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Ein kalter Januarabend, Flutlicht über dem Rudolf-Harbig-Stadion, 28.828 Zuschauer mit heißem Atem und kalten Händen - und am Ende ein 0:2, das Dinamo Dresden noch eine Weile in den Ohren klingeln dürfte. Der FC 1903 Wangen, auf dem Papier Außenseiter, nahm drei Punkte aus Sachsen mit, als hätte das nie anders kommen können. Dabei hatte alles so verheißungsvoll begonnen. Dinamo-Trainer Maikma Nauskas ließ offensiv aufstellen, mit jungen Wilden wie dem 19-jährigen Anders Kristinsson in der Spitze. "Wir wollten früh Druck machen, die Zuschauer mitnehmen", erklärte Nauskas später, während er seinen Schal enger zog. Der Plan hielt ungefähr sieben Minuten - dann übernahm Wangen das Kommando. Die Gäste, von Coach Ready Play taktisch fein austariert, spielten ruhig, sachlich, fast unaufgeregt. 56 Prozent Ballbesitz, 15 Torschüsse - Zahlen, die man sonst bei Heimteams liest. Bereits in der 36. Minute belohnte sich Wangen: Pekka Kuqi, der bullige Finne im Sturmzentrum, traf nach Vorlage von Linksverteidiger Daniel Gama zum 0:1. Ein klassischer Wangen-Angriff: schnörkellos, direkt, effektiv. "Ich hab einfach den Fuß hingehalten", grinste Kuqi hinterher. "Aber hey, manchmal reicht das." Dinamo dagegen kämpfte mehr mit sich selbst als mit dem Gegner. Helmut Hummel prüfte Wangens Keeper in der 26. Minute, Christopher Hammer kurz vor der Pause - beide Male zu zentral, beide Male ein Fall für die Kategorie "War das schon ein Torschuss oder eher eine Rückgabe?". Nach dem Seitenwechsel wechselte Nauskas früh: Hermann Sommer kam für Patrick Cloutier, frischer Wind auf rechts. Doch der blieb aus. Wangen reagierte abgeklärt, brachte mit Aitor Deco und Nuno Gama zwei frische Außen, die das Spiel noch kontrollierter machten. "Wir wussten, dass Dresden irgendwann aufmachen muss", sagte Gästecoach Ready Play trocken. "Da hilft es, wenn man einen Kuqi vorne hat, der Bälle festmacht wie ein Magnet." Dresden rannte, Wangen konterte - und in der 82. Minute fiel die Entscheidung. Der 24-jährige Mittelfeldmotor Niels Wegener zog aus gut 20 Metern ab, der Ball flog wie an der Schnur gezogen ins rechte Eck. Vorlage? Innenverteidiger Jakub Kaluzny, der mit einem dieser "Warum nicht mal probieren?"-Pässe glänzte. 0:2. Stille im Stadion, Jubel im Gästeblock. "Das war der Punkt, an dem wir wussten: Heute geht nichts mehr", gestand Dresdens Kapitän Arne Mohr. "Wir hatten Ideen, aber keine Lösungen." Ein Satz, der den Abend perfekt zusammenfasst. Statistisch sah es so aus, wie es sich anfühlte: 4:15 Torschüsse, 43 Prozent Ballbesitz, kaum Durchschlagskraft. Wangen war kein Feuerwerk, aber ein präzises Uhrwerk. Jede Bewegung saß, jeder Pass hatte Sinn. Selbst die Auswechslung des 19-jährigen Ersatztorwarts Cameron Greenwald zur Halbzeit - ein kurioser Moment, der viele rätseln ließ - fügte sich nahtlos ins Bild. "Kamil Radomski sollte Spielpraxis bekommen", erklärte Ready Play knapp. "Außerdem friert der Junge sonst ein." In der Schlussphase versuchte Dresden alles. Hermann Sommer prüfte in der Nachspielzeit noch einmal Radomski - vergebens. Der Ball landete in den Armen des Keepers, und man hatte das Gefühl, er hätte ihn auch mit einer Hand gefangen. Maikma Nauskas wirkte nach Abpfiff ernüchtert, aber nicht verzweifelt. "Wir sind jung, wir lernen. Heute war Wangen einfach reifer. Und vielleicht auch etwas cleverer, als es gut für uns war." Sein Kollege Ready Play konterte mit einem Lächeln: "Wir hatten heute keinen Zauber - nur Ordnung. Und Ordnung schlägt Chaos meistens." So blieb den Dresdner Fans am Ende nur der warme Glühwein und die Hoffnung, dass die Offensive bald mehr Zielwasser findet. Wangen dagegen reist mit breiter Brust zurück in den Süden - und mit dem Gefühl, dass man mit kühlem Kopf und klarer Struktur auch auswärts groß aufspielen kann. Oder, wie Pekka Kuqi es beim Verlassen des Stadions zusammenfasste: "War nicht schön, aber schön effektiv." Und das, das wusste an diesem Abend wirklich jeder. 13.05.643987 01:31 |
Sprücheklopfer
Ich werde mir eine Schaf-Farm in Neuseeland kaufen und Schafswurst herstellen, um sie nach Bayern zu exportieren. Nee, mal im Ernst, was für eine blöde Frage ist das? Wie denkt man sich solche Fragen aus? Gibt man sein Hirn schon vor oder erst nach dem Journalistikstudium ab?
Peter Neururer auf die Frage nach seinen Plänen nach dem geschafften Wiederaufstieg in die Bundesliga: