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TuS Hordel zerlegt Zukunft Magdeburg - ein Pokalabend zum Vergessen

Ein Pokalabend in Magdeburg - 28.500 Zuschauer, Flutlicht, große Erwartungen. Und dann kam TuS Hordel. Mit einer Mischung aus gnadenloser Effizienz, rustikalem Charme und einem Hauch von Spielfreude verwandelten die Gäste den Traum von Zukunft Magdeburg in einen bitteren Albtraum. 0:6 hieß es am Ende, und das war sogar schmeichelhaft für die Hausherren.

Schon nach elf Minuten war klar, in welche Richtung dieser Abend gehen würde. Mateja Anicic, Hordels bulliger Rechtsaußen, drückte nach feinem Zuspiel von Fjodor Koroljuk den Ball über die Linie - 0:1. Während die Magdeburger Hintermannschaft noch über die Abseitsfalle diskutierte, jubelten die Gäste bereits ausgelassen vor dem Gästeblock. "Ich dachte, das war Training", grinste später Hordels Trainerin Ute Finkeldy. "Aber dann fiel mir ein: Nein, das ist Pokal - und offenbar haben wir heute richtig Bock."

Zukunft Magdeburg bemühte sich um Ordnung, doch Hordel war an diesem Abend eine Klasse besser. In der 37. Minute erhöhte der quirlige Linksaußen Lennard Rothe nach mustergültiger Vorarbeit von Vincent Albinana auf 0:2. Nur zwei Minuten später legte Mittelfeldmotor Georg Heller nach - diesmal nach Vorlage von Rechtsverteidiger Robert Held. 0:3 nach 39 Minuten, und die Magdeburger Fans begannen, sich in Galgenhumor zu flüchten. "Wir bleiben trotzdem bis zum Ende", rief einer aus Block C, "vielleicht schießt ja noch einer von uns aufs Tor!"

Der Wunsch wurde tatsächlich erfüllt: Wilhelm Gerlach prüfte in der 18. Minute Hordels Keeper Jacob Montgomery, später versuchte es Asier Agirre in der 73. Minute - die einzigen beiden Torschüsse der Gastgeber. Montgomery wirkte dabei eher gelangweilt als gefordert. "Ich hätte fast die Handschuhe ausgezogen", witzelte er nach dem Spiel, "aber dann kam ja noch dieser Freistoß."

In der zweiten Halbzeit setzte Hordel sein Offensivfeuerwerk ungerührt fort. Wieder war es Anicic, der in der 58. Minute nach Flanke des aufgerückten Kurt Herbst zum 0:4 einnetzte. Der Mann aus Kroatien, der in der Regionalliga schon als "Hordeler Hammer" bekannt ist, lächelte bescheiden: "Zwei Tore sind schön, aber wichtig ist, dass wir alle Spaß hatten. Und die Magdeburger… na ja, die haben sicher auch was gelernt."

Das 0:5 in der 77. Minute durch Innenverteidiger Luke Kinsella war dann fast schon Kunst. Nach einer Ecke von Curt Schöne nahm Kinsella den Ball volley - ein Strich ins Eck, wie man ihn sonst nur auf Trainingsplätzen sieht, wenn keiner zuschaut. Selbst die Magdeburger Bank applaudierte höflich. Trainer FC Zukunft hingegen blieb stoisch: "Wir wollten kompakt stehen. Hat nicht ganz geklappt."

Den Schlusspunkt setzte der Routinier Berndt Brand in der Nachspielzeit. Nach klugem Zuspiel von Georg Heller schob der 35-Jährige trocken ein - 0:6. Die Gesichter der Magdeburger Spieler sprachen Bände. Einige blickten ratlos, andere schon in Richtung Kabine.

Statistisch war die Geschichte ebenso eindeutig: 20 Torschüsse zu 2, 56 Prozent Ballbesitz für Hordel, eine Zweikampfquote von fast 58 Prozent. Zukunft Magdeburg wirkte überfordert, Hordel dagegen abgebrüht und eiskalt. "Das war kein Spiel, das war eine Demonstration", meinte ein Reporter-Kollege nach dem Abpfiff, während Hordels Fans "Berlin, Berlin" anstimmten.

Trainerin Finkeldy fasste es trocken zusammen: "Wir haben einfach unseren Fußball gespielt - offensiv, direkt, mit langen Bällen. Wenn’s läuft, läuft’s." Ihr Gegenüber, FC Zukunft, suchte derweil nach Worten: "Ich denke, wir müssen das analysieren", murmelte er und blickte auf den Spielberichtsbogen, als stünde dort eine Lösung.

Der Pokaltraum für Magdeburg ist damit ausgeträumt - aber immerhin: Ein ausverkauftes Stadion, eine Lektion in Effizienz und eine Geschichte, die man in der Kantine noch lange erzählen wird.

Wie sagte ein älterer Fan beim Hinausgehen? "Wir wollten Zukunft sehen - stattdessen kam Hordel." Manchmal ist Fußball eben einfach gnadenlos ehrlich.

04.06.643987 18:05
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