Gazeta sporturilor
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United Ploiesti stolpert über Clujs Cleverness - 1:1 nach 94 unterhaltsamen Minuten

Ein eiskalter Januarabend, 17.870 Zuschauer, dampfender Atem über dem Rasen von Ploiesti - und zwei Teams, die an diesem siebten Spieltag der 1. Liga Rumänien beschlossen, dass Spannung wichtiger ist als Präzision. United Ploiesti und Studenti Cluj trennten sich 1:1, ein Ergebnis, das keiner so richtig wollte, aber jeder irgendwie verdient hatte.

Von Beginn an war klar: Ploiesti wollte das Spiel machen. Trainer Catalin Goian hatte seine Mannschaft in einer ausgewogenen Formation geschickt, der Ball lief gefällig, der Gegner eher hinterher. Schon in der achten Minute prüfte Augustin Rosu mit einem satten Schuss Clujs Torhüter Claudiu Barbu - der allerdings so cool parierte, als wäre er im Training. "Der Ball war brav", grinste Barbu später, "ich hatte schlimmere Mathestunden als diesen Schuss."

Die Gäste aus Cluj hielten dagegen, meist auf Konter lauernd. Laurentiu Mateut testete Keeper Catalin Albu in der 18. Minute, doch dessen Reflexe waren schneller als der Gedanke des Schützen. Danach spielte fast nur noch Ploiesti: Böttcher, Abelson, Spiegler - sie alle versuchten ihr Glück, aber das Glück hatte offensichtlich den falschen Sitzplatz erwischt.

Dann der Schockmoment in der 23. Minute: Imre Csizmadia, der agile linke Mittelfeldmann, blieb nach einem Zweikampf liegen. Diagnose: Knöchel verdreht, Feierabend. Marcos Futre kam und brachte frischen Wind - und wie! Er war es, der in der 55. Minute Sigfrid Abelson mustergültig bediente. Abelson nahm den Ball mit der Brust, drehte sich einmal um die eigene Achse und traf trocken ins rechte Eck. 1:0. Der Jubel war groß, die Fans tobten - endlich die Erlösung nach etlichen vergebenen Chancen.

"Ich hab nur gedacht: bitte kein Abseits!", lachte Abelson später in der Mixed Zone. "Marcos hat den Ball wie ein Pizzabäcker serviert - genau richtig gewürzt." Trainer Goian nickte anerkennend: "Das war Fußball, wie ich ihn mag - wenigstens für fünf Minuten."

Aber Ploiesti wäre nicht Ploiesti, wenn sie das Spiel einfach mal nach Hause bringen würden. Nach dem Führungstreffer schien die Mannschaft plötzlich den Off-Schalter zu finden. Statt die Kontrolle zu behalten, wurde man nervös, verlor Bälle und bekam prompt die Quittung. In der 79. Minute kombinierte Cluj über die rechte Seite, Alexandru Rosu flankte scharf in den Strafraum, und der 19-jährige Tibor Papura köpfte den Ball ins Netz - sein erster Profitreffer.

"Ich hab einfach die Augen zugemacht", gab Papura später schmunzelnd zu. "Und gehofft, dass der Ball irgendwo reingeht. Ging gut."

Die letzten zehn Minuten waren dann ein einziges Ploiesti-Feuerwerk ohne Funkenflug: Alonso versuchte’s aus 25 Metern, Abelson gleich dreimal, Böttcher in der Nachspielzeit - aber Barbu hielt alles, was auf ihn zukam. Und wenn nicht er, dann stand irgendein Clujer Bein im Weg.

Am Ende standen 16:6 Torschüsse und 52 Prozent Ballbesitz für Ploiesti auf dem Statistikzettel - Zahlen, die nach Sieg klingen, aber eben nur 1:1 bedeuten. Auch die Zweikampfquote von 55 Prozent half nichts, als der Schlusspfiff ertönte und die Zuschauer ratlos die Kälte hinaustrugen.

Clujs Trainer - der sich nach dem Spiel in die Kabine zurückzog, um "erstmal wieder Gefühl in den Fingern" zu bekommen - soll zu seinem Assistenten gesagt haben: "Wir haben heute nicht schön gespielt, aber wenigstens clever. Und clever zählt doppelt, wenn’s schneit."

Ploiesti-Coach Goian hingegen wirkte frustriert, aber gefasst: "Wir waren besser, aber nicht gut genug. Das ist wie beim Angeln - man sieht den Fisch, aber der Haken war stumpf."

Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus. Vielleicht, weil sie wussten, dass es nicht an Einsatz mangelte. Vielleicht auch, weil man mit Humor leichter friert.

Fazit: United Ploiesti zeigte spielerisch mehr, ließ aber die Kaltschnäuzigkeit vermissen. Studenti Cluj verteidigte tapfer, konterte klug und entführte einen Punkt, der sich für sie anfühlte wie drei.

Oder, wie es ein älterer Zuschauer auf der Tribüne formulierte, während er sich den Schal enger zog: "Wenn du den Ball 16 Mal aufs Tor bringst und nur einmal triffst, dann bist du kein Pechvogel - dann bist du halt United Ploiesti."

Ein 1:1, das in keiner Highlight-Show fehlen wird - nicht wegen der Brillanz, sondern wegen der ehrlichen, manchmal chaotischen, aber herzlich rumänischen Fußballromantik.

29.03.643987 16:40
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