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Manchmal erzählt der Fußball Geschichten, die so eindeutig sind, dass selbst der neutrale Beobachter beim Schreiben leicht gähnen muss. TuS Hordel gegen den FC 1903 Wangen war so ein Fall - ein Spiel, das mit 0:2 (0:1) endete, aber auch 0:5 hätte heißen können, wenn der Ball ein Herz für Statistikfreunde hätte. Vor 27.988 Zuschauern im Bochumer Stadion tanzte Wangen auf dem Rasen, während Hordel eher so wirkte, als wolle man die Frühlingssonne genießen. 20 Torschüsse der Gäste standen einem einzigen Versuch der Hausherren gegenüber. Ballbesitz? 59 Prozent Wangen, 41 Prozent Hordel - und das war noch geschmeichelt. Der Abend begann harmlos, endete aber schmerzhaft. Nach einer guten halben Stunde erlöste Ryan MacNaughton die Gäste mit einem satten Schuss aus halbrechter Position. Jungspund Halvor Ovesen hatte zuvor elegant durch die Mitte gelegt. "Ich hab’ gar nicht gesehen, wo der Ball hinfliegt - ich hab’ einfach draufgehauen", grinste MacNaughton später. Trainer Ready Play nickte zufrieden: "So sieht das aus, wenn man sich an den Matchplan hält und nicht auf TikTok schaut, während der Gegner anstößt." TuS-Trainerin Ute Finkeldy hingegen stand stoisch an der Seitenlinie, die Arme verschränkt, die Stirn in Falten. "Wir wollten offensiv beginnen", sagte sie nach dem Spiel. "Hat auch geklappt - bis zum Anstoß." Ihr Team rannte, kämpfte, und doch blieb es beim Versuch. Der eine Torschuss von Mateja Anicic in der 73. Minute wurde vom Wanger Keeper Giovanni Sala so gemütlich gefangen, dass er danach kurz in die Kamera winkte. Nach der Pause wechselte Finkeldy dreifach - Merkel, Hauser und Stefan kamen, um die müden Beine zu ersetzen. Doch kaum hatte das Publikum den Kaffee ausgetrunken, fiel das 0:2. Wieder war es MacNaughton, der nach einer butterweichen Flanke von Freddie Ramsay verwandelte (47.). "Ein Tor wie aus dem Lehrbuch - Seite 12, Kapitel ’So macht man’s richtig’", murmelte ein Reporter auf der Pressetribüne. Besonders auffällig: der 19-jährige Harry Kane - nein, nicht derjenige aus England, sondern Wangens jugendlicher Wirbelwind mit gleichem Namen. Kaum eingewechselt, prüfte er Hordels Keeper Davide Lorenzo gleich viermal. "Wenn ich so weiterschieße, krieg ich bald den Spitznamen ’Harry der Hammer’", lachte er nach Abpfiff. Während Wangen seine defensive Balance beibehielt, lief Hordel weiterhin ins Leere. Lange Bälle auf Verdacht, Konterversuche, die schon im Ansatz verpufften - das "offensive" Konzept blieb Theorie. Selbst die Statistik wirkte deprimiert: Zweikampfquote von 40,8 Prozent, kaum Spielfluss, kaum Ideen. "Manchmal ist Fußball brutal ehrlich", meinte Finkeldy anschließend. "Wir haben uns bemüht - und Wangen hat Fußball gespielt." Ein Satz, der in seiner Schlichtheit das ganze Spiel zusammenfasst. Ihre Spieler schauten betreten zu Boden, während die Gäste lachend in die Kabine verschwanden. Trainer Ready Play war da schon in Plauderlaune. "Ich mag’s, wenn ein Plan funktioniert", sagte er und verwies auf die disziplinierte Grundordnung. "Wir mussten nicht viel riskieren. Zwei Tore, drei Punkte, keine Dramen - das ist fast schon langweilig." Doch langweilig war es nur für die Statistikfreunde. Für die Fans war’s ein Fußballabend mit herrlich klarem Ausgang: Ein junges, ballsicheres Wangen-Team, das reif und geduldig spielte, gegen ein Hordel, das an seine Grenzen stieß. Und während die Flutlichtmasten erloschen und die letzten Zuschauer Richtung Parkplatz schlenderten, seufzte ein Hordel-Anhänger: "Wenn wir wenigstens einmal aufs Tor geschossen hätten…" - "Haben wir doch", antwortete sein Freund trocken. "In der 73. Minute. War schön anzusehen." So bleibt ein Fazit: Wangen spielt, Hordel schaut. Und wenn es beim nächsten Mal wieder heißt "offensiv beginnen", wird Trainerin Finkeldy hoffen, dass ihre Mannschaft diesmal auch den Ball findet. (600 Wörter) 03.12.643993 02:05 |
Sprücheklopfer
Ich werde mir eine Schaf-Farm in Neuseeland kaufen und Schafswurst herstellen, um sie nach Bayern zu exportieren. Nee, mal im Ernst, was für eine blöde Frage ist das? Wie denkt man sich solche Fragen aus? Gibt man sein Hirn schon vor oder erst nach dem Journalistikstudium ab?
Peter Neururer auf die Frage nach seinen Plänen nach dem geschafften Wiederaufstieg in die Bundesliga: