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TuS Hordel jubelt: Pfeiffer und Schöne schießen Weimar aus dem Stadion

Wenn 23.887 Zuschauer an einem kalten Januarabend ins Hordeler Stadion pilgern, dann hat das Tradition. Und diesmal bekamen sie, was sie wollten: Fußball mit Herz, Kampf - und ein bisschen Chaos. TuS Hordel besiegte den SC Weimar in der 2. Liga mit 2:0 (2:0). Zwei schnelle Tore in der ersten Halbzeit von Tim Pfeiffer (21.) und Curt Schöne (27.) reichten, um die Gäste aus Thüringen früh in die Defensive zu zwingen - und dort blieben sie dann auch, ziemlich lange.

Schon vor dem Anpfiff hatte Hordel-Trainerin Ute Finkeldy ein Lächeln auf den Lippen. "Wir wollten von Anfang an Druck machen", sagte sie später, "und wenn man sieht, wie Fjodor Koroljuk schon in der dritten Minute aufs Tor ballert, dann weiß man: Die Jungs hatten Lust." Und wie sie Lust hatten. Ganze 20 Torschüsse notierte der Statistikbogen für Hordel, die Gäste aus Weimar kamen auf magere sechs.

Dabei hatte SC-Coach Pino Zimmermann seine Elf defensiv eingestellt - Betonmischer statt Ballerinas. Doch Beton bröckelt, wenn die Kugel rollt. In der 21. Minute setzte sich Vincent Albinana auf der linken Seite durch, flankte scharf nach innen, und Tim Pfeiffer tat, was Stürmer so tun sollten: Er traf. 1:0, und das Stadion tobte. Pfeiffer grinste danach: "Ich hab’ den Ball gar nicht richtig gesehen, nur gespürt. Und dann war er drin. Schön, wenn’s so einfach wäre."

Sechs Minuten später kam der nächste Streich. Georg Heller, der Mann für die leisen, aber präzisen Pässe, steckte den Ball durch die Gasse, und Curt Schöne verwandelte eiskalt. 2:0 - und die Weimarer Abwehr sah aus, als hätte sie gerade den falschen Bus genommen. "Da waren wir einfach gedanklich nicht da", gab Zimmermann hinterher zu. "Vielleicht lag’s am Flutlicht. Oder am Gegner. Oder an beidem."

Nach dem Doppelschlag verwaltete Hordel das Ergebnis souverän, ohne in den Verwaltungsmodus zu verfallen. Koroljuk prüfte den Weimarer Keeper Daniel Mohr gleich mehrfach (13., 26., 42., 56., 75., 77., 82. Minute), aber der Schlussmann verhinderte Schlimmeres. "Mohr war heute unser bester Mann", murmelte ein Weimar-Fan auf der Tribüne, "leider ist das kein gutes Zeichen."

Weimar versuchte es nach dem Seitenwechsel mit frischem Mut und frischen Beinen. Pino Zimmermann wechselte dreimal: Hermann Lutz kam für den glücklosen Jörg Kirsch, später folgten Yannik Reimann und der 18-jährige Alexander Finnan. Doch Hordel stand kompakt - und wenn etwas durchkam, war da noch Keeper Jacob Montgomery, der mit britischer Gelassenheit die wenigen Weimarer Schüsse entschärfte.

In der 69. Minute sah Michael Pan aus Weimar noch Gelb, nachdem er Detlev Foerster unorthodox am Trikot festhielt. "Ich wollte nur kurz schauen, aus welchem Stoff das ist", witzelte Pan später. Der Schiedsrichter fand das weniger lustig.

Die letzten 20 Minuten glichen dann einem Hordeler Schaulaufen. Anicic, Koroljuk, Schöne - sie alle suchten den dritten Treffer, fanden aber nur Mohr. Finkeldy an der Seitenlinie feuerte ihr Team trotzdem weiter an, als ginge es um den Klassenerhalt. "Ich mag’s nicht, wenn wir früh abschalten", erklärte sie. "Fußball ist kein Energiesparmodus."

Weimar dagegen wirkte spätestens ab der 80. Minute wie ein Team, das sich innerlich schon auf die Rückfahrt vorbereitet hatte. Nur einmal, in der 87. Minute, sorgte Youngster Finnan mit einem beherzten Schuss für Aufsehen - Montgomery lenkte den Ball jedoch spektakulär über die Latte. Das Publikum honorierte es trotzdem mit Applaus - fairer Sportsgeist im Ruhrgebiet, man glaubt es kaum.

Am Ende stand ein ungefährdeter 2:0-Erfolg, der in Zahlen so klar war, wie er auf dem Platz aussah: 54,7 Prozent Ballbesitz, 20:6 Torschüsse, 54,5 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Und ein Gegner, der zwar brav mitspielte, aber nie gefährlich wurde.

"Das war eine erwachsene Leistung", resümierte Pfeiffer, der sich den Spielball schnappen wollte, bis Schöne grinsend meinte: "Zwei Tore zählen mehr als eins, Tim." Worauf Pfeiffer trocken konterte: "Aber meins war schöner."

So blieb die Stimmung auch nach Abpfiff gelöst, während sich die Fans durch die kalte Nacht nach Hause schoben. TuS Hordel klettert mit dem Sieg in der Tabelle weiter nach oben - und in Weimar wird man wohl noch ein paar Trainingseinheiten ins Pressing investieren müssen.

Oder, wie Trainer Zimmermann es formulierte: "Wir wollten kein Pressing spielen - und das hat hervorragend geklappt."

Ein Satz, der das Spiel perfekt zusammenfasst.

17.09.643987 19:48
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