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2. Bundesliga | 1. Spieltag | 17.09.26 | Weiler im Allgäu - Hamburger SC 1:1 Die Gastgeber legten los, als hätten sie den Anstoß mit einer schriftlichen Kampfansage verwechselt. Bereits in der 6. Minute tauchte Linksverteidiger Bernd Jahn gefährlich auf und brachte Weiler in Führung. Nach dem Schuss, der zum 1:0 führte, dürfte sich der Hamburger Torhüter Stanko Anicic ungefähr so gefühlt haben wie ein Mensch, der gerade erst den Regenschirm aufspannt und trotzdem schon nass ist. Heinrich Foerster war an der Entstehung beteiligt. "Ich habe nicht lange überlegt. Wenn der Ball vor dir liegt, sollst du ihn nicht zum Nachdenken auffordern", sagte Jahn später. Ein Satz, der auf Fußballplätzen selten die taktische Revolution auslöst, aber in diesem Fall immerhin Wirkung zeigte. Hamburg antwortete nicht sofort mit einem Treffer, wohl aber mit Nachdruck. Carl Miguel hatte bereits in der 2. Minute eine Chance gehabt und blieb auch danach auffällig. Jaime Rivilla, Arkadiusz Olisadebe und Serge Besson prüften die Weiler Defensive, doch Robert Schöne im Tor und seine Vorderleute hielten den knappen Vorsprung fest. Hamburg kam vor der Pause auf sieben Torschüsse, Weiler auf drei. Die Gäste hatten also mehr Ideen - nur leider keine, die sich bis zur Anzeigetafel durchsetzen wollte. Weiler besaß dennoch etwas mehr vom Ball: 52,35 Prozent standen am Ende für die Hausherren zu Buche. Hamburger Ballbesitz war mit 47,65 Prozent keineswegs kümmerlich, aber eben auch nicht genug, um daraus automatisch ein Tor zu backen. Trainer Bernd Happel blieb seinem ausgewogenen Ansatz treu, während Mino Raiola seine Mannschaft offensiv ausgerichtet hatte. Beide Teams spielten kontrolliert, beide wollten gute Chancen herausspielen, und beide pressten zunächst nur bedingt. Ein taktisches Duell also - mit gelegentlichen Ausbrüchen in Richtung Fußball. Zur Pause führte Weiler 1:0. Hamburg wechselte Knut Moeller für Bernardo Triguero ein, offenbar in der Hoffnung, dass frische Beine das bislang eher störrische Spiel in Bewegung bringen würden. Der Plan ging auf. In der 54. Minute traf Carl Miguel zum 1:1. Ausgerechnet Miguel, der schon früh auf sich aufmerksam gemacht hatte, belohnte seinen unermüdlichen Abend. "Wir wussten, dass wir Geduld brauchen. Ich hätte allerdings nichts dagegen gehabt, wenn die Geduld etwas früher belohnt worden wäre", meinte Happel mit jener Trainerfreundlichkeit, die ungefähr so warm wirkt wie ein Handschlag mit einem Torpfosten. Danach blieb es offen. Hamburg kam insgesamt auf elf Torschüsse, Weiler auf acht. Ophir Kashtan und Carsten Vetter sorgten für Gefahr, auf der anderen Seite blieben Rivilla, Vitor Dominguez und Leo Lancaster offensiv präsent. Hamburgs Rivilla und Lancaster sahen in der Schlussphase Gelb. In der 86. Minute musste zudem Salvador Duran verletzt vom Feld - ein bitterer Moment in einem Spiel, das bis dahin vor allem durch Spannung und weniger durch Schonung aufgefallen war. Am Ende blieb es beim 1:1. Weiler darf sich über einen Punkt und eine couragierte Leistung freuen, Hamburg über die erfolgreiche Aufholjagd. Beide Trainer werden vermutlich behaupten, mehr verdient zu haben. Das gehört zum Berufsbild. Die Tabelle kennt dagegen keine höflichen Formulierungen: Zum Auftakt teilen sich beide die Punkte - und niemand muss am ersten Spieltag erklären, warum er schon wieder verloren hat. 17.09.2026 21:21 |
Sprücheklopfer
Man sollte nicht Sachen aufwirbeln, die Jahrhunderte zurückliegen.
Mario Basler über den jugoslawischen Bürgerkrieg