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Weiler und Steuden teilen sich die Punkte - und die Chancen

2. Bundesliga | 19. Spieltag | 06.10.26 | Weiler im Allgäu - SV Steuden 1:1

Die 2. Bundesliga hat schon vieles gesehen: dramatische Aufholjagden, taktische Meisterwerke und Spiele, bei denen der Ball länger im Aus war als auf dem Platz. Was sie am 19. Spieltag in Weiler im Allgäu zu sehen bekam, war ein lebhaftes 1:1 zwischen zwei Mannschaften, die sich redlich bemühten, die Angelegenheit vorzeitig zu entscheiden - und am Ende doch die Punkte teilten.

Vor 15.572 Zuschauern pfiff der Unparteiische um 20.30 Uhr an. Weiler im Allgäu begann offensiv, ganz so, wie es Trainer Mino Raiola offenbar bestellt hatte. Die Gastgeber rückten früh auf, spielten mit ausgewogener Passfolge und suchten den Abschluss, ohne jeden Ball aus fünfzig Metern in Richtung Tor zu prügeln. Eine bemerkenswerte Zurückhaltung für den Fußball, der sonst gern behauptet, jeder Schuss sei ein Zeichen von Persönlichkeit.

Nach vier Minuten prüfte Kevin Hübner erstmals den Steudener Torwart Julius Seiler. Kurz darauf versuchte es Ben Meister, später Nick Scherer. Doch der SV Steuden blieb keineswegs passiver Zaungast. Die Gäste ließen den Ball laufen, beanspruchten 58,4 Prozent Ballbesitz und warteten geduldig auf die Lücke. "Wir wollten sie ein bisschen laufen lassen", sagte Trainer Karli Konter später. "Das hat ganz gut funktioniert. Für uns - und für ihre Kondition."

In der 24. Minute schlug Steuden zu. Friedrich Meiser, gerade einmal 17 Jahre alt, nutzte die Gelegenheit und brachte die Gäste mit 1:0 in Führung. Günther Haupt hatte den Angriff vorbereitet, Meiser vollendete. Zuvor hatte der junge Rechtsaußen bereits mehrfach den Abschluss gesucht. Beim vierten Versuch war die Sache dann nicht mehr nur mutig, sondern auch erfolgreich.

Auf der Tribüne soll ein Zuschauer gerufen haben: "Der Junge braucht offenbar keine Anlaufzeit!" Eine Einschätzung, die Meiser mit seinem Treffer eindrucksvoll bestätigte.

Weiler antwortete sieben Minuten später. Heinrich Foerster setzte Kevin Hübner in Szene, und der 17-jährige Mittelstürmer blieb vor dem Tor ruhig. 1:1. Hübner hatte bereits früh Gefahr angekündigt und belohnte sich nun für seine Beharrlichkeit. "Ich dachte kurz, der Ball geht noch an mir vorbei", sagte er nach dem Spiel. "Dann war er plötzlich da. Da wäre es unhöflich gewesen, nicht zu schießen."

Bis zur Pause blieb die Partie offen. Weiler kam trotz nur 41,6 Prozent Ballbesitz auf zwölf Torschüsse, Steuden auf neun. Das Verhältnis erklärte einiges: Die Gastgeber waren zielstrebiger, die Gäste kontrollierten häufiger den Ball. Fußball kann manchmal tatsächlich gleichzeitig logisch und widersprüchlich sein.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Ergebnis nichts, wohl aber an der Dramaturgie. Timm Moeller prüfte Weilers Torwart Ronald Krämer, auf der anderen Seite blieb Hübner gefährlich. In der 60. Minute reagierte Raiola und brachte Yannik Arnold, Juergen Berg und Bernd Maass. Weiler erhöhte den Druck, suchte nun noch häufiger über die Außenbahnen den Weg nach vorn. Samuel Erskine und Jürgen Linke versuchten es mehrfach, doch Seiler und seine Abwehr hielten stand.

Steuden verteidigte mit normaler Aggressivität, ohne in Hektik zu verfallen. Nicolas Barre sah in der 88. Minute noch die Gelbe Karte - vermutlich die sportliche Antwort auf einen Abend, an dem der Fußball insgesamt erstaunlich gesittet blieb. Erskine hatte bereits in der achten Minute verwarnt worden.

In der Schlussphase drängte Weiler auf den Sieg. Erskine schoss in der 91. Minute noch einmal, doch der entscheidende Treffer blieb aus. "Wir hatten genug Möglichkeiten für drei Punkte", sagte Raiola. "Aber Möglichkeiten sind leider keine Tore. Das ist eine ärgerliche Regel, die sich bisher hartnäckig hält."

So blieb es beim 1:1 (1:1). Weiler hatte die besseren Abschlusszahlen, Steuden den größeren Ballbesitz - und beide Teams am Ende einen Punkt. Ein gerechtes Ergebnis? Vielleicht. Ein vollständig zufriedenstellendes? Natürlich nicht. Dafür ist Fußball schließlich erfunden worden.

06.10.2026 21:22
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Der Trainer hatte nach den ganzen Ausfällen im Angriff nur noch die Wahl zwischen mir und dem Busfahrer. Da der Busfahrer seine Schuhe nicht dabei hatte, habe ich gespielt.
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