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TuS Hordel überrollt Weiler im Allgäu nach der Pause

Pokal | 2. Runde | 28.09.26 | TuS Hordel - Weiler im Allgäu 5:1

Was für ein Pokalabend in Hordel: Vor 44.250 Zuschauern hat der TuS Hordel Weiler im Allgäu mit 5:1 (2:1) aus der zweiten Runde befördert. Eine Halbzeit lang war die Partie offen, danach wurde sie zu einer öffentlichen Vorführung mit Fußballschuhen.

Die Gäste begannen keineswegs schüchtern. Tomasz Stoll prüfte Hordels Defensive bereits in der sechsten Minute, kurz darauf musste auch Torhüter Robert Schöne erstmals ernsthaft aufpassen. Doch Hordel hatte den besseren Plan: offensiv ausgerichtet, mit langen Bällen und schnellen Kontern. Die taktische Idee von Trainerin Ute Finkeldy klang auf dem Papier nach Risiko - auf dem Rasen nach ziemlich guter Unterhaltung.

In der 17. Minute schlug es erstmals ein. Tiago Valente, der zuvor bereits auf das Tor geschossen hatte, vollendete nach Vorarbeit von Marwin Rodriguez zum 1:0. Hordel führte, das Stadion tobte, und irgendwo auf der Tribüne soll ein Zuschauer gerufen haben: "Jetzt bitte nicht wieder nervös werden!" Ein vernünftiger Wunsch, der im Pokal traditionell ungefähr so viel Einfluss hat wie ein Regenschirm im Sturm.

Weiler blieb dran und wurde belohnt. In der 26. Minute traf Michel Hierro nach Zuspiel von Dimas Allegri zum 1:1. Der rechte Verteidiger stand plötzlich dort, wo man ihn als Verteidiger nicht unbedingt erwartet - nämlich goldrichtig. Hordel antwortete allerdings mit der Ruhe einer Mannschaft, die ihren Abendplan nicht wegen eines kleinen Gegentors umwerfen möchte.

In der 33. Minute stellte Fynn Huber den alten Abstand wieder her. Joel Schumacher legte auf, Huber schloss ab - 2:1. Bis zur Pause blieb Weiler gefährlich, kam aber trotz sieben Torschüssen nicht mehr zum Ausgleich. Hordel hatte zu diesem Zeitpunkt bereits elf seiner insgesamt 18 Torschüsse abgegeben und besaß 59,25 Prozent Ballbesitz. Das war kein zufälliges Übergewicht, sondern zunehmend eine Ansage.

Nach dem Seitenwechsel wurde aus der Ansage ein Urteil. Tim Pfeiffer erhöhte in der 52. Minute nach Vorlage von Schumacher auf 3:1. Nur drei Minuten später war Schumacher selbst an der Reihe: Valente bediente ihn, und der 21-Jährige traf zum 4:1. Weiler im Allgäu wirkte nun wie eine Mannschaft, die gerne eine kurze Pause beantragen würde, aber leider keinen entsprechenden Menüpunkt im Regelwerk findet.

In der 60. Minute reagierte Trainer Mino Raiola mit drei Wechseln. Yannik Arnold, Jürgen Linke und Dieter Völker kamen für Dimas Allegri, Bernardo Yanez und Juergen Berg. Der gewünschte Umschwung blieb jedoch aus. Stattdessen setzte Schumacher in der 71. Minute den Schlusspunkt - diesmal nach Vorarbeit von Nico Blum. Sein zweiter Treffer an diesem Abend machte aus einem Pokalspiel endgültig eine Hordeler Festveranstaltung.

Weiler kam insgesamt auf sieben Torschüsse, Hordel auf 18. Auch in den Zweikämpfen lag der Gastgeber mit 54,71 zu 45,29 Prozent vorne. Die Partie blieb dabei vergleichsweise diszipliniert: Klaus Merkel, Asen Todorow und Arnold sahen jeweils Gelb, Platzverweise gab es keine.

"Wir haben nach dem 1:1 nicht den Kopf verloren", hätte Finkeldy nach dem Spiel sagen können - tatsächlich liegen keine Originalzitate vor. Und vielleicht wäre genau das die passende Zusammenfassung gewesen. Hordel blieb offensiv, lauerte weiter auf Konter und schoss aus nahezu jeder brauchbaren Lage. Weiler dagegen hatte nach der Pause vor allem das Problem, dass Hordel auf nahezu jede Frage eine Antwort und auf fast jeden Angriff einen Gegenzug hatte.

So bleibt ein 5:1, fünf verschiedene Hordeler Torerlebnisse und ein Abend, an dem der Pokal seinen eigenen Humor bewies: Erst Spannung, dann Überlegenheit - und am Ende war der Sieger so klar, dass selbst der Anzeigetafel langsam langweilig geworden sein dürfte.

29.09.2026 09:08
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