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2. Bundesliga | 4. Spieltag | 08.07.26 | SV Steuden - TuS Hordel 1:5 Dabei hatte es gar nicht so übel begonnen. Steuden startete mutig, Berndt Steffens prüfte bereits in der 7. Minute Hordels Keeper Jacob Montgomery - der sich kurz darauf noch mehrfach auszeichnen sollte. Doch die Gäste kamen mit jeder Minute besser ins Spiel. Hordel spielte, als hätten sie den Turbo gezündet: lange Bälle, schnelles Umschalten und ein frecher 18-Jähriger namens Lukas Römer, der in der 29. Minute nach Zuspiel von Günther Pfeiffer trocken zum 0:1 einschob. "Ich hab einfach mal draufgehalten", grinste Römer später, als wüsste er selbst kaum, wie leicht das aussah. Steuden antwortete immerhin. In der 38. Minute legte Steffens mustergültig für Maximilian Weis auf, der per Flachschuss den Ausgleich erzielte. Das Stadion tobte, die Hoffnung lebte - ganze fünf Minuten lang. Denn noch vor der Pause traf Tim Pfeiffer nach feiner Vorarbeit von Linksverteidiger Klaus Merkel zum 1:2. "Das war so ein Moment, wo du als Trainerin einfach nur nickst und denkst: Ja, das war’s wert", meinte Finkeldy später mit einem fast entschuldigenden Schulterzucken. Nach der Pause kam Steuden mit frischem Mut, aber wenig Fortune. Karli Konter wechselte Jose Marin für Philip Böttcher ein, um die linke Seite zu beleben. Doch kaum hatte sich Marin warmgelaufen, klingelte es erneut. Wieder war es Pfeiffer, der in der 51. Minute nach feinem Pass seines Namensvetters Günther den Ball unter die Latte nagelte. Steuden taumelte, Hordel tanzte. In der 56. Minute folgte die endgültige Entscheidung: Vincent Albinana verwandelte einen Abpraller - diesmal nach Vorlage von Tim Pfeiffer - zum 1:4. Und als Linksverteidiger Karsten Runge vier Minuten später sogar noch das 1:5 markierte, wollte man fast Mitleid mit Steudens Torhüter Julius Seiler haben, der trotz fünf Gegentoren zu den Besseren seiner Mannschaft gehörte. "Wir haben versucht, dagegenzuhalten", sagte Steffens nach Abpfiff, während er sich ein Handtuch über den Kopf zog. "Aber die haben einfach aus jeder Lage geschossen." Tatsächlich belegen die Zahlen das: ganze 19 Torschüsse für Hordel, nur fünf für Steuden. Auch beim Ballbesitz lag man fast gleich auf - 50,8 zu 49,2 Prozent -, was allerdings mehr über die Effektivität als über die Spielanteile aussagt. Die Schlussphase war dann eher therapeutischer Natur. Hans Schaller holte sich in der 90. Minute noch Gelb ab - vielleicht aus Frust, vielleicht aus dem Bedürfnis, wenigstens irgendein Zeichen zu setzen. Trainer Konter stand stoisch an der Linie, die Hände tief in den Taschen, während die Fans leise abwinkten. Hordel dagegen feierte ausgelassen. "Wir wollten zeigen, dass wir auch auswärts mutig sind", so Finkeldy, die nach dem Spiel sogar kurz mit den Fans tanzte. "Das war nicht nur ein Sieg, das war ein Statement." Ein Statement war es in der Tat - eines, das man in Steuden so schnell nicht vergessen wird. Die Heimelf wirkte in der zweiten Halbzeit wie ein Boxer, der brav weiterkämpft, obwohl er längst die Orientierung verloren hat. Und irgendwo auf der Tribüne soll ein älterer Fan gemurmelt haben: "Früher ham wir sowas 0:3 verloren." Man könnte also sagen: Es war ein Fortschritt - wenn auch keiner, den man sich gern ins Vereinsarchiv schreibt. Unten im Presseraum brachte es Kapitän Weis am Ende mit einem schiefen Lächeln auf den Punkt: "Wir haben fünf Dinger kassiert, aber wenigstens ist das Flutlicht schön geblieben." Ein Satz, der nachhallt - und vielleicht das einzige Positive eines Abends beschreibt, an dem der SV Steuden zwar offensiv begann, aber defensiv in sich zusammenfiel. TuS Hordel reist mit breiter Brust nach Hause, Steuden dagegen mit einer langen Liste offener Fragen. Vielleicht nahm Trainer Konter es mit Humor, als er sagte: "Immerhin wissen wir jetzt, dass 1:5 auch ein Ergebnis ist, das funktioniert." Ein Satz, der wohl in keiner Kabine der Welt Trost spenden würde - aber in Steuden an diesem Abend immerhin für ein müdes Lächeln sorgte. 09.07.2026 08:35 |
Sprücheklopfer
Es gibt Leute, die denken so, und es gibt Leute, die denken so. Das ist immer so, wenn viele Leute zusammenkommen.
Toni Polster