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TuS Hordel tanzt den Steuden-Schritt - 3:0 im Flutlichtglanz

Es war einer dieser Abende, an denen 29.945 Zuschauer im Hordeler Stadion wussten: Heute wird’s kein Geduldsspiel, heute wird’s ein Feuerwerk. TuS Hordel besiegte den SV Steuden mit 3:0 (2:0) und machte dabei deutlich, dass man nicht zwingend Stürmer heißen muss, um Tore zu schießen. Zwei Treffer gingen nämlich auf das Konto von Innenverteidiger Luke Kinsella - der Mann, der sonst hinten Beton anrührt, zeigte sich plötzlich als Torgarant.

Schon früh war klar, dass Hordel in Spiellaune ist. Nach gerade einmal vier Minuten prüfte Vincent Albinana den Steudener Keeper Julius Seiler mit einem satten Schuss aus 20 Metern. Eine Minute später war Tim Pfeiffer dran. "Da wusste ich, heute fliegt uns was um die Ohren", murmelte Steudens Trainer Karli Konter nach dem Spiel mit einem gequälten Lächeln.

In der 12. Minute klingelte es dann tatsächlich: Ecke von Albinana, Kopfball von Kinsella - 1:0. Der Innenverteidiger rannte jubelnd Richtung Eckfahne, während Coach Ute Finkeldy an der Seitenlinie die Faust ballte. "Luke hat heute wohl vergessen, dass er Verteidiger ist", witzelte sie später. "Aber wenn er so trifft, darf er das ruhig öfter vergessen."

Steuden versuchte sich kurz zu sammeln, fand aber kaum Wege durch den kompakten Hordeler Verbund. Julius Peters holte sich in der 10. Minute früh Gelb, sinnbildlich für den nervösen Start der Gäste. Während Hordel mit langen Bällen und blitzschnellen Flügelangriffen agierte, blieb Steuden offensiv harmlos - ganze drei Torschüsse standen am Ende zu Buche.

In der 39. Minute folgte dann der zweite Nackenschlag: Marwin Rodriguez startete auf der rechten Seite, flankte scharf in den Strafraum, und Tiago Valente grätschte den Ball akrobatisch über die Linie. 2:0 - das Stadion bebte. "Ich wollte eigentlich flanken, ehrlich", grinste Rodriguez nach der Partie. "Aber manchmal hat der Ball einfach einen eigenen Plan."

Mit dieser komfortablen Führung ging es in die Pause, und man konnte fast Mitleid mit den Gästen haben. Finkeldy wirkte entspannt, während Konter in der Kabine wohl eher nach einem Wunderplan suchte. Der blieb allerdings aus. Zwar wechselte Steuden zur Halbzeit gleich doppelt: Carl Barros kam für den jungen Justin Kiefer, Kevin Reimann ersetzte Björn Kraft, doch die Wende blieb ein Wunschtraum.

Hordel kontrollierte weiter das Geschehen, hatte 58 Prozent Ballbesitz und gewann die Mehrzahl der Zweikämpfe. Der Rest war eine Demonstration: Angriff um Angriff rollte auf das Tor von Seiler. Einmal musste sogar Rechtsverteidiger Detlev Foerster zum Schuss ansetzen - der Ball segelte knapp vorbei, aber das Publikum honorierte den Versuch mit Szenenapplaus.

Dann, in der 73. Minute, das Sahnehäubchen: Olav Anders passte präzise in den Strafraum, Kinsella schlich sich nach vorn, und wieder war der Innenverteidiger zur Stelle - 3:0, Deckel drauf. "Ich weiß gar nicht, was mich geritten hat", lachte Kinsella später. "Vielleicht war’s das neue Shampoo - Kopfbälle gehen seitdem besser."

Steuden kam kaum noch zu Entlastung. Ein letzter Schuss von Günther Haupt in der 79. Minute war eher eine Pflichtübung für Hordel-Keeper Jacob Montgomery, der sich ansonsten fast gelangweilt die Handschuhe sauber hielt. Als dann auch noch Oldie Cameron O’Farrell in der 70. Minute verletzt raus musste, war klar, dass es für die Gäste ein bitterer Abend werden würde.

Coach Konter fasste es trocken zusammen: "Wir hätten heute auch mit drei Torhütern gespielt - Hordel war einfach besser." Und tatsächlich: Mit 17 Torschüssen und einer beeindruckenden Offensivfreude zeigte das Team von Finkeldy, dass man in der 2. Liga nicht nur mit schönem Ballbesitz, sondern auch mit konsequentem Abschluss glänzen kann.

Während die Fans nach Abpfiff noch "Hordel, Hordel!" sangen, winkte Finkeldy Richtung Kurve und rief: "Das war erst der Anfang!" - wohl wissend, dass solche Spiele nicht jeden Tag gelingen.

Man darf gespannt sein, ob TuS Hordel diesen Schwung mitnimmt. Wenn Verteidiger Kinsella weiter trifft und die Flügelspieler so aufdrehen, könnte der Aufstieg irgendwann kein Tabuthema mehr sein. Und wer weiß - vielleicht bestellt Ute Finkeldy schon mal ein paar Extraflaschen Sekt für die Kabine.

Denn wenn selbst die Abwehr Tore schießt, dann läuft’s. Und wie.

18.02.644000 19:52
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