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TuS Hordel stolpert, Bad Urach jubelt: 1:2 im Ruhrstadion

Es war ein kalter Februarabend in Bochum-Hordel, aber die 29.508 Zuschauer sorgten für Temperaturen, die kaum ein Thermometer fassen konnte. TuS Hordel empfing am 18. Spieltag der 2. Liga den FV Bad Urach - und es wurde ein Abend, an dem sich Geduld, Ballbesitz und ein gewisser Marco Stark am Ende durchsetzten.

Die erste Halbzeit war ein Musterbeispiel für das, was Trainer Ute Finkeldy später als "kontrollierte Behutsamkeit" bezeichnete. Übersetzt: Hordel wollte kein Risiko eingehen. Die Gäste aus Bad Urach dagegen ließen den Ball zirkulieren, so geschmeidig, dass man fast Applaus aus dem Technikseminar erwartete. Eduardo Pelegrin prüfte Hordels Keeper gleich dreimal in den ersten Minuten, Mike Klein hämmerte den Ball in der 7. Minute knapp über die Latte, und Lars Schmidt ließ in der 11. Minute ein Raunen durchs Stadion gehen. "Da dachte ich kurz, wir spielen Handball im Strafraum", grinste Finkeldy nach der Partie.

Doch es blieb beim 0:0 zur Pause - dank eines tapferen TuS-Hintermanns Nico Blum, der sich in jeden Schuss warf, als ginge es um die letzte Currywurst im Ruhrgebiet.

Nach dem Seitenwechsel wechselte Hordel gleich dreifach. Neuer Keeper, neuer linker Verteidiger, neuer Innenverteidiger - frischer Wind, der zunächst tatsächlich Wirkung zeigte. In der 54. Minute zündete Günther Pfeiffer einen schnellen Pass auf den rechten Flügel, wo der erst 19-jährige Marwin Rodriguez durchstartete. Ein kurzer Blick, ein trockener Schuss - 1:0 für Hordel! Das Stadion explodierte, und Rodriguez rannte jubelnd Richtung Eckfahne, als wolle er sie gleich mit nach Hause nehmen.

"Ich hab gar nicht nachgedacht, einfach draufgehauen", sagte der Youngster später, noch halb ungläubig über seinen Treffer.

Doch Bad Urach ließ sich nicht beirren. Trainer Giuseppe Spera blieb ruhig an der Seitenlinie, klatschte und rief nur: "Weiter, Jungs, das ist erst das Warmmachen!" Und tatsächlich: In der 72. Minute kam der große Moment von Marco Stark. Nach einem Pass von Eduardo Pelegrin stand der bullige Mittelstürmer goldrichtig und schob überlegt zum 1:1 ein. "Ich hab nur gehofft, dass der Ball nicht wieder über den Fangzaun fliegt", witzelte Stark später mit einem breiten Grinsen.

Ab da nahm das Spiel Fahrt auf - zumindest aus Sicht der Gäste. Bad Urach presste plötzlich, als hätte jemand den Turbo gezündet. Hordel dagegen wirkte müde, beinahe überrascht, dass die Partie noch 20 Minuten dauerte.

In der 85. Minute fiel dann die Entscheidung: Der eingewechselte Tim Roth flankte von links, Mike Klein rauschte heran und drückte den Ball zum 1:2 über die Linie. Das Tor war so verdient wie unspektakulär - aber das interessierte in diesem Moment nur die Gäste. Klein riss die Arme hoch, und Urachs Ersatzkeeper Werner Schultz, der keine zwei Minuten später selbst eingewechselt wurde, rannte jubelnd über den Platz. "Ich wollte einfach dabei sein", erklärte er lachend.

TuS Hordel versuchte es noch einmal mit langen Bällen, aber der Ballbesitz von 47 Prozent und nur fünf Torschüsse sprechen Bände. "Wenn du den Ball nicht hast, kannst du auch nicht schießen", sagte Finkeldy trocken. Ihre Spieler nickten stumm.

Bad Urach dagegen feuerte aus allen Lagen - 19 Torschüsse, zwei Tore, zwei Gelbe Karten und jede Menge Selbstvertrauen. "Wir waren heute einfach gierig", meinte Trainer Spera nach dem Abpfiff. "Ich sage den Jungs immer: Fußball ist kein Picknick. Und heute haben sie das verstanden."

Auf den Rängen applaudierten auch einige Hordel-Fans anerkennend. Man wusste, dass der Abend unter dem Flutlicht zwar mit Enttäuschung endete, aber nicht ohne Hoffnung. Rodriguez und Pfeiffer, beide kaum älter als ein Führerschein, zeigten, dass die Zukunft des TuS nicht grau ist - vielleicht nur ein bisschen grün hinter den Ohren.

Und so ging der 18. Spieltag zu Ende, wie so viele in dieser Liga: mit einem knappen Ergebnis, einer Portion Drama und der Erkenntnis, dass Fußball manchmal einfach ein Geduldsspiel ist - oder, wie Marco Stark es formulierte, "wie ein Date: Wenn du zu früh schießt, geht’s meistens schief."

Ob er damit den Ball oder sein Privatleben meinte, blieb offen. Aber eines stand fest: Bad Urach nimmt drei Punkte mit nach Hause, Hordel den Trost, wenigstens eine Halbzeit lang geführt zu haben. Und das ist manchmal schon mehr, als ein Tabellenplatz verrät.

03.01.643991 08:47
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