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Es gibt Abende, an denen alles schiefgeht - und dann gibt es den 10. Mai 2026 für den FC Beilngries. Vor 8000 Zuschauern im heimischen Stadion wurde die Mannschaft von Trainer Andreas Tiefenbach von TuS Hordel regelrecht auseinandergenommen. 0:5 hieß es am Ende, und das war noch schmeichelhaft. Denn während Beilngries es in 90 Minuten nicht einmal zu einem einzigen Torschuss brachte, feuerte Hordel 24 Mal auf den Kasten. Ein Klassenunterschied, der sich schon nach wenigen Minuten abzeichnete. "Ich hatte das Gefühl, wir spielen gegen zwölf Mann - vielleicht sogar dreizehn, wenn man den Wind mitzählt", sagte Tiefenbach nach dem Spiel mit einem gequälten Lächeln. Sein Gegenüber Ute Finkeldy grinste nur und meinte trocken: "Wir wollten eigentlich defensiv beginnen. Aber dann hat Olav einfach beschlossen, das Spiel zu eröffnen." Gemeint war Olav Anders, der junge zentrale Mittelfeldspieler, der bereits in der 7. Minute den Torreigen eröffnete. Nach feinem Zuspiel von Vincent Albinana zog Anders aus 20 Metern ab, der Ball schlug unhaltbar im rechten Winkel ein. Das Publikum war noch dabei, sich über den frühen Rückstand zu ärgern, da legte Tim Pfeiffer doppelt nach - in der 25. und 28. Minute. Zwei Tore, zwei Mal eiskalt, zwei Mal Beilngries im Tiefschlaf. "Ich wusste gar nicht, dass man in so kurzer Zeit so oft jubeln kann", witzelte Pfeiffer später in der Mixed Zone. "Ich hätte fast vergessen, wie das mit dem Abklatschen geht, so oft mussten wir’s machen." Zur Halbzeit stand es 0:3, und manch einer auf den Rängen glaubte, Beilngries würde nach dem Seitenwechsel umstellen, vielleicht offensiver werden. Doch Trainer Tiefenbach setzte weiter auf "kontrollierte Defensive" - ein Begriff, der an diesem Abend eher wie Ironie klang. Die Beilngrieser wirkten gehemmt, zaghaft, und während Torhüter Benjamin Unger tapfer Schuss um Schuss entschärfte, war klar: Das ging nicht gut aus. Nach der Pause wechselte Finkeldy gleich dreifach und gönnte sogar ihrem Stammtorhüter Kay Fuhrmann eine Pause. Ein Luxus, den man sich beim Stand von 0:3 leisten kann. In der 55. Minute war dann wieder Olav Anders zur Stelle, diesmal nach einer Kopfballvorlage von Innenverteidiger Luke Kinsella. 0:4 - und die Verzweiflung bei den Gastgebern wuchs. "Ich wusste gar nicht, dass Kinsella so hoch springen kann", meinte Anders später lachend. "Er hat mich überrascht - und den Torwart gleich mit." Beilngries reagierte mit einem Doppelwechsel, brachte den jungen Jakob Falk für Nico Runge, doch auch der 22-Jährige konnte den Offensivstillstand nicht beenden. Im Gegenteil: In der 61. Minute setzte Ernst Kunkel den Schlusspunkt - ein wuchtiger Schuss nach feinem Zuspiel von Marwin Rodriguez. 0:5, und es waren noch knapp 30 Minuten zu spielen. TuS Hordel ließ es danach etwas ruhiger angehen, als wolle man den Gastgebern wenigstens den letzten Rest Würde lassen. Die Statistiken untermauern das Bild: 59,6 Prozent Ballbesitz für Hordel, 24 Torschüsse, dazu eine Zweikampfquote von knapp 60 Prozent. Der FC Beilngries dagegen brachte nicht einmal einen Versuch auf das gegnerische Tor zustande. Stattdessen gab es eine Verletzung (Rafael Sahar musste in der 56. Minute raus) und ratlose Gesichter. "Wir haben versucht, über lange Bälle zu kommen, aber die waren meistens länger als geplant", kommentierte Verteidiger Frank Hafner trocken. "Vielleicht hätten wir besser über die Mittelstrecke gespielt." TuS Hordel hingegen zeigte, warum man im oberen Tabellendrittel steht. Aggressiv, zielstrebig, mit einer Prise Spielfreude, die selbst Trainerin Finkeldy am Spielfeldrand kaum zügeln konnte. "Ich hab irgendwann aufgehört, reinzurufen", gab sie zu. "Die Jungs hatten einfach Spaß. Und wenn sie Spaß haben, sieht das halt so aus." Als der Schlusspfiff ertönte, applaudierten selbst einige Beilngries-Fans artig - vielleicht aus Mitleid, vielleicht aus Anerkennung für die fußballerische Lehrstunde, die sie gerade gesehen hatten. Was bleibt? Für Beilngries eine lange Woche voller Fragen. Für TuS Hordel ein weiterer Schritt Richtung Aufstiegsplätze. Und für die Zuschauer die Erinnerung an ein Spiel, das man so schnell nicht vergisst - es sei denn, man trägt Rot-Weiß aus Beilngries. Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen murmelte: "Wenn das hier die 2. Liga ist, dann war das heute wohl Nachhilfeunterricht auf Erstliga-Niveau." 15.01.644000 01:50 |
Sprücheklopfer
Heute habe ich sicher so viel Unterstützung wie Leonid Breschnew früher bei den Sowjet-Wahlen!
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