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Pokal | 1. Runde | 16.08.26 | 1. FC Heidenheim - TuS Hordel 0:4 Schon nach acht Minuten war klar, dass Hordel nicht angereist war, um höflich um ein Erinnerungsfoto zu bitten. Vincent Albinana traf zur Führung. Der linke Mittelfeldspieler hatte bereits in der vierten Minute die Gelbe Karte gesehen, ließ sich davon aber offenbar nicht aus dem Konzept bringen. Erst Verwarnung, dann Tor - eine effiziente Form der Abendgestaltung. Heidenheim fand kaum Zugriff auf das Spiel. Die Mannschaft von Tino Körber agierte zunächst ausgewogen, wollte über kontrolliertes Passspiel und gute Chancen zum Erfolg kommen. Das Problem: Gute Chancen blieben ungefähr so selten wie ein ruhiger Moment auf einer Pokaltribüne. Henry McGee gab in der 42. Minute den einzigen Torschuss der Gastgeber ab. Ein Versuch, der statistisch immerhin verhinderte, dass die Heidenheimer Torschussbilanz völlig leer blieb. "Wir wollten geduldig bleiben", sagte Körber nach dem Spiel sinngemäß. "Leider war Hordel deutlich geduldiger darin, auf unsere Fehler zu warten." In einer fiktiven Szene an der Seitenlinie soll ein Heidenheimer Fan kurz darauf gerufen haben: "Spielt ihr eigentlich schon, oder wartet ihr noch auf die zweite Halbzeit?" Der Ruf war nicht offiziell bestätigt, passte aber zur allgemeinen Stimmungslage. Hordel dagegen spielte offensiv, suchte den schnellen Gegenstoß und schickte die Bälle bevorzugt lang nach vorn. Besonders Tim Pfeiffer beschäftigte die Heidenheimer Defensive. Der Mittelstürmer kam bereits vor der Pause mehrfach zum Abschluss und blieb auch nach dem Seitenwechsel ein permanenter Unruheherd. Fynn Huber und Ernst Kunkel feuerten ebenfalls wiederholt auf das Tor von Gerhard Alex. Zur Halbzeit führte Hordel 1:0. Heidenheim hatte 42,2 Prozent Ballbesitz, Hordel 57,8 Prozent. Das klingt zunächst nicht nach einer vollständigen Belagerung - doch die 23:1-Torschussbilanz erzählt die deutlich ehrlichere Geschichte. Hordel hatte den Ball nicht nur häufiger, sondern wusste auch etwas damit anzufangen. Ein unangenehmer Unterschied, gerade im Pokal, wo sich Favoriten gerne einreden, Ballbesitz sei bereits ein Teil des Sieges. Acht Minuten nach Wiederbeginn fiel die Vorentscheidung: Pfeiffer erhöhte in der 58. Minute auf 2:0. Robert Held lieferte die Vorarbeit, Pfeiffer vollendete. Heidenheim blieb seinem taktischen Plan treu und veränderte weder Ausrichtung noch Pressing. Das war konsequent - ungefähr so konsequent wie ein Regenschirm im Hallenbad. "Wir haben nie aufgehört, an unsere Ordnung zu glauben", lautete die zugespitzte Version von Körbers Analyse. Ute Finkeldy durfte dagegen zufrieden feststellen: "Wir wollten mutig sein, schnell umschalten und aus allen Lagen abschließen. Heute hat das erstaunlich oft nach Fußball ausgesehen." In der Schlussphase wurde es bitter für Heidenheim. Olav Anders traf in der 88. Minute zum 3:0, vorbereitet von Pfeiffer. Zwei Minuten später setzte Pfeiffer mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt. 4:0 - ein Ergebnis, das nicht nur deutlich, sondern angesichts der Chancenverteilung beinahe höflich ausfiel. TuS Hordel zieht verdient in die nächste Pokalrunde ein. Heidenheim bleibt die Erkenntnis, dass der Pokal tatsächlich eigene Gesetze hat. Eines davon lautet offenbar: Wer nur einen Torschuss abgibt, sollte wenigstens hoffen, dass er viermal zählt. 17.08.2026 09:18 |
Sprücheklopfer
Hitlers Tagebuch. Das hat mich dann doch interessiert.
Stefan Effenberg auf die Frage, welches Werk der Weltliteratur ihn besonders geprägt habe