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2. Bundesliga | 4. Spieltag | 08.07.26 | Weiler im Allgäu - Dinamo Dresden 3:3 Weiler begann forsch, offensiv, mit Lust am Risiko - so, wie man es von einem Team erwartet, das von Mino Raiola gecoacht wird. Schon in der Anfangsphase deuteten die Allgäuer an, dass sie nicht vorhatten, sich gegen den Traditionsklub aus Sachsen zu verstecken. Nach 18 Minuten dann der erste Jubelsturm: Heinrich Foerster, zentraler Mittelfeldmotor und Allgäuer Eigengewächs, schweißte den Ball nach feiner Vorarbeit von Jürgen Linke ins lange Eck - 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten, und plötzlich war’s drin. Vielleicht sollte ich das öfter machen", sagte Foerster später mit einem Grinsen. Dinamo Dresden, von Coach Maikma Nauskas an der Seitenlinie wild gestikulierend, brauchte bis zur Pause, um seine Linie zu finden. Mehr Ballbesitz hatten sie (57 Prozent insgesamt), doch es war der klassische Fall von "viel drumherum, wenig Ertrag". Ein Dresdner Fan rief in der 40. Minute: "Spielt doch mal nach vorn!" - Nauskas drehte sich um und murmelte: "Das sag’ ich denen auch seit einer halben Stunde." Direkt nach Wiederanpfiff dann das, was Trainer hassen: ein Gegentor zur Unzeit - nur diesmal traf der Gast. Der 17-jährige Luca Lohmann, kaum alt genug für die Führerscheinprüfung, nutzte eine Lücke im Weiler-Mittelfeld und schob nach Vorarbeit von Luis Rupp lässig ein (46.). 1:1, und plötzlich war Dresden da. "Ich hab einfach nicht nachgedacht", erklärte Lohmann später, "vielleicht ist das das Geheimnis." Und es kam noch besser für die Sachsen: In der 66. Minute traf Christopher Hammer - nomen est omen - nach Flanke von Marcel Conrad per Kopf zum 2:1. Man hatte das Gefühl, das Spiel kippt endgültig. Zehn Minuten später erhöhte erneut der unerschrockene Lohmann auf 3:1. "Da dachte ich, jetzt ist’s durch", gestand Nauskas später. Doch wer die Allgäuer kennt, weiß: Die geben nicht auf, schon gar nicht daheim. Mino Raiola reagierte mit drei Wechseln in der 60. Minute, die später Wirkung zeigen sollten. Besonders der junge Ophir Kashtan wirbelte auf der rechten Seite, als wolle er beweisen, dass 18 Jahre kein Grund sind, schüchtern zu sein. In der 84. Minute dann der Anschluss: Ben Meister, erst kurz zuvor eingewechselt, traf nach Zuspiel von Nick Scherer zum 2:3. Das Stadion tobte. "Ich hab einfach gespürt, dass noch was geht", sagte Meister. Und er sollte recht behalten. Fünf Minuten später passte ausgerechnet der Teenager Kashtan quer auf den bulligen Jannick Fritsch, der den Ball mit der Präzision eines Zimmermanns in den Winkel zimmerte - 3:3! Das Stadion bebte. Raiola grinste: "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn schon Chaos, dann wenigstens schönes Chaos." Dresden versuchte in der Nachspielzeit noch einmal alles, Claus Albert prüfte Keeper Robert Schöne in der 91. Minute, doch der Weiler-Schlussmann hielt den Punkt fest. Zwei Gelbe Karten - eine für Rupp (81.), eine für Meister in der Nachspielzeit - blieben die einzigen Schatten auf einem ansonsten fairen, intensiven Abend. Statistisch betrachtet hatte Weiler zwar weniger Ballbesitz (43 Prozent), aber mehr Torschüsse (16:12) - und vor allem mehr Herz. "Manchmal ist Fußball gerecht", meinte ein älterer Fan auf der Tribüne, während er sein Bier hob. Nauskas dagegen war weniger philosophisch: "Mit drei Toren auswärts musst du eigentlich gewinnen. Aber vielleicht ist das hier einfach das Bermuda-Dreieck der 2. Liga." Am Ende stand ein 3:3, das keiner so richtig erklären, aber jeder genießen konnte. Weiler bewies Moral, Dresden Effektivität - und beide Teams, dass diese 2. Bundesliga auch in der Saison 2026/27 für Zündstoff sorgen wird. Und während die letzten Fans im Allgäuer Abendlicht die Hügel hinunterstiegen, hörte man einen kleinen Jungen sagen: "Papa, ich will auch mal so treffen wie der Lohmann." - Der Vater lachte. "Dann übe lieber, bevor du 17 bist." 08.07.2026 22:04 |
Sprücheklopfer
Vielleicht ist ja jemand aus der Uwe-Seeler-Traditionself dabei.
Stefan Effenberg auf die Frage nach Verstärkungen beim FC Bayern