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Tasmania Berlin tanzt den Marzahner Samba - 3:1 im Hauptstadtduell

Berlin, 4. Januar 2026 - Es gibt Fußballabende, an denen man das Gefühl hat, das Drehbuch sei von einem Dramaturgen mit Sinn für Ironie geschrieben worden. Der 4. Spieltag der 1. Liga Deutschland zwischen Tasmania Berlin und dem FC Marzahn war so einer. Vor 52.945 Zuschauern im ausverkauften Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion zeigten die Tasmanen, dass sie mehr als nur ein charmantes Relikt der Berliner Fußballgeschichte sind: Mit 3:1 (3:1) feierten sie einen verdienten, stellenweise glänzenden Sieg.

Dabei begann alles wie aus dem Lehrbuch für effizienten Offensivfußball. Nach einigen Frühtests (Kuqi in der 2. Minute, Brito in der 15.) schlug Cesc Quaresma in der 19. Minute eiskalt zu. "Noe hat mir den Ball so perfekt serviert, ich musste ihn nur noch lieben - äh, reinschieben", grinste der 23-Jährige, der an diesem Abend mit jugendlicher Unbekümmertheit aufspielte.

Doch wer dachte, Marzahn würde sich in die Knie zwingen lassen, irrte. Gerade zwei Minuten später segelte ein Ball von Milos Filipovic auf den zweiten Pfosten, und Pedro Valdes drosch ihn aus spitzem Winkel zum 1:1 ins Netz. "Kurz dachte ich, wir wären jetzt im Spiel", sagte Marzahns Trainer Frank Henning später mit trockenem Humor. "Dann fiel uns ein, dass es noch 70 Minuten dauern würde."

Denn Tasmania reagierte nicht geschockt, sondern inspiriert. In der 28. Minute zog Noe Poncela nach Vorlage von Ryan Kelly aus 18 Metern ab - ein Schuss wie ein Paukenschlag, 2:1. Nur eine Minute später folgte das, was die Fans später den "Angelow-Moment" nannten: Slatko Angelow, 33 Jahre jung und offenbar altersweise, nahm einen abgefälschten Ball direkt und hämmerte ihn zum 3:1 in die Maschen. "Ich hab’ gar nicht gesehen, wo der Ball herkam", lachte er, "aber manchmal spürt man einfach, wann’s Zeit ist, Geschichte zu schreiben."

Danach wurde es ruhiger - zumindest auf der Anzeigetafel. Tasmania kontrollierte das Geschehen, hielt mit 52,8 Prozent Ballbesitz die Oberhand und kam insgesamt auf 19 Torschüsse. Marzahn brachte es auf deren sieben, und das war auch sinnbildlich für den Abend: engagiert, aber meist einen Schritt zu spät.

Trainer Michael Meister lobte seine Elf: "Die Jungs haben verstanden, dass man ein Spiel auch in 30 Minuten entscheiden kann. Danach darf man sich dann gepflegt zurücklehnen." Ganz so entspannt wurde es allerdings nicht. In der 78. Minute sah Wladimir Angelow Gelb - "völlig verdient", wie er selbst einräumte, "ich wollte dem Schiri mal zeigen, dass ich auch noch da bin."

Marzahn versuchte in der zweiten Halbzeit zwar, das Spiel noch einmal zu drehen, doch die Einwechslungen von Charles McGee (46.) und später Timm Franke (75.) verpufften wirkungslos. Und als sich Torhüter Vicente Domingos in der 84. Minute nach einer unglücklichen Parade verletzte, war das sinnbildlich für den gebrauchten Abend der Gäste.

"Wir haben zu brav gespielt", analysierte Trainer Henning nüchtern. "Wenn du mit ’WEAK’ in alle Kategorien gehst, wie’s die Statistik wohl sagen würde, dann kriegst du am Ende halt auch ein schwaches Ergebnis." Ein Seitenhieb auf seine eigene Taktik, die von Beginn an auf Konter und Zurückhaltung setzte - und Tasmania dankbar ins Spiel kommen ließ.

Auf der Gegenseite war die Stimmung gelöst. Im Kabinengang scherzte Cesc Quaresma mit Mitspieler Heikki Kuqi über dessen vergebenen Chancen: "Heikki, du hast heute so oft aufs Tor geschossen, ich dachte schon, du willst den Ball adoptieren." Kuqi lachte und konterte: "Wenn du ihn mir mal öfter abgibst, treff ich vielleicht auch."

Tasmania Berlin bleibt mit diesem Sieg in der oberen Tabellenhälfte und zeigt, dass man in Neukölln wieder vom großen Fußball träumen darf. "Wir wissen, dass wir nicht jeden Abend drei Tore in 30 Minuten machen werden", sagte Meister zum Abschied, "aber wenn’s passiert, sollte man wenigstens genießen, wie schön’s aussieht."

Und genau das tat das Publikum - mit stehenden Ovationen, La-Ola und einem kollektiven Gefühl, an einem dieser seltenen Abende dabei gewesen zu sein, an denen Fußball in Berlin wieder Spaß macht. Marzahn hingegen fuhr mit gesenkten Köpfen nach Hause - und mit der Erkenntnis, dass man im Stadtderby besser mehr als nur höflich mitspielt.

Ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Tore, und eine Prise Selbstironie - typisch Berlin eben.

22.02.643987 19:53
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