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Torfestival unter Flutlicht: Lich-Steinstraß und TuS Hordel trennen sich 4:4

Wenn Fußball ein Spektakel sein soll, dann war der Freitagabend im Licher Stadion ein Paradebeispiel. 14.188 Zuschauer sahen ein Spiel, das so wild war, dass selbst der Stadionsprecher irgendwann die Übersicht verlor. Lich-Steinstraß und TuS Hordel lieferten sich beim 4:4 (1:2) ein Torspektakel, das irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn pendelte.

Von Beginn an war klar: Hier wollte keiner abwarten. Schon nach wenigen Minuten brannte der Rasen. Hordels Fjodor Koroljuk prüfte in der ersten Minute Lichs Keeper Karl Böttcher - der ahnte wohl zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass er später viermal hinter sich greifen würde.

Das erste Tor fiel in der 14. Minute, und zwar für die Gäste. Der erst 20-jährige Günther Pfeiffer, ein zentraler Mittelfeldspieler, zog nach Vorarbeit von Vincent Albinana aus der zweiten Reihe ab - und traf trocken ins linke Eck. "Ich dachte eigentlich, der Ball fliegt ins Parkhaus", grinste Pfeiffer nach dem Abpfiff, "aber anscheinend hab ich doch was richtig gemacht."

Die Antwort der Gastgeber ließ keine 60 Sekunden auf sich warten. Ingo Nene, Lichs wieselflinker Linksaußen, wurde von Xabi Manu perfekt bedient und schob eiskalt zum 1:1 ein. Trainer Cedric Catweazle kommentierte trocken: "Wir wollten eigentlich ruhig anfangen. Meine Spieler haben das offensichtlich wörtlich falsch verstanden."

Doch Hordel hatte mehr Biss - und in Tim Pfeiffer (kein Verwandter von Günther, wie er selbst betonte) einen echten Vollstrecker. In der 23. Minute staubte er nach Vorarbeit von Marvin Fink zum 1:2 ab. Damit ging’s in die Pause, und die Zuschauer atmeten kurz durch.

Nach dem Seitenwechsel explodierte das Spiel endgültig. Zwischen der 56. und 61. Minute drehte Lich-Steinstraß mit drei Treffern das Spiel wie ein Karussell. Erst wieder Nene (nach Pass von Collantes), dann Xabi Manu (nach Vorarbeit von Gerard Girard) und schließlich Innenverteidiger Marcio Coelho per Kopf nach einer Ecke von Ben Lang - plötzlich stand es 4:2!

"Ich hab kurz überlegt, ob ich mich pinch’n muss", murmelte Catweazle in der Pressekonferenz. "So viele Tore in so kurzer Zeit - das war fast schon spanisch."

Doch Hordel wäre nicht Hordel, wenn sie sich damit abgefunden hätten. Innerhalb von zwei Minuten (69. und 70.) schlug wieder Tim Pfeiffer zu - zweimal bedient von seinem Namensvetter Günther, der offenbar beschlossen hatte, den Lichern den Feierabend zu verderben. Beide Male zog Pfeiffer aus zentraler Position ab, beide Male zappelte der Ball im Netz. 4:4!

"Wir haben einfach weitergemacht", sagte Hordel-Coach Ute Finkeldy mit einem spitzbübischen Lächeln. "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn ihr schon verteidigen nicht wollt, dann macht wenigstens noch zwei Tore. Hat funktioniert."

Statistisch betrachtet war’s ein Spiel auf Augenhöhe: 12 zu 15 Torschüsse, 49,6 zu 50,4 Prozent Ballbesitz, Zweikampfquote praktisch ausgeglichen. Dass niemand am Ende wirklich verdient gewonnen oder verloren hat, war das einzig Gerechte an diesem Abend.

Gegen Ende drängten beide Teams noch auf den Sieg. Lichs William Chevallier schoss in der 80. Minute knapp vorbei, Hordels Albinana setzte in der Nachspielzeit noch einen Strahl über die Latte. Die Fans standen längst, manche lachten, andere hielten sich den Kopf.

Gelbe Karten gab’s auch noch: Gerard Girard (55.), Xabi Manu (62.) und Ingo Nene (65.) sammelten Erinnerungen fürs Poesiealbum der Schiedsrichterei. Catweazle kommentierte das süffisant: "Unsere Jungs wollten halt auch mal was in der Statistik."

Nach dem Abpfiff applaudierten beide Fanlager gemeinsam - selten genug. "So ein 4:4 fühlt sich an wie ein Sieg und eine Niederlage gleichzeitig", sagte Tim Pfeiffer, der mit seinem Doppelpack zum Mann des Abends avancierte. "Aber ehrlich, das war einfach geil."

Und so verließen 14.188 Menschen das Stadion mit einem breiten Grinsen - oder zumindest mit dem Gefühl, ihr Eintrittsgeld war gut investiert. "Wenn’s nach mir geht", rief ein Zuschauer beim Hinausgehen, "können wir das nächste Woche wieder so machen - aber vielleicht diesmal 5:5!"

Ein verrückter Abend, an dem Fußball wieder einmal zeigte, warum wir ihn lieben: weil er manchmal keine Logik kennt, aber jede Menge Herz hat.

21.09.643990 00:45
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Ich bin davon überzeugt, dass wir die, die nicht davon überzeugt sind, davon überzeugen werden.
Christian Ziege zur Skepsis vieler deutscher Fußballfans und -experten hinsichtlich des Abschneidens der DFB-Auswahl bei der WM 2002
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