Sportecho
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

TuS Hordel zerlegt Oberhausen: 5:0 und kein Erbarmen im Pokalstart

Pokal | 1. Runde | 10.07.26 | TuS Hordel - Oberhausen 5:0

Es war ein lauer Sommerabend in Hordel, 19 Uhr Anpfiff, 35.400 Zuschauer, und einer von diesen Pokalabenden, an denen David den Hammer auspackt - nur dass David diesmal TuS Hordel hieß und Oberhausen der Goliath war, der sich nach 90 Minuten fragend umsah: "Was war das denn bitte?", murmelte ein konsternierter Gästefan auf der Tribüne.

Von Beginn an war klar, dass Trainerin Ute Finkeldy ihr Team nicht auf ein Elfmeterschießen vorbereitet hatte, sondern auf eine Offensive, die keine Fragen offenließ. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur mitspielen, sondern dominieren können", sagte sie später mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Zufriedenheit und Schadenfreude pendelte.

Schon in der ersten Minute zündete Tim Pfeiffer den Turbo, prüfte mit einem wuchtigen Schuss Torwart Giulio Bassi - ein Vorgeschmack auf das, was folgen sollte. Hordel presste früh, spielte lange Bälle in die Spitze und brachte Oberhausen immer wieder in Verlegenheit. Der Ballbesitz von knapp 62 Prozent verrät, dass Hordel nicht nur rannte, sondern auch kombinierte - und zwar mit Stil.

Das erste Tor fiel in der 22. Minute: Marwin Rodriguez flankte von rechts, Vincent Albinana stieg am langen Pfosten hoch und nickte wuchtig ein. 1:0 - und der Jubel hallte durchs Stadion wie ein Donner. Drei Minuten später war es Ernst Kunkel, der nach einem feinen Zuspiel von Innenverteidiger Nico Blum den Ball humorlos unter die Latte nagelte. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Kunkel hinterher, "aber der Ball hatte andere Pläne."

Oberhausen? Einmal kurz aufgewacht, als Luis Baumann in der 14. Minute den einzigen Torschuss der Gäste abgab - direkt in die Arme von Keeper Jacob Montgomery. Danach waren die Rot-Weißen nur noch Statisten in einem Hordeler Fußballmärchen.

Das 3:0 in der 32. Minute war dann fast schon Kunst: Vincent Albinana legte quer, Marwin Rodriguez nahm Maß und schlenzte den Ball in den Winkel. Man könnte sagen, Hordel spielte wie aus einem Guss - oder wie ein Team, das den Pokalabend schlicht nicht ruinieren wollte.

Zur Halbzeit war die Sache eigentlich durch. Oberhausens Trainer (dessen Name in den offiziellen Unterlagen seltsam fehlt - vielleicht ein Schutzmechanismus) versuchte in der Pause, seine Mannschaft zu motivieren. "Jungs, wir spielen hier Pokal!", soll er gerufen haben. Antwort aus der Kabine: betretenes Schweigen und das leise Zischen einer geöffneten Trinkflasche.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste geendet hatte - nur mit zwei Gelben Karten für Hordel. Detlev Foerster (46.) und Marwin Rodriguez (55.) zeigten, dass Leidenschaft manchmal an der Grenze kratzt. "Wir wollten einfach nicht einschlafen", witzelte Foerster später.

Dann wieder Fußball, wieder Hordel. In der 73. Minute schlug das Duo Rodriguez-Albinana erneut zu. Gleiche Kombination wie beim ersten Treffer, gleiche Präzision: 4:0. Und als Oberhausen endgültig die Köpfe hängen ließ, setzte Tim Pfeiffer nach Vorarbeit von Tiago Valente den Schlusspunkt (75.). 5:0 - ein Ergebnis, das sich nicht wegdiskutieren lässt.

Die Statistik macht das Debakel endgültig rund: 22 Torschüsse für Hordel, ein einziger für Oberhausen. Eine Tacklingquote von 58 zu 42 Prozent, Ballbesitz 62 zu 38 - das war nicht einfach ein Sieg, das war eine Machtdemonstration.

"Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen", gestand Oberhausens Torwart Bassi nach der Partie. "Aber immerhin habe ich ein paar schöne Paraden für mein Highlight-Video." Trainerin Finkeldy nahm’s sportlich: "Wir wissen, dass das nicht jeden Tag so läuft. Aber heute - heute war’s einfach Fußball zum Genießen."

Und tatsächlich: Als die Sonne über dem Stadion unterging, sangen die Fans noch immer, während die Spieler von TuS Hordel Arm in Arm vor der Kurve standen. Albinana, Doppeltorschütze und Mann des Spiels, wurde gefragt, ob er eine Botschaft an den nächsten Gegner habe. Er grinste breit: "Nur eins: Bringt lieber zwei Torhüter mit."

Am Ende bleibt das Fazit eines Abends, der für Hordel in die Vereinschronik eingehen dürfte: fünf Tore, keine Gegentore, und ein Publikum, das sich fragt, ob das wirklich die erste Pokalrunde war - oder schon das große Finale in grün-weiß.

Wenn TuS Hordel so weitermacht, könnte der Pokal in diesem Sommer tatsächlich ein bisschen nach Ruhrgebiet riechen - nach Gras, Schweiß und einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein.

10.07.2026 22:26
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien!
Andreas Möller
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager