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Weiler verliert 4:6: Zehn Tore und ein Abend für starke Nerven

2. Bundesliga | 33. Spieltag | 07.08.26 | Weiler im Allgäu - TuS Hordel 4:6

Was für ein Fußballabend in Weiler: 20.410 Zuschauer sahen am 33. Spieltag der 2. Bundesliga ein Spiel, das sich weigerte, irgendeine Form von Vernunft anzunehmen. Weiler im Allgäu unterlag dem TuS Hordel mit 4:6 (3:2) - und wer nach dem Schlusspfiff noch wusste, welcher Spielstand gerade galt, durfte sich beim Stadionpersonal vermutlich eine Medaille abholen.

Die Partie war gerade einmal eine Minute alt, da schlug Andreas Brunner zu. Der 17 Jahre alte Rechtsverteidiger brachte die Gastgeber früh in Führung, vorbereitet von Jannick Fritsch. Zwei Minuten später legte Fritsch selbst nach. 2:0 nach drei Minuten - Weiler spielte offensiv, zielstrebig und offenbar mit dem festen Vorsatz, den Abend möglichst schnell unübersichtlich zu machen.

"Wir wollten mutig beginnen", sagte Weilers Trainer Mino Raiola später. "Vielleicht waren wir ein bisschen zu mutig. Aber wenigstens konnte niemand behaupten, wir hätten uns hinten versteckt."

Hordel ließ sich von diesem furiosen Auftakt nicht beeindrucken. Tomasz Miller verkürzte in der 21. Minute, vorbereitet von Meir Goldmann, und derselbe Miller glich in der 37. Minute aus. Die Gäste hatten zu diesem Zeitpunkt längst mehr vom Spiel, während Weiler sich vor allem auf schnelle Angriffe und gelegentliche Flucht nach vorne verlegte. Kurz vor der Pause schlug jedoch Samuel Erskine zu: In der 45. Minute traf der linke Mittelfeldspieler nach Vorarbeit von Heinrich Foerster zum 3:2.

"In der Halbzeit haben wir gesagt: Ruhig bleiben", berichtete Hordels Trainerin Ute Finkeldy. "Das war vermutlich der einzige ruhige Satz des gesamten Abends."

Sie sollte recht behalten. Hordel kam mit Schwung aus der Kabine und drehte die Partie innerhalb von sieben Minuten. David Drulak traf in der 53. Minute nach Zuspiel von Sascha Günther zum 3:3. In der 60. Minute brachte Fjodor Koroljuk die Gäste erstmals in Führung, Günther Pfeiffer lieferte die Vorlage. Nur vier Minuten später erhöhte Joel Schumacher auf 5:3. Wieder war Günther der Wegbereiter - als hätte Hordel im Mittelfeld irgendwo einen persönlichen Assistenten für Vorlagen abgestellt.

Weiler antwortete prompt. Carsten Vetter, gerade einmal 17 Jahre alt, verkürzte in der 66. Minute nach Vorlage von Erskine auf 4:5. Für einen kurzen Moment schien die Partie wieder völlig offen. "Als das vierte Tor fiel, dachte ich: Jetzt kippt das Spiel noch einmal", sagte Erskine. "Dann haben wir leider gemerkt, dass Hordel heute auch noch ein Tor schießen wollte."

Das fiel in der 73. Minute. Robert Held stellte nach Vorarbeit von Koroljuk den Endstand her. Danach warfen die Gastgeber alles nach vorn, doch der Ausgleich blieb aus. Weiler kam auf 14 Torschüsse, Hordel sogar auf 20. Auch beim Ballbesitz lagen die Gäste vorn: 53,58 Prozent gegenüber 46,42 Prozent. In den Zweikämpfen war Hordel ebenfalls leicht überlegen.

Weiler musste zudem den verletzten Yannik Arnold in der 67. Minute ersetzen. Bernd Maass sah in der 85. Minute die Gelbe Karte. Hordel hatte bereits zur Pause dreifach gewechselt und damit offenbar erfolgreich an den Stellschrauben gedreht.

"Wir haben heute nicht perfekt verteidigt", räumte Raiola ein. "Aber bei zehn Toren wäre es auch unfair, nur über die Abwehr zu sprechen."

Das stimmt. Über dieses Spiel wird man in Weiler noch lange reden. Vielleicht sogar so lange, bis jemand den Spielstand endgültig nachgezählt hat.

07.08.2026 21:17
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Wenn ein Tor fällt, können noch mehr fallen. Aber es muss erst mal eins fallen.
Erich Ribbeck
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