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SuperLiga | 8. Spieltag | 18.08.26 | Victoria Cluj - Chinezul Timisoara 1:0 Der Anpfiff um 20.30 Uhr war kaum verklungen, da machte Victoria deutlich, wer an diesem Abend den Ball und offenbar auch den Spielplan besaß. Claudiu Balint prüfte den Gästekeeper schon in der 1. Minute, neun Minuten später folgte die nächste Gelegenheit. Ilie Haldan und Filippo Platania schalteten sich ebenfalls früh ein. Chinezul stand tief, spielte lange Bälle und lauerte auf Konter. Ein Konzept, das in der Theorie geduldig klingt und in der Praxis ungefähr so viel Ballbesitz erzeugte wie ein Zuschauer auf der Tribüne. In der 12. Minute war es dann so weit: Platania nahm Maß und traf zur Führung. Uri Itzik lieferte die Vorarbeit, Platania vollendete - 1:0. Der zentrale Mittelfeldspieler war zuvor bereits mit zwei Abschlüssen aufgefallen und bewies, dass Beharrlichkeit im Fußball manchmal einfach bedeutet, dreimal auf dasselbe Tor zu schießen. "Ich dachte kurz, der Ball sei schon wieder weg", soll Platania nach der Partie mit einem Lächeln gesagt haben. "Dann war er plötzlich drin. Das ist die angenehme Variante." Eine offizielle Pressekonferenz mit überprüfbaren Zitaten lag zunächst nicht vor; die Szene auf dem Platz sprach allerdings ohnehin deutlich genug. Victoria Cluj blieb überlegen. 64,8 Prozent Ballbesitz standen am Ende zu Buche, dazu 17 Torschüsse. Chinezul brachte es auf gerade einmal zwei Abschlüsse - beide nach der Pause. Adrian Barbulescu versuchte es in der 55. Minute, Iosif Balaci sieben Minuten später. Mehr offensive Unruhe ließ die gut sortierte Victoria-Abwehr nicht zu. Torwart Iuliu Custov hätte sich vermutlich auch mit einem Klappstuhl neben das Tor setzen können, ohne dass die Statistik wesentlich dramatischer ausgefallen wäre. Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Bild wenig. Victoria spielte ausgewogen und suchte weiterhin die bessere Gelegenheit, während Timisoara defensiv blieb und auf lange Zuspiele setzte. Nur gefährlicher wurde das kaum. In der 69. Minute kam Andreas Knudsen zum Abschluss, später probierten es Itzik, Benjamin Chilwell, Nevio Obregon, Haldan und erneut Balint. Der Ball flog, rollte und streifte das Tor - nur ein zweites Mal überquerte er die Linie nicht. "Wir wollten nicht blind aus allen Lagen schießen", lautete die sinngemäße Erklärung aus dem Victoria-Lager. Das klang vernünftig, war angesichts der 17 Versuche aber auch eine interessante Auslegung des Wortes "nicht blind". Unruhe kam in der Schlussphase durch die Karten auf. Chinezuls Sorin Tataru sah in der 71. Minute Rot und musste vom Platz. Victoria verlor in der 85. Minute ebenfalls einen Spieler: Chilwell erhielt nach seiner Verwarnung in der 44. Minute Gelb-Rot. Plötzlich standen sich zehn Gastgeber und zehn Gäste gegenüber - ein kleiner Beitrag zur Chancengleichheit, den das Spiel eigentlich nicht mehr benötigt hatte. Chinezul-Trainer Leadru Popa soll später gesagt haben: "Wir haben lange verteidigt, aber zu selten angegriffen." Das war keine besonders überraschende Analyse, dafür eine ziemlich treffende. Victoria Cluj kontrollierte das Geschehen, verpasste jedoch die Entscheidung. Am Ende blieb es beim 1:0 (1:0). Für die Gastgeber sind es drei Punkte, für Platania der Treffer des Abends und für die 16.000 Zuschauer ein Heimsieg mit eingebautem Nervenkitzel. Wer 17-mal schießt und nur einmal trifft, gewinnt zwar - macht es sich aber unnötig schwer. Im Fußball nennt man das Spannung. In Cluj nennt man es vermutlich Dienstagabend. 18.08.2026 21:42 |
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Der Deutsche hat nie Angst.
Berti Vogts