegen muss sich fragen, wie man mit fast 49 Prozent Ballbesitz so wenig Ertrag erzielen kann. "Wir waren bemüht", murmelte Kapitän Fynn Hennig in die Mikrofone - ein Satz, der in Fußballkreisen meist das Gegenteil von Zufriedenheit bedeutet.

Fazit: Tasmania Berlin zeigte eine reife, abgeklärte Leistung und gewann völlig verdient mit 2:0. Die Mischung aus Disziplin, Humor und gelegentlicher Tollkühnheit könnte in dieser Saison noch für einige Überraschungen sorgen. Und wer weiß - vielleicht wird man dereinst sagen: Es begann an einem kalten Januarabend in Berlin, als Cesc Quaresma und Heikki Kuqi das Publikum aufwärmten.

Oder, um es mit Trainer Meister zu sagen: "Es war kein perfektes Spiel - aber eins, bei dem man gern die Heizung auslässt."

18.03.643987 00:22
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Grundsätzlich muss man sich überlegen, ob man dann weitermacht. Aber ich lasse mir da Zeit, ich denke da kurzfristig.
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