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2. Bundesliga | 10. Spieltag | 26.09.26 | Weiler im Allgäu - Chemnitzer FC 5:0 14.454 Zuschauer waren zum Anstoß um 20.30 Uhr am zehnten Spieltag der 2. Bundesliga gekommen. Sie sahen zunächst einen erstaunlich ausgeglichenen Abend - zumindest beim Ballbesitz. Chemnitz hatte mit 52,1 Prozent sogar etwas mehr vom Ball. Das Problem: Ein Fußballspiel gewinnt man bekanntlich nicht dadurch, dass man den Ball freundlich spazieren trägt. Vor dem Tor blieb der Chemnitzer FC völlig harmlos. Kein einziger Torschuss steht in der Statistik. Null. Eine Zahl, die selbst für einen besonders defensiven Matchplan etwas schüchtern wirkt. Weiler dagegen schaltete früh auf Angriff. Trainer Mino Raiola hatte seine Mannschaft offensiv ausgerichtet und offenbar beschlossen, dass Abwarten eher etwas für Fahrpläne sei. Schon in der neunten Minute prüfte Dieter Völker den Chemnitzer Torhüter, Tomasz Stoll legte drei Minuten später nach. Carsten Vetter sorgte auf der linken Seite wiederholt für Unruhe, während Chemnitz vor allem damit beschäftigt war, die Unruhe nicht persönlich zu nehmen. In der 17. Minute sah Weilers Asen Todorow die Gelbe Karte. Es blieb einer der wenigen Momente, in denen die Gastgeber nicht alles unter Kontrolle hatten. Dann kam die 26. Minute: Michel Hierro, eigentlich rechter Verteidiger, schaltete sich nach vorne ein und traf zum 1:0. Ein Außenverteidiger als Torjäger - der moderne Fußball ist offenbar endgültig an dem Punkt angekommen, an dem niemand mehr auf seiner Visitenkarte bleibt. "Ich dachte kurz, der Ball sei für jemand anderen bestimmt", soll ein Weiler-Fan auf der Tribüne gesagt haben. Der Ball hatte allerdings offenbar andere Pläne und lag anschließend im Tor. Bis zur Pause erhöhte Weiler den Druck, ohne zunächst weiter zu treffen. 13 Torschüsse sammelten die Gastgeber bereits in der ersten Hälfte. Chemnitz besaß den Ball, Weiler besaß die gefährlichen Momente. Ein ziemlich schlechter Tausch für die Gäste. Direkt nach Wiederbeginn schlug Weiler erneut zu. In der 46. Minute erzielte Jürgen Linke das 2:0, vorbereitet von Hierro. Chemnitz hatte kaum Zeit, sich neu zu sortieren - sofern es überhaupt etwas zu sortieren gab. Weilers Spiel blieb offensiv, passsicher und mit aktivem Pressing, sobald es nötig wurde. Chemnitz blieb bei seiner ausgewogenen Taktik und seinem Verzicht auf Pressing. Das war konsequent, wenn auch nicht unbedingt erfolgreich. In der 51. Minute sah Freddie Graysmark Gelb, zehn Minuten später flog Martin Mendilibar mit Rot vom Platz. Spätestens damit war die Partie endgültig entschieden. Weiler wechselte dreifach, brachte unter anderem Samuel Erskine und Bernardo Yanez, und machte weiter, als gäbe es für ein 5:0 noch eine kleine Zugabe. Die kam in der Schlussphase. Dimas Allegri erhöhte in der 72. Minute nach Vorarbeit von Juergen Berg auf 3:0. Carsten Vetter, der zuvor bereits mehrfach am Tor geschnuppert hatte, bekam anschließend endlich seine Belohnung: In der 88. Minute traf er zum 4:0. In der Nachspielzeit legte Vetter sogar noch das 5:0 nach, diesmal vorbereitet von Erskine. "Wir wollten konzentriert bleiben und nicht nach dem vierten Tor anfangen, über das Abendessen nachzudenken", lautete Raiolas angebliche Kabinenweisheit nach dem Spiel. Chemnitz-Trainerin Beate Merkel soll dagegen trocken analysiert haben: "Wir hatten mehr Ballbesitz. Leider stand das Tor auf der anderen Seite." So blieb am Ende ein klarer Heimsieg mit 21:0 Torschüssen und einer Zweikampfquote von 60,6 Prozent für Weiler. Chemnitz hatte den Ball - Weiler hatte alles andere. 26.09.2026 23:11 |
Sprücheklopfer
Wir sind an ein Limit gekommen, wo es im Moment nicht drüber geht.
Andreas Möller